27.03.2026

Hikmat Husseins Weg in die Stadtverwaltung

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von: InK
Lesedauer: 4 Min

Hikmat Husseins Weg in die Stadtverwaltung

„Ich bin Mönchengladbacher“ – Hikmat Husseins Weg in die Stadtverwaltung

Heute arbeitet Hikmat Hussein als Sachbearbeiter im Ausländerwesen der Stadt Mönchengladbach im gehobenen Dienst. Dass ihn sein beruflicher Weg einmal in die Stadtverwaltung führen würde, war im Jahr 2016 nicht absehbar.

Damals kam er gemeinsam mit seiner Frau Aliaa nach Deutschland. Beide sprachen kein Deutsch, brachten jedoch die Hoffnung auf eine sichere Zukunft mit. Geboren in Syrien, hatte Hikmat Hussein in Aleppo Betriebswirtschaft studiert und anschließend zwölf Jahre im Marketing gearbeitet, unter anderem in Dubai. Der Bürgerkrieg zwang ihn schließlich zur Flucht nach Europa. Erste Station nach dem Grenzübertritt in Bayern war das Theater im Nordpark (TIN) in Mönchengladbach.

Erster Schritte in Mönchengladbach

Während der ersten Monate im TIN besuchte Hikmat Hussein täglich einen Deutschkurs. Innerhalb eines Jahres erreichte er das Sprachniveau B2. „Sprache ist der Schlüssel für alles“, sagt er rückblickend. Parallel engagierte er sich ehrenamtlich als Sprachvermittler und unterstützte Geflüchtete beim Kontakt mit Behörden.

Darüber hinaus war er im Sozialamt, später in der Stadtbibliothek sowie im Kommunalen Integrationszentrum (ABI/KI) aktiv. Auch an der Grundschule Holt brachte er sich ein und unterrichtete Kinder in Schach und Taekwondo. Über dieses Engagement kam er früh mit vielen Menschen in Mönchengladbach in Kontakt.

Seit 2017 war Hikmat Hussein in der Erstaufnahmeeinrichtung für den Fachbereich Bürgerservice der Stadt tätig. Drei Jahre später wechselte er in den Bereich Ausländerwesen. Dort qualifizierte er sich Schritt für Schritt weiter und arbeitet heute im gehobenen Dienst. Die Tätigkeit erfordert juristisches Fachwissen, Flexibilität und den Blick für die individuelle Situation der Menschen. „Am meisten Freude macht es mir, wenn ich Probleme lösen und so wirklich helfen kann“, sagt er.

Integration ist keine Einbahnstraße - sondern ein gegenseitiger Prozess

Seine eigene Lebensgeschichte trennt Hikmat Hussein bewusst von seiner täglichen Arbeit. Wichtig sei ihm, allen Antragstellenden mit Respekt zu begegnen. Gleichzeitig helfen ihm seine Erfahrungen dabei, Anliegen besser einzuordnen. Integration versteht er nicht als Einbahnstraße, sondern als gegenseitigen Prozess.

Sein persönliches Motto lautet: „Nicht aufgeben! Ohne Fleiß kein Preis. No Pain, no Gain.“ Die Arbeit in der Verwaltung bedeutet für ihn nicht nur berufliche Sicherheit, sondern auch Wertschätzung für das Geleistete. Sein nächstes Ziel hat er bereits im Blick: den erfolgreichen Abschluss des Verwaltungslehrgangs II.

In Mönchengladbach angekommen

Heute lebt Hikmat Hussein mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Töchtern in Mönchengladbach. Neben seiner Arbeit ist er als Fitnesstrainer im Bereich Calisthenics aktiv. Im Jahr 2022 erhielt die Familie die deutsche Staatsbürgerschaft. Einen Moment, den er als „sehr schön und bewegend“ beschreibt.

Auf die Frage, wo er sich zu Hause fühlt, antwortet er ohne Zögern: „Ich bin Mönchengladbacher.“ Seine Wurzeln in Syrien bleiben dennoch Teil seiner Identität. Integration bedeutet für ihn, in einer neuen Heimat anzukommen, ohne die alte zu vergessen.