Im Rahmen der IHEK II-Maßnahme „Umgestaltung der Hindenburgstraße“ wurde die Verwaltung von der Politik beauftragt, einen Informationspfad zur Person des Namensgebers Paul von Hindenburg zu entwickeln. Ziel ist es, einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte zu leisten und einen reflektierten Umgang mit historisch belasteten Straßennamen zu fördern.
Die Hindenburgstraße im Zentrum von Mönchengladbach ist eine der wichtigsten Verkehrs- und Einkaufsachsen der Stadt – und gleichzeitig ein Ort mit geschichtlicher Tiefe und Kontroverse. Denn ihr Name ist eng mit dem deutschen Militärführer und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg verbunden, der 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte und damit maßgeblich zur Zerstörung der Weimarer Republik sowie zum Aufstieg des Nationalsozialismus beitrug. Diese Entscheidung war ein Wendepunkt der deutschen Geschichte, der letztlich zur nationalsozialistischen Diktatur, dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust führte – einem der größten Menschheitsverbrechen.
Statt die Straße umzubenennen, hat sich der Rat der Stadt Mönchengladbach 2024 für einen anderen Weg entschieden: Die Vergangenheit soll nicht verdrängt, sondern sichtbar und verständlich gemacht werden. Der „Informationspfad Hindenburgstraße“ verfolgt das Ziel, über die historische Person Hindenburg, seine politische Rolle und seine Wirkung auf das Stadtbild Mönchengladbachs aufzuklären. Dabei wird bewusst auch eine kritische Perspektive auf sein Wirken eingenommen.
Entlang der Hindenburgstraße wurden fünf Stelen errichtet, die thematisch aufbereitet sind:
- Die Entstehung der Straßenbenennung und ihre lokalen Hintergründe
- Die Biografie Hindenburgs, vom Generalfeldmarschall bis zum Reichspräsidenten
- Seine Rolle im politischen Umbruch der Weimarer Republik
- Die Wahrnehmung und Verehrung Hindenburgs in Mönchengladbach
- Eine kritische Bewertung aus heutiger Sicht
Jede Stele ist mit historischen Bildern, sorgfältig recherchierten Texten und optionalen QR-Codes ausgestattet, die zu weiterführenden Informationen führen. Die inhaltliche Ausarbeitung erfolgte unter anderem auf Basis von Quellen des Stadtarchivs Mönchengladbach sowie in Kooperation mit dem Stadtarchiv Wunstorf, das ein vergleichbares Projekt umgesetzt hat und dessen Konzept freundlicherweise als Vorlage genutzt werden durfte.
Die Produktion der Stelen erfolgt durch die Fachfirma Metall & Gestaltung aus Hildesheim. Sie bestehen aus wetterfestem Cortenstahl mit geneigter Oberfläche und sind auf Dauerhaftigkeit und Lesbarkeit im öffentlichen Raum ausgelegt.






