Sonntag, 17. November 2019, 11.30 Uhr

Zwischen Fakten und Fiktion – Wie man historische Romanwelten erschafft – Vortrag von Rebecca Gablé

Historische Romane erfreuen sich großer Beliebtheit, die nach Ansicht der Autorin Rebecca Gablé über pure Realitätsflucht hinausgeht und viel mehr dem Bedürfnis des Publikums nach Informationen über die Vergangenheit geschuldet ist.

In ihrem Vortrag zeichnet Gablé die Entwicklung des historischen Romans nach, den Wandel seiner gesellschaftlichen Funktion und der Erwartungen seiner Leserschaft. Sie gibt Einblicke, wie aus einer historischen Persönlichkeit, einem bestimmten Ereignis oder einer Fragestellung eine Romanidee entsteht, und zeigt anhand kurzer Textbeispiele aus ihren Romanen, welche erzählerischen Techniken zum Einsatz kommen, um die Lebens- und Erfahrungswelt des Mittelalters dem heutigen Publikum nahezubringen. Sie verrät, wie es gelingen kann, Leserinnen und Leser in einer immer schneller getakteten Gegenwart über tausend Seiten lang zu fesseln und für eine Vergangenheit zu faszinieren, mit der wir doch augenscheinlich gar nichts mehr gemeinsam haben.

Rebecca Gablé, geboren 1964, studierte Literaturwissenschaft, Sprachgeschichte und Mediävistik in Düsseldorf, wo sie anschließend als Dozentin für mittelalterliche englische Literatur tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin. Ihre historischen Romane und ihr Buch zur Geschichte des englischen Mittelalters wurden Bestseller und in viele Sprachen übersetzt.

Ort: Museum Schloss Rheydt, Rittersaal, Schlossstr. 508, Gebühr: 6,00 €, erm.: 4,00 €