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28.11.2025

Effizienter Knoten und attraktiver Stadtraum

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Der neue ZOB

Ein Besuch am neuen Zentralen Omnibusbahnhof

 

Der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) am Europaplatz lässt Mönchengladbach in neuem Licht erstrahlen. So viel steht fest. Gemeint ist damit aber nicht nur die symbolische Strahlkraft, die der runderneuerte Verkehrsknotenpunkt direkt vor dem Hauptbahnhof entfaltet. Mit seinem beleuchteten Membrandach taucht der ZOB das Stadtzentrum auch ganz wortwörtlich in ein neues Licht. Mit dem Großprojekt ist ein weiterer Baustein bei der städtebaulichen Erneuerung des Gladbacher Zentrums fertig geworden.

Der neue ZOB auf einen Blick

  • 13.100 m² Gesamtfläche
  • 2,5 Jahre Bauzeit (03/2023 – 09/2025)
  • Kosten ZOB: ca. 18,1 Mio. Euro (5 Mio. € VRR-Förderung)
  • Kosten Hbf.-Vorplatz: ca. 2 Mio. Euro (80 % Städtebauförderung)
  • 26 barrierefreie Haltestellen
  • ca. 1.500 Abfahrten täglich (mo. – fr.)

Illuminiertes Membrandach

 

Auf einer Fläche von 1.760 Quadratmetern spannen pneumatische Kissen ein Membrandach mit ca. 1.900 m³ Luft auf, das zuverlässigen Schutz vor Wind, Wetter und sommerlicher Hitze bietet. Rund 2.865 nachhaltige LED-Leuchten tauchen den Zentralen Omnibusbahnhof in den Abendstunden in eine atmosphärische Lichtstimmung. Zu besonderen Anlässen können die einzelnen Dachelemente dabei mit unterschiedlichen Farbtönen illuminiert werden. Die RGBW-Technologie deckt das gesamte Farbspektrum ab. Für die Straßenbeleuchtung, Überdachung und Elektrik wurden rund 25.000 Meter Energie- und Datenkabel verlegt.

Die farbige Beleuchtung gab es zum Beispiel zur feierlichen Eröffnung am 29. Oktober 2025 zu bestaunen. (© Stadt Mönchengladbach)

 

 

Weniger Fläche dank effizienter Struktur

Entstanden ist der neue ZOB am Ort des alten – und das im laufenden Betrieb. Mit 13.100 m² Fläche ist „der Neue“ rund 20 Prozent kleiner als sein Vorgänger – trotz gleicher Leistungsfähigkeit. Möglich macht das eine effiziente Anordnung der Bussteige in der sogenannten Sägezahnaufstellung, die ein schnelles An- und Abfahren ermöglicht. Dreh- und Angelpunkt des neuen ZOB ist die Mittelinsel mit den beiden Membrandächern. Um sie gruppieren sich – die jeweils gegenüberliegenden Straßenseiten mit eingerechnet – 26 Haltestellen, angeordnet nach Ortsteilen. So bleiben die Wege für Fahrgäste kurz und intuitiv. Mehrere dynamische Fahrgastinformationssysteme vor dem Bahnhofsgebäude und auf der Mittelinsel sorgen dafür, dass Reisende jederzeit den Überblick über bevorstehende Abfahrten behalten. 

 

Kleine Kniffe für Ökologie und Stadtklima

Nicht nur durch seine spektakuläre Architektur, sondern auch durch die Liebe zum Detail ist der neue Busbahnhof ein Gewinn für die Stadt und ihre Menschen. Davon zeugen etwa die kleinen Kniffe in Sachen Ökologie und Stadtklima, die trotz der hohen funktionalen Anforderungen an diese innerstädtische Verkehrsfläche realisiert werden konnten. Dazu zählen Dachbegrünungen und Photovoltaik auf den Buswartehäuschen oder die auffallend helle Fahrbahngestaltung, die ein Überhitzen der Fläche im Sommer verhindert. Gelungen inszeniert sind auch die beiden auf der Mittelinsel gepflanzten Laubbäume, deren weiterer Entwicklung durch Öffnungen in den Membrandächern keine Grenzen gesetzt sind.

 

Barrierefrei und sicher

Um den Busbahnhof für alle Fahrgäste zugänglich zu machen, wurden bereits in der Planungsphase in enger Zusammenarbeit mit Inklusionsverbänden konkrete Maßnahmen für eine barrierefreie Gestaltung beschlossen. Alle Haltestellen sind für einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg mit speziellen Buskapsteinen ausgestattet. Sie verfügen zudem über dynamische Fahrgastinformationen und akustische Ansagen. Im Bereich vor dem Hauptbahnhof können sich Blinde und Sehbehinderte an einem taktilen Geländeplan orientieren. Taktile Leitelemente im Boden helfen dabei, den Bussteig anzusteuern.

Die autofreie Gestaltung des Busbahnhofs reduziert das Verkehrsaufkommen und erhöht die Sicherheit für Fußgänger. Radfahrer können weiterhin über den Europaplatz fahren. Eine Besonderheit sind die beiden sogenannten Dunkelampeln, die nur auf Anforderung angehen. So werden Bus-, Rad- und Fußverkehr möglichst wenig eingeschränkt, während gleichzeitig diejenigen Menschen die Ampelschaltung aktivieren können, die zum Überqueren der Straße etwas mehr Sicherheit benötigen.

Die Dächer der Wartehäuschen sind begrünt und mit PV-Modulen bestückt. (© Stadt Mönchengladbach)

Dynamische Fahrgastinformationen und akustische Ansagen erleichtern die Orientierung. (© Stadt Mönchengladbach)

Die Dunkelampel geht nur auf Anforderung an - das gibt Sicherheit bei gleichzeitig minimaler Beeinträchtigung des Verkehrsflusses (© Stadt Mönchengladbach)

Der taktile Übersichtsplan ist einer von vielen Aspekten, die den Busbahnhof barrierefrei machen. (© Stadt Mönchengladbach)

Gestaltung von ZOB und Bahnhofsvorplatz aus einem Guss

 

Wer vom ZOB auf den Vorplatz des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs gelangt, merkt nicht, dass er gerade eine Grundstücksgrenze übertreten hat. Denn die Stadtverwaltung hat den Bahnhofsvorplatz in Kooperation mit der NEW mobil + aktiv, die Bauherrin des ZOB ist, gleich mit umgestalten lassen. So ist ein stimmiger öffentlicher Stadtraum entstanden, der Bahnreisende beim Verlassen des Hauptbahnhofs begrüßt.

    Der Bahnhofsvorplatz hat:

    • ein in den Boden eingelassener Springbrunnen
    • ein eingefasster Fahrradabstellbereich
    • vier Baumstandorte mit Unterpflanzung, zwei davon mit Bänken
    • ein XXL-Leuchtmast (passend zum Platz der Republik auf der anderen Bahnhofsseite)
    • Ein Weihnachtsbaumfundament und sechs Fahnenmaste

    Zusammen mit dem ZOB-Neubau durch die NEW hat die Stadt den Bahnhofsvorplatz neu gestalten lassen. (© Stadt Mönchengladbach)

    Die eingefasste Fahrradabstellfläche an der Südseite des Hauptbahnhofs. (© Stadt Mönchengladbach)

    Baustein der Stadterneuerung

     

    Die Erneuerung des Zentralen Omnibusbahnhofs taucht als Maßnahme M08 im Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept für die Stadtteile Gladbach und Westend auf. Während der ZOB mit 5 Millionen Euro vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gefördert wurde, wurden 80 Prozent der Kosten für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes aus Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst. Die Städtebauförderung ist ein entscheidender Faktor für die umfassende Stadterneuerung im Herzen Mönchengladbachs. Von 2018 bis 2027 fließen im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ insgesamt rund 100 Millionen Euro Zuschüsse in das Fördergebiet.

    Sichtbar geworden sind die großen Veränderungen im Stadtkern bereits auf der anderen Seite des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs, wo 2022 der rundum erneuerte Platz der Republik eröffnet wurde. Doch auch losgelöst von der Städtebauförderung schreitet die Stadterneuerung in Gladbach voran. So soll der Bereich nördlich des ZOB zum Sanierungsgebiet erklärt werden, was der Stadt weitreichendere Steuerungsmöglichkeiten verleiht. Auf der freien Fläche, die durch die Verkleinerung des Busbahnhofs entstanden ist, und auf dem Grundstück des benachbarten Haus Westlands soll eine Quartiersentwicklung unter dem Titel „19 Häuser“ realisiert werden. Und auch das Gebäude des Hauptbahnhofs selbst wird, dank einer Landesförderung aus dem Programm „Schöner Ankommen in NRW“, umfassend saniert.

     

    Schwindelfrei? Dann fliegt mit zum ZOB!

     

     

    Copyright Headerbild: NEW AG