Schülerinnenwohnheim des Maria-Lenssen-Berufskollegs - (Treffpunkt)

- Station des Rundgangs "Versteckte Schönheiten"

Mühlenstraße 33
41236 Mönchengladbach
Gisbert Fongen - Untere Denkmalbehörde
Gisbert Fongern - Untere Denkmalbehörde
Beispiel: KLASSISCHE MODERNE – DAS BAUHAUS Gisbert Fongen - Untere Denkmalbehörde

Beschreibung

Rundweg: Versteckte Schönheiten

Im November 1928 schließt die Stadt Rheydt mit dem preußischen Staat einen Vertrag. Er sichert den zukünftigen Betrieb der von Maria Lenssen schon 1870 gegründeten, mehrfach erweiterten und nach ihr benannten Schule. Hierzu überträgt die Stadt dem Staat ein bislang als Schulgarten genutztes Grundstück. Nach Plänen des Regierungsbaurates Bruno Kleinpoppen, andere Quellen nennen zusätzlich den Regierungsbaumeister Pflug, entsteht in den Jahren 1933-34 ein modernes Wohnheim für 60 Schülerinnen.

Das Schülerinnenwohnheim setzt sich aus fünf kubischen, asymmetrisch einander zugeordneten Baukörpern unter Flachdächern zusammen. Der glatte Außenputz und ein weißer Anstrich sowie die von filigranen Stahlrahmen geprägten Fenster kennzeichnen das Gebäude als einen zeitgenössischen, qualitätsvollen Vertreter der modernen Architektur der ausgehenden 1920er und frühen 1930er Jahre.

Im Innern zeigt das Gebäude die klare Formensprache der Zeit. Monochrome helle Wandfl ächen kontrastieren mit farblich klar abgesetzten Bodenflächen und Treppen. Großfl ächige, zu Bändern zusammengefasste oder über Eck gestellte Fenster belichten die Räume, fi ligrane Stahlgeländer begleiten Etagen und Treppenläufe.

Mitte der 1990er Jahren werden die Fensteranlagen in streng an den historischen Vorbildern orientierten Formen erneuert. Je zwei Zimmer werden mit einem Bad zu wohnungsartigen Einheiten vereinigt, um modernen Wohnstandard zu erreichen.
Als weitere Ergänzung folgen ab 1935 der Bau einer Turnhalle und eines Kindergartens an der Mühlenstraße, die wegen baulicher Veränderungen nicht als Denkmale ausgewiesen sind.

Information zum Baustil: KLASSISCHE MODERNE – DAS BAUHAUS

Wilhelm-Ernst, Großherzog von Sachsen-Weimar, gründet 1907/08 in Weimar eine Kunstgewerbeschule. Der belgische Architekt Henry van de Velde übernimmt ihre Leitung. Als 1919 der Architekt Walter Gropius seine Nachfolge antritt, reorganisiert er die Einrichtung. Unter dem Namen Bauhaus entwickelt sie sich zur einflussreichsten Bildungsstätte des 20. Jh., in der Kunst (Malerei, Bildhauerei), Design und Handwerk angesiedelt sind. In ihr sollen alle Künstler – Maler, Bildhauer und später auch Architekten – auf zukünftige Aufgaben vorbereitet werden.

Anfänglich noch vom Expressionismus beeinflusst, geht man bald zur Gestaltung von Industrieprodukten in strengen kubischen Formen über. 1924 erzwingt politische Einflussnahme die Schließung der Bauhausschule in Weimar. Sie findet in Dessau eine neue Heimat. 1925/26 entsteht nach Entwürfen von Walter Gropius das Bauhausgebäude und 1926 wird sie als Stattliche Hochschule anerkannt. Erst dies führt zum Aufbau einer Architekturabteilung, zu deren Leiter der Schweizer Architekt Hannes Meyer berufen wird. 1930 tritt der Architekt Ludwig Mies van der Rohe seine Nachfolge als Leiter des Bauhauses an. Ludwig Mies verfolgt einen fachlich-wissenschaftlichen Kurs, um die Schule aus den politischen Wirren herauszuhalten. 1932 wird das Bauhaus auf Betreiben der Nationalsozialisten geschlossen. 1933 kommt das Ende als privat fortgeführte Schule in Berlin. Gropius Architektur ist gekennzeichnet durch kubisch klare Baukörper unter Flachdächern, monochrome, oft weiß gefasste Putzfassaden, in horizontalen Streifen angeordnete Fensterbänder oder großformatige Fensterfl ächen, den Einsatz von Stahl und Glas, die Verwendung von Primärfarben und das Fehlen jeglicher Ornamente. Diese Formen werden zum weit bekannten Kennzeichen des Bauhauses und des von ihm geprägten Stils. Dieser bestimmt den jüngeren Internationalen Stil maßgeblich mit.

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