Pavillion im Park hinter dem Maria-Lenssen-Berufskolleg

- Station des Rundgangs "Versteckte Schönheiten"


Gisbert Fongern Untere Denkmalbehörde

Beschreibung

Information zum Baustil: HISTORISMUS

Als Historismus bezeichnet man einen Stil in der abendländischen Kunst vorwiegend während des 19. Jh. bis zum Ersten Weltkrieg. Nach den 1860er Jahren fi ndet er eine weite Verbreitung, da er das Repräsentationsbedürfnis des seit der Gründerzeit wohlhabend gewordenen Bürgertums abdeckt. Charakteristisches Kennzeichen ist die Wiederaufnahme und Nachahmung früherer Stilrichtungen, deren Einzelformen er in freier Kombination selektiv verwendet. So werden z. B. Säulen, Architrave, Skulpturenköpfe, Akanthusblätter u. a. rein dekorativ eingesetzt, um eine historische Atmosphäre zu erzeugen. Im Historismus weist man verschiedenen Baustilen oft unterschiedliche Funktionen zu: Kirchen werden z. B. im Stil der Neoromanik und besonders der Neogotik errichtet, Banken und Bürgerhäuser im Stil der Neorenaissance, Theater im Stil des Neobarocks und Fabrikhallen im englischen Tudorstil als unverputzte Ziegelsteinbauten. Große Beachtung schenkt man dem Repräsentationsbedürfnis, während funktionale Belange oft zurückgestellt werden. In der Spätphase entwickelt sich parallel zum Historismus der – teilweise durch ihn beeinfl usste – Jugendstil. Als kritische Gegenbewegung entsteht zu Beginn des 20. Jh. die Reformarchitektur, die schließlich in die Klassische Moderne mündet.

Bis zu Beginn des letzten Viertels des 20. Jh. ist der Historismus in weiten Teilen der Bevölkerung nahezu verpönt. Man sieht in ihm lediglich eine bloße Nachahmung vergangener Stile. Erst seither entwickelt sich die Akzeptanz für die gestalterischen Schöpfungen dieser Epoche, die große Teile unserer Innenstädte (in Mönchengladbach das Gründerzeitviertel, in Rheydt die Brucknerallee) bis heute prägen.

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