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„Kunst im Rathaus“ bereichert den Alltag

Die Ausstellungsreihe „Kunst im Rathaus“ geht in eine weitere Runde. In mehreren Büroräumen, einem Konferenzraum und im Ratssaal des Rathauses sind Kunstwerke von drei ausgewählten c/o-Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Für etwa ein Jahr sind in den Räumlichkeiten des historischen Rathaus Abtei nun Werke von Friederike Hinz, Susanne Keller und Milen Miltchev ausgestellt. Damit setzt auch Oberbürgermeister Felix Heinrichs die von seinem Vorgänger Hans Wilhelm Reiners im Jahr 2015 initiierte Reihe fort: „Diese Ausstellungsreihe bekommt gerade in diesen für Kunst und Kultur schweren Zeiten noch einmal eine besondere Bedeutung. Sie zeigt, dass Kunst unseren Alltag bereichern kann ohne dabei alltäglich zu werden. Und ich freue mich schon darauf, wenn wieder mehr persönliche Begegnungen auch hier im Rathaus möglich sind und die Werke sicherlich auch das ein oder andere Mal zum Gesprächsthema werden.“ Daneben zeige sie beispielhaft die Vielseitigkeit der Mönchengladbacher Kunstszene. „Es ist schön, dass sowohl die Kolleginnen und Kollegen als auch Menschen von außerhalb hier einen kleinen Eindruck davon gewinnen können“, so Heinrichs weiter.

Neben zwei Büros sind die Werke dabei auch in einem Konferenzraum zu sehen. Bei der Auswahl der Künstler:innen hat das städtische Kulturbüro Heinrichs unterstützt. Die Kulturbüroleiterin Agnes Jaraczewski hofft, dass sich in diesem Jahr auch noch die Möglichkeit bieten wird, die Ausstellung „Kunst im Rathaus“ für ein breiteres Publikum zu öffnen: „Eine Vernissage zur Eröffnung war leider nicht möglich. Die hoffen wir, sobald wie möglich nachholen zu können und unter anderem im Rahmen des parc/ours, dem Wochenende der offenen Ateliers und Kunsträume in Mönchengladbach, am 18. und 19. September, soll es dann auch Führungen hier im Rathaus Abtei geben.“ Wer bis dahin nicht warten möchte, kann sich allerdings einen ersten Eindruck der Werke in Form eines Videos unter anderem auf dem städtischen Youtube-Kanal unter https://youtu.be/nHmtjVNzAVQ verschaffen.

Die Künstler:innen im Detail:

Friederike Hinz
Mitglied der städtischen c/o-Künstler:innenförderung seit 2015

Vita

  • 1960 geboren in Schwalmtal / Lüttelforst
  • 1979 – 1983 Studium der visuellen Kommunikation bei Dieter Glasmacher und Uwe Loesch

Seit vier Jahrzehnten befasst sich die Künstlerin Friederike Hinz mit dem vielschichtigen Motiv des Feldhasen (lepus europaeus). Mal greift sie in ihren Malereien, Grafiken und Objekten künstlerische Fragestellungen an das Thema auf, mal behandelt sie Probleme der Wahrnehmung oder Fragen nach dem Umgang mit der Natur. Für Hinz ist der „Feldhase“ der Raum, in dem sie arbeitet und ihre Themen verhandelt. Wie etwa in dem großformatigen Linoldruck „Massaker von Idaho“, in dem sie die Fluchtorganisation der verfolgten Hasen darstellt. Einer Besonderheit in der Wahrnehmung, zu der Hasen fähig sind, entspricht auch der 360 Grad-Rundumblick, die Hinz in ihrer Arbeit Feldforschung „FF.MON.810-September“ zeigt. Das gesamte Werk von Friederike Hinz zeichnet sich im Umgang mit dem künstlerischen Material und den Themen durch große Experimentierfreude aus.

Susanne Keller
Mitglied der städtischen c/o-Künstler:innenförderung seit 2019

Vita

  • 1980 geboren in Siegburg
  • 2000 – 2007 Studium Diplom Kommunikationsdesign, FH Mainz
  • 2009 – 2013 Studium bei Ayse Erkmen, Kunstakademie Münster

In den Arbeiten von Susanne Keller spielen Erinnerungen und persönliche Erfahrungen eine wichtige Rolle, auf welche die Künstlerin als Startpunkte für neue Arbeiten immer wieder zurückgreift. In ihrem künstlerischen Prozess kommen verschiedene Techniken wie Zeichnung, Malerei und Collage zur Anwendung. Kleinformatige technische Zeichnungen von Kühlungssystemen aus ihrem Auslandssemester in Polen bilden die Grundlage des Zyklus AUTOMATYCZNE (polnisch für „automatisch“). Darauf aufbauend entstanden große, abstrakte Malereien, die die technischen Symbole in mehreren Schichten aufnehmen und zum Teil wieder unter Farbe verbergen: ein stetes Ringen um Balance zwischen Ratio und Affekt. Das großformatige Acrylbild „Gesichter“ gehört zur Serie ALIENS UND ANDERSARTIGE, in der sich die Künstlerin mit Gefühls-zuständen der Angst, Einsamkeit und Ablehnung in Form von sinnbildlichen figürlichen Gestalten auseinandersetzt.

Milen Miltchev
Mitglied der städtischen c/o-Künstler:innenförderung seit 2015

Vita

  • 1973 geboren in Ruse, Bulgarien
  • 1992 Studium an der Kunstakademie in Sofia, Bulgarien
  • 1994 – 2001 Studium an der Kunsthochschule Kassel

Der c/o-Künstler Milen Miltchev arbeitet mit verschiedenen Techniken wie Fotografie, Film, Readymade und Malerei. Im Zentrum seiner Arbeiten stehen Licht und Lichtquelle. Die intuitive Wahrnehmung einer Lichtquelle, ihre Wirkung auf den Raum, die Zeit und Atmosphäre ist die Triebkraft der Auseinandersetzungen des Künstlers mit seiner Umgebung. Demzufolge präsentiert der Künstler seine Arbeiten auch häufig abhängig von der Raum- und Lichtsituation des Ausstellungsraumes. In seiner Fotoserie „HHH“ und der großformatigen Wandarbeit „O.T.“ nutzt der Künstler das Licht, welches von den Fenstern kommend reflektiert wird, wie eine zusätzliche Malschicht auf seinen Werken. „Licht ist das Wichtigste für mich. Zuerst kommt das Licht, danach die Farbe.“ Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. im Kunstverein Marburg/Lahn, in der Kunsthalle Fridericianum Kassel, der Marielies Hess Stiftung Frankfurt am Main, dem Kunstverein Ellwangen und dem Kunstverein Kassel.

Alle Informationen zu den Künstler:innen auch unter www.co-mg.de.