Zuwanderung ist der Wachstumstreiber

Stadt veröffentlicht Demografiebericht

Mönchengladbach wächst. Die Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Der jetzt vorliegende Demografiebericht von 2009 bis 2018 belegt diese Entwicklung in Zahlen. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 verzeichnete die Stadt Mönchengladbach 270.429 Einwohnerinnen und Einwohner (2011: 261.027).  

Die Bevölkerungsentwicklung beeinflusst viele Bereiche: Die Siedlungsstruktur, der Wohnungsmarkt, die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Verkehrsbelastung hängen unmittelbar mit dem Anstieg der Bevölkerung zusammen. Grundlage für fast jede planerische Überlegung und jede strategische Entscheidung ist eine Analyse und Vorausberechnung der Bevölkerungsentwicklung. "Der Demografiebericht zeigt Handlungsfelder auf, mit denen wir uns beschäftigen müssen, wenn es um die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt geht. Mit dieser Grundlage können wir qualitativ besser wachsen und ein passgenaues Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger entwickeln", so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin.  

Im Demografiebericht sind zwei unterschiedliche Tendenzen deutlich erkennbar. Die Anzahl der Einwohner mit deutscher Staatsangehörigkeit verringerte sich von 234.971 (2009) um 10.172 Personen auf 224.799 Personen (2018). Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl nichtdeutscher Einwohnerinnen und Einwohner von 27.497 Personen auf 45.630 Personen. Gleichzeitig veränderte sich im Berichtszeitraum auch die Zusammensetzung der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund. Die Osterweiterung der EU führte dazu, dass die Anzahl der Nichtdeutschen aus den Staaten Ost- und Südosteuropas zugenommen hat, während die Anzahl der Nichtdeutschen aus den sogenannten Anwerbestaaten stagnierte oder sogar zurückging. Die Anzahl der Personen mit türkischer Staatsangehörigkeit verringerte sich beispielsweise von 7.693 Personen (2009) um rd. 14 Prozent auf 6.744 Personen (2018). Während 2011 rund ein Viertel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hatte, liegt der Anteil zum Stichtag 31. Dezember 2018 bei rund einem Drittel. "Zusammenfassend ist klar erkennbar, dass das Wachstum insbesondere auf Zuwanderungseffekte zurückzuführen ist", so Bonin weiter. Darüber hinaus ist bei den Deutschen die Anzahl der Sterbefälle höher als die der Geburten, während bei den Nicht-Deutschen der Anteil der Geburten deutlich über der Sterbequote liegt.  

Der Demografiebericht belegt auch in Form von Zu- und Fortzügen, dass Mönchengladbach als Lebensmittelpunkt attraktiver wird. Da der Wohnraum im Rhein-Kreis Neuss immer knapper wird, gab es im vergangenen Jahr 1308 Zuzüge aus diesem Ballungsraum. Die Analyse der Zu- und Wegzüge zeigt, dass auch im Großraum Düsseldorf die Tendenz zum Zuzug in Umlandkommunen zunimmt.  

Aufschlussreich ist auch die Bevölkerungsentwicklung in den jeweiligen Stadtbezirken: Im Stadtbezirk Nord stieg die Anzahl der Einwohner von 74.211 (2009) auf 77.431 (2018). Die Stadtteile sind von dieser Entwicklung unterschiedlich betroffen: In Eicken gab es einen deutlichen Bevölkerungszuwachs, die Stadtteile Ohler und Hardter Wald haben im 10-Jahres-Vergleich an Personen verloren. Im Stadtbezirk Ost sank die Einwohnerzahl minimal von 59.309 Personen (2009) auf 59.183 (2018). Der Stadtbezirk Süd verzeichnet einen Anstieg von 84.774 (2009) auf 89.585  Personen (2018). Der Stadtteil Rheydt wächst am stärksten mit einem Zuwachs von 1.565 Personen. Im Stadtbezirk West blieben die Zahlen im 10-Jahres-Zeitraum weitgehend stabil (2009: 44.174, 2018: 44.230). Rheydt bzw. der Stadtteil Grenzlandstadion hat auch das jüngste durchschnittliche Lebensalter mit 40 bzw. 39,2 Jahren. Windberg weist den Höchstwert mit 48,8 Jahren auf.  

Der Demografiebericht steht auf der Website der Stadt Mönchengladbach unter stadt.mg/statistik in der Rubrik "Fachberichte" zum Download zur Verfügung.