IHK Mittlerer Niederrhein

Bismarckstraße 109
41061 Mönchengladbach

Beschreibung

Station der Tour "Prachtvolle Zeiten"

Als Gründerzeitviertel wird in Mönchengladbach meist das vorwiegend in historistischer Architekturformensprache bebaute Gebiet zwischen dem altbesiedelten Abteiberg im Südwesten und Eicken im Nordosten verstanden.

Im engeren Sinne versteht man unter Gründerzeit üblicherweise die Phase der durch Reparationszahlungen Frankreichs initiierten Hochindustrialisierung nach Gründung des Deutschen Kaiserreichs im Jahr 1870 bis zum Gründerkrach 1873. Im weiteren architekturhistorischen Verständnis meint Gründerzeit hingegen die Phase zwischen 1870 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914.

Während der 2. Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jh. durchläuft M.Gladbach einen rapiden städtebaulichen Wandel von der frühneuzeitlichen Kleinstadt mit Kleingewerbe zur innovativen und selbstbewussten Industriestadt. Textilbetriebe und textilorientierter Maschinenbau ziehen immer mehr Arbeitskräfte aus dem Umland, aber auch aus der Eifel und dem Bergischen Land in die Stadt an der Niers. Der Aufstieg zur Großstadt mit mehr als 200.000 Einwohnern ist Folge dieses Wirtschaftsaufschwungs und der Eingemeindungen im Verlauf des frühen 20. Jh. Neben Arbeitersiedlungen in direkter Nähe zu den Fabriken entstehen auch Wohnviertel für das Bürgertum und repräsentative Villen der Fabrikantenfamilien. Das bevorzugt bebaute Gebiet liegt östlich des Abteibergs und reicht bis nach Eicken. Hier finden sich sowohl durch Gestaltungsformen des Historismus als auch durch die jüngeren Reformbewegungen des beginnenden 20. Jh. beeinflusste Architektur in großer Fülle. Neubauten des 20. Jh. haben die durch den Zweiten Weltkrieg abgängigen Gebäude ersetzt und heben sich nicht selten sehr deutlich ab.

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