12.03.2026

Sensoren messen Verkehrsdaten im Nordpark

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Sensoren messen Verkehrsdaten im Nordpark

Die Stadt hat hunderte Sensoren im Nordpark verbaut. Mithilfe der Daten aus dem Smart-City-Projekt will sie Verkehrsströme verstehen – und perspektivisch lenken.

Ob ausverkaufte Heimspiele der Borussia, Konzerte angesagter Bands oder internationale Großereignisse wie die Hockey-Europameisterschaft – in den Mönchengladbacher Nordpark kommen regelmäßig zehntausende Menschen zu Sport- und Musikveranstaltungen. Auf den Zufahrtsstraßen und Parkplätzen wird es dann entsprechend voll, es kommt zu Rückstaus und Wartezeiten. Mithilfe von Sensoren möchte die Stadt diese Verkehrsflüsse besser verstehen – und perspektivisch gezielter lenken.

Viele Dinge können die Verkehrsentwicklung beeinflussen. Bei Heimspielen der Borussia etwa kommt es unter anderem darauf an, welche Mannschaft zu Gast ist und wie die Fans erfahrungsgemäß anreisen. Oder welche Auswirkungen Jahreszeit und Wetter haben. Hinzu kommen spontane Ereignisse wie Unfälle.

In den vergangenen Jahren hat das Smart City Team der Stadt in mehreren Etappen die notwendige Messtechnik aufgebaut, um ein immer umfassenderes Bild der Verkehrsströme erfassen zu können. Nun heißt es erst einmal: Daten sammeln, analysieren, miteinander vergleichen und so Schritt für Schritt Erkenntnisse gewinnen. Erst dann können konkrete Maßnahmen für die Verkehrssteuerung abgeleitet werden.  Neben dem motorisierten Verkehr sind für ein umfassendes Bild auch die Bewegungsströme von Fußgängerinnen und Radfahrern von Interesse.

 

Gemessen wird in der Straße und hoch in der Luft

 

Sensoren im Boden: Den ersten Schritt zur Verkehrserfassung im Nordpark bilden klassische „Car Counter“ der Firma NWave – tellerförmige, in den Boden eingelassene Sensoren, die zählen, wie oft über sie hinweg gefahren wird. Inzwischen sind 150 Stück von ihnen im Nordpark verteilt. Für die genaue Positionierung hat die Praxis bereits wertvolle Erkenntnisse geliefert. Viele Autofahrer machen zum Beispiel vor der Schranke des P4 ein Wendemanöver, werden vom Sensor im Zufahrtsbereich aber bereits registriert und als Parker gezählt. Und noch eine weitere Unschärfe bringen die „Car Counter“ mit sich. Sie unterscheiden nicht zwischen Fahrzeugtypen.

KI-Kamera: Auf dem P4, wo es auch für Busse und Wohnmobile einen Stellplatzbereich gibt, wurde deshalb zusätzlich eine Kamera installiert, die mithilfe von KI die Fahrzeuge klassifiziert und dann den richtigen Wert an die Datenplattform der Stadt funkt. So können die Werte des Car Counters überprüft und präzisiert werden.

Infrarot-Sensoren: In einer weiteren Ausbaustufe sind in Zusammenarbeit mit der Mönchengladbacher Sensor GmbH mehr als 20 Infrarotsensoren an Masten installiert worden. Sie zählen Radfahrer und Fußgängerinnen und erfassen auch, woher diese kommen und wohin sie gehen oder fahren. Die Infrarottechnik sorgt dafür, dass Personen nicht erkennbar sind und der Datenschutz gewahrt wird. Ähnlich einer Wärmebildkamera erfassen die Sensoren eher schemenhaft Konturen und Formen.

Car Counter in der Fahrbahn zählen die Überfahrten.

Infrarot-Sensoren erfassen, wie sich Fußgängerinnen und Radfahrer bewegen.

Die KI-Kamera am P4 hilft, Autos, Busse und Wohnwagen zu unterscheiden.

Nur die ausgewerteten Daten werden vom Sensor gesendet

 

Das erfasste Bild werten die Sensoren direkt vor Ort aus. Mithilfe der integrierten SIM-Karte funken sie nur die wesentlichen Informationen an die urbane Datenplattform, also etwa Anzahl der Individuen, Bewegungsrichtung, Fortbewegungsmittel. Diese Vor-Ort-Auswertung ist nicht nur ein weiterer Vorteil in Sachen Datenschutz, sie ist auch technisch sinnvoll. Denn die Datenmengen, die übertragen werden müssen, sinken so um ein Vielfaches. Und damit können sie über das LoRaWAN-Netzwerk übertragen werden, das die Stadt im Rahmen ihres Smart City Programms aufgebaut hat. Der Funkstandard ist darauf spezialisiert, überschaubare Datenmengen sehr energieeffizient über große Distanzen zu übertragen. Damit der Transfer funktioniert, sieht man im Nordpark neben den Sensoren auch LoRaWAN-Funkstationen – manchmal sogar am selben Mast.

Auch wenn konkrete Maßnahmen zur datengestützten Verkehrssteuerung noch in der Zukunft liegen – genutzt werden die Informationen schon heute. So fließen sie etwa in die Lagebesprechung bei Borussia-Spielen mit ein, zusammen mit Informationen des Vereins, der Sicherheits- und Rettungskräfte. Im steten Austausch mit Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei klärt das Smart City Team zudem, welche weiteren Daten für die Einsatzkräfte hilfreich sein können. Ein weiteres Sensorprojekt an der Schnittstelle zwischen Verkehrserfassung und Sicherheit gibt es bereits: Vor der Gästebereich in der Südkurve zählen Sensoren mithilfe von Laserscannern, wie viele Personen sich hier aufhalten. So können Menschenmengen erkannt, gelenkt und die Sicherheit erhöht werden.

Vor dem Gästebereich zählen Sensoren mit Laserscannern, wie viele Personen sich hier aufhalten.

Im Dashboard laufen die Sensordaten zusammen.

Auch die Zahl der Fußgängerinnen und Radfahrer wird live ausgewertet.