
Sensoren messen Verkehrsdaten im Nordpark
Sensoren messen Verkehrsdaten im Nordpark
Gemessen wird in der Straße und hoch in der Luft
Sensoren im Boden: Den ersten Schritt zur Verkehrserfassung im Nordpark bilden klassische „Car Counter“ der Firma NWave – tellerförmige, in den Boden eingelassene Sensoren, die zählen, wie oft über sie hinweg gefahren wird. Inzwischen sind 150 Stück von ihnen im Nordpark verteilt. Für die genaue Positionierung hat die Praxis bereits wertvolle Erkenntnisse geliefert. Viele Autofahrer machen zum Beispiel vor der Schranke des P4 ein Wendemanöver, werden vom Sensor im Zufahrtsbereich aber bereits registriert und als Parker gezählt. Und noch eine weitere Unschärfe bringen die „Car Counter“ mit sich. Sie unterscheiden nicht zwischen Fahrzeugtypen.
KI-Kamera: Auf dem P4, wo es auch für Busse und Wohnmobile einen Stellplatzbereich gibt, wurde deshalb zusätzlich eine Kamera installiert, die mithilfe von KI die Fahrzeuge klassifiziert und dann den richtigen Wert an die Datenplattform der Stadt funkt. So können die Werte des Car Counters überprüft und präzisiert werden.
Infrarot-Sensoren: In einer weiteren Ausbaustufe sind in Zusammenarbeit mit der Mönchengladbacher Sensor GmbH mehr als 20 Infrarotsensoren an Masten installiert worden. Sie zählen Radfahrer und Fußgängerinnen und erfassen auch, woher diese kommen und wohin sie gehen oder fahren. Die Infrarottechnik sorgt dafür, dass Personen nicht erkennbar sind und der Datenschutz gewahrt wird. Ähnlich einer Wärmebildkamera erfassen die Sensoren eher schemenhaft Konturen und Formen.
Nur die ausgewerteten Daten werden vom Sensor gesendet
Das erfasste Bild werten die Sensoren direkt vor Ort aus. Mithilfe der integrierten SIM-Karte funken sie nur die wesentlichen Informationen an die urbane Datenplattform, also etwa Anzahl der Individuen, Bewegungsrichtung, Fortbewegungsmittel. Diese Vor-Ort-Auswertung ist nicht nur ein weiterer Vorteil in Sachen Datenschutz, sie ist auch technisch sinnvoll. Denn die Datenmengen, die übertragen werden müssen, sinken so um ein Vielfaches. Und damit können sie über das LoRaWAN-Netzwerk übertragen werden, das die Stadt im Rahmen ihres Smart City Programms aufgebaut hat. Der Funkstandard ist darauf spezialisiert, überschaubare Datenmengen sehr energieeffizient über große Distanzen zu übertragen. Damit der Transfer funktioniert, sieht man im Nordpark neben den Sensoren auch LoRaWAN-Funkstationen – manchmal sogar am selben Mast.
Auch wenn konkrete Maßnahmen zur datengestützten Verkehrssteuerung noch in der Zukunft liegen – genutzt werden die Informationen schon heute. So fließen sie etwa in die Lagebesprechung bei Borussia-Spielen mit ein, zusammen mit Informationen des Vereins, der Sicherheits- und Rettungskräfte. Im steten Austausch mit Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei klärt das Smart City Team zudem, welche weiteren Daten für die Einsatzkräfte hilfreich sein können. Ein weiteres Sensorprojekt an der Schnittstelle zwischen Verkehrserfassung und Sicherheit gibt es bereits: Vor der Gästebereich in der Südkurve zählen Sensoren mithilfe von Laserscannern, wie viele Personen sich hier aufhalten. So können Menschenmengen erkannt, gelenkt und die Sicherheit erhöht werden.








