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Agentur für Arbeit Mönchengladbach: Arbeitsmarkt entwickelt sich im Februar trotz Lockdown saisontypisch

  • 30.586 Menschen waren im Februar 2021 in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Das sind 361 Männer und Frauen mehr als im Vormonat. 
  • Die Arbeitslosenquote des Agenturbezirks stagnierte bei 7,9 Prozent. 
  • Die Unternehmen meldeten 1.069 neue offene Stellen. Das sind 303 mehr als im Vormonat.

Die Arbeitslosigkeit hat sich im Februar 2021 in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss leicht erhöht und damit saisontypisch entwickelt. „Das ist eine wichtige Erkenntnis, weil wir trotz des inzwischen zweiten, langen Lockdowns sehen, dass die Corona-Pandemie unseren Arbeitsmarkt bislang nicht grundlegend erschüttern konnte“, erklärt Angela Schoofs. Und die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach führt weiter aus: „Während des ersten Lockdowns, der sich in den nächsten Tagen jährt, ist die Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen, seither aber schaffen es die Unternehmen – ein guter Teil von ihnen mithilfe des Kurzarbeitergeldes – den Arbeitsmarkt relativ stabil und in saisontypischen Bahnen zu halten. Das ist für die Wirtschaft und somit für jeden einzelnen Beschäftigten und jede einzelne Beschäftigte eine immens wichtige Erkenntnis. Denn sie bildet unsere gemeinsame Perspektive, dass aus der Corona-Pandemie heraus weiterhin ein Neustart oder in manchen Branchen vielleicht auch ein struktureller, aber erfolgversprechender Wandel möglich sein werden.“

Um 1,2 Prozent gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar 2021 im Bezirk der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Sie liegt um 361 Frauen und Männer über dem Niveau des Vormonats. Damit sind aktuell 30.586 Personen in Mönchenglad-bach und im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Verglichen mit Februar 2020, dem letzten Monat vor dem ersten pandemiebedingten Lockdown, sind das 5.676 Menschen mehr (+22,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte im Februar 2021 bei 7,9 Prozent. Das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als im Februar des vergangenen Jahres (Februar 2020: 6,5 Prozent).

„Besonders interessant ist am aktuellen Berichtsmonat der Blick auf das Vorjahr, wo wir mit Februar 2020 den letzten Vor-Corona-Vergleichsmonat haben. Aus dieser Rückschau lassen sich sehr gut die Aufgaben ableiten, die vor uns liegen: Die jüngeren Arbeitslosen als Fachkräfte der Zukunft vermitteln. Die älteren Arbeitslosen qualifizieren und an möglicherweise neue berufliche Aufgaben heranführen. Langzeitarbeitslose weiterbilden und bei der Rückkehr in Arbeit coachen. Und nicht zuletzt dafür sorgen, dass die Arbeitslosigkeit wieder abnimmt, indem wir den Unternehmen aufzeigen, welche Fördermöglichkeiten die Bundesagentur für Arbeit bietet, um die Ausbildungs- und Arbeitsaufnahme wie auch die berufliche Beschäftigung zu sichern. Diese reichen vom Eingliederungszuschuss bei Neueinstellung von Arbeitslosen bis zum Teilhabechancengesetz, das die Einstellung von Lang-zeitarbeitslosen fördert“, erläutert Susanne Käser, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur für Mönchengladbach und den Rhein-Kreis Neuss.

Vertiefter Blick auf die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Mönchengladbach

Mit aktuell 12.326 Personen hat die Zahl derjenigen, die bereits ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind, gegenüber Januar 2021 um 254 Personen zugenommen (+2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich bei den Langzeitarbeitslosen ein Anstieg von 3.620 Frauen und Männern (+41,6 Prozent).

Im Februar 2021 waren in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss 2.773 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet, 177 mehr als im Januar 2021 (+6,8 Prozent) und 642 mehr als vor einem Jahr (+30,1 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit hat momentan einen Anteil von 9,1 Prozent an den gesamten Arbeitslosen im Agenturbezirk.

Die Zahl der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, erhöhte sich im aktuellen Berichtsmonat um 17 Männer und Frauen (+0,2 Prozent) und lag damit bei 9.708 Personen. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres gab es einen Anstieg um 1.914 Personen (+24,6 Prozent). Die Gruppe der arbeitslosen älteren Menschen macht aktuell knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosen aus (31,7 Prozent).

Arbeitsmarkt in den regionalen Gebietskörperschaften

15.387 Frauen und Männer waren im Februar 2021 in der Stadt Mönchengladbach arbeitslos gemeldet. Das sind 344 Personen mehr als im Vormonat (+2,3 Prozent) und 3.020 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+24,4 Prozent). Die

Arbeitslosenquote beträgt in Mönchengladbach für Februar 10,9 Prozent. Sie liegt um 0,2 Prozentpunkte über Januar 2021 (10,7 Prozent) sowie um 2,1 Prozentpunkte über Februar 2020 (8,8 Prozent), dem letzten Monat, bevor es in Deutschland bedingt durch die Corona-Pandemie zum ersten Lockdown gekommen war.

15.199 Menschen waren im Februar 2021 im Rhein-Kreis Neuss arbeitslos gemeldet. Das sind 17 Personen mehr als im Vormonat (+0,1 Prozent) und 2.656 Personen mehr als im Vorjahresmonat (+21,1 Prozent). Damit beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote für den Rhein-Kreis Neuss wie im Vormonat 6,2 Prozent. Das sind 1,0 Prozentpunkte mehr als im Februar 2020 (5,2 Prozent), dem letzten Monat vor dem ersten coronabedingten Lockdown.

Aufgrund der geringen Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt im Rhein-Kreis Neuss veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an den drei Standorten der Arbeitsagentur im Kreisgebiet kaum. In der Geschäftsstelle Dormagen stagnierte die Arbeitslosenquote im Februar 2021 bei 6,0 Prozent (Februar 2020: 4,5 Prozent). In der Geschäftsstelle Grevenbroich stieg die Arbeitslosenquote im Februar 2021 leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent (Februar 2020: 4,6 Prozent). In der Geschäftsstelle Neuss stagnierte die Arbeitslosenquote im Februar 2021 bei 6,6 Prozent (Februar 2020: 5,5 Prozent). Registriert wurden aktuell 2.097 Arbeitslose in der Stadt Dormagen, 2.150 in Grevenbroich, 555 in Jüchen, 1.135 in Kaarst, 690 in Korschenbroich, 1.514 in Meerbusch, 6.760 in Neuss und 298 in Rommerskirchen. Verglichen mit Februar 2020, dem letzten Monat vor dem ersten bundesweiten Corona-Lockdown, sind das in Dormagen 537 Personen mehr, in Grevenbroich 283, in Jüchen 71, in Kaarst 202, in Korschenbroich 118, in Meerbusch 245, in Neuss 1.129 und in Rommerskirchen 71.

Hinweis: Zur Hauptagentur Mönchengladbach gehört nur die Stadt Mönchengladbach; die Geschäftsstelle Neuss umfasst die Städte Neuss, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch. Zur Geschäftsstelle Dormagen zählt nur die Stadt Dormagen. Die Geschäftsstelle Grevenbroich umfasst die Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen. Die Daten der drei Geschäftsstellen Neuss, Grevenbroich und Dormagen ergeben zusammen die Zahlen für den Rhein-Kreis Neuss.

Bewegung auf dem Stellen- und Arbeitsmarkt

1.069 neue offene Stellen meldeten die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Mönchengladbach im Februar 2021. Das sind 303 mehr als im Vormonat (+39,6 Prozent) aber 370 weniger als vor einem Jahr (-25,7 Prozent). 1.058 der gemeldeten Stellen waren sozialversicherungspflichtig. 961 der neu zugegangenen Stellen sind unbefristet zu besetzen.

Gesucht werden weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (747 Stellen im Bestand), in Verkehr und Logistik (875 Stellen im Bestand) sowie im Bereich von Gesundheit, Sozialem, Lehre und Erziehung (890 Stellen im Bestand).

1.329 Personen konnten im Februar 2021 in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden. Das waren 254 Männer und Frauen mehr als im Januar 2021 (+23,6 Prozent) und 81 weniger als im Februar des Vor-jahres (-5,7 Prozent). Aus einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt heraus im Februar 1.791 Männer und Frauen. Das waren 702 Personen oder 28,2 Prozent weniger als im Januar 2021 und 48 weniger als im Februar 2020 (-2,6 Prozent).

Unterbeschäftigung und Qualifizierungen

Im Agenturbezirk Mönchengladbach waren 38.934 Frauen und Männer im Februar 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 419 Personen mehr als im Vormonat (+1,1 Prozent). Die Anzahl der Maßnahmenteilnehmer stieg im Berichts-monat auf 6.695 (+35 Personen/+0,5 Prozent zum Vormonat).

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen jene Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus besitzen. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Anpassungen, Fortbildungen und Umschulungen, die von der Agentur für Arbeit Mönchenglad-bach derzeit besonders gefördert werden. Beraten wird dazu unter den Rufnum-mern 02161 4049900 und 0800 4555500. Einen Überblick über die Maßnahmen gibt es unter https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs.

19.543 Personen waren in der Stadt Mönchengladbach im Februar 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Dies sind 288 Frauen und Männer mehr als im Januar (+1,5 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.466 Personen teil. Das sind 9 weniger als im Vormonat (-0,3 Prozent).

Im Rhein-Kreis Neuss waren 19.391 Personen im Februar 2021 unterbeschäftigt (ohne Kurzarbeit). Das sind 132 Frauen und Männer mehr als im Vormonat (+0,7 Prozent). An Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik nahmen 3.229 Männer und Frauen teil. Das sind 44 mehr als im Vormonat (+1,4 Prozent).

Entwicklung der angezeigten und realisierten Kurzarbeit

Für September 2020 rechneten mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach 2.099 Betriebe Kurzarbeit für 14.850 Angestellte ab. Davon entfielen nach neu vorliegen-den Zahlen 727 Betriebe und 5.357 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 1.372 Betriebe und 9.492 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss. Für Oktober 2020 rechneten laut erster Hochrechnung im Agenturbezirk 2.001 Betriebe für 13.942 Angestellte Kurzarbeit ab; die Werte für die Gebietskörperschaften liegen zum nächsten Arbeitsmarktbericht vor. Der bis dahin erreichte Höchstwert war im April 2020 registriert worden. Damals rechneten 4.742 Betriebe mit der Agentur für Arbeit Mönchengladbach Kurzarbeit für 37.454 Angestellte ab. Davon entfielen 1.663 Betriebe und 14.519 Personen auf die Stadt Mönchengladbach sowie 3.079 Betriebe und 22.935 Personen auf den Rhein-Kreis Neuss.

Die Zahl der neuen oder erneuten Anzeigen von Kurzarbeit, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bei der Agentur für Arbeit eingehen, ist in den vergangenen Wochen in Mönchengladbach und im Rhein-Kreis Neuss im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen. Im Februar 2021 (Stichtag 24. Februar 2021) sind bei der Arbeitsagentur Mönchengladbach 311 Anzeigen von konjunktureller Kurzarbeit für bis zu 2.582 Personen neu oder erneut angemeldet worden (Januar 2021: 690 Anzeigen für bis zu 5.520 Personen). Zu beachten ist an diesen Werten: Erstens wurde die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld für Betriebe, die schon vor dem 31. Dezember 2020 in Kurzarbeit gegangen sind, auf maximal 24 Monate verlängert. Dies macht allerdings eine erneute Anzeige des Arbeitgebers bei der Arbeitsagentur erforderlich. Zweitens ist es nicht zwingend, dass jede in den Anzeigen benannte Person tatsächlich kurzarbeiten wird. Die Anzeige ist nur eine Absichtserklärung des Arbeitgebers. Wie viel Kurzarbeit tatsächlich realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit ihre Abrechnungslisten für den jeweiligen Kalendermonat eingereicht haben. Dafür haben sie drei Monate Zeit.

Beratung zur Kurzarbeit für Arbeitgeber gibt es unter der Hotline 0800 4555520, Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr.