Wohnungsmarktbericht ist erschienen

Wohnungsangebot und Prognose zeigt Perspektiven in Mönchengladbach auf

Der im Frühjahr angekündigte Wohnungsmarktbericht 2019 ist erschienen und informiert auf 60 Seiten ausführlich über das Wohnungsangebot sowie die Wohnungsnachfrage in Mönchengladbach und der Region. Darüber hinaus zeigt die "Nachfrageanalyse und Wohnungsnachfrageprognose bis 2038" des Gutachters empirica ag den zukünftigen Wohnraumbedarf auf. Die Prognoseberechnungen stellen fünf Szenarien vor, wie sich der Wohnungsbedarf zukünftig entwickeln kann. Für den Stadtdirektor und Technischen Beigeordneten Dr. Gregor Bonin ist der Wohnungsmarktbericht eine gute Planungsgrundlage, weil er über das aktuelle Marktgeschehen informiert und Trends aufzeigt: "Durch die Prognose zukünftiger Entwicklungen zeigt der Wohnungsmarktbericht uns Perspektiven auf, wie ein bedarfsgerechter und attraktiver Wohnungsmarkt geschaffen und erhalten werden kann. Die Rahmenbedingungen für Investitionen und Wohneigentumsbildung sind in unserer Stadt nach wie vor vergleichsweise günstig."

Die Baulandpreise steigen hier zwar auch, bleiben aber im regionalen Vergleich moderat. Ein deutlicher Preisanstieg für Bauland gibt es in einfachen Lagen des individuellen Wohnungsbaus (+18,9%) und im Geschosswohnungsbau (+22,9%). Deutlich wird ein starkes Preisgefälle zwischen Randlagen und den Zentren. Der Anstieg der Bevölkerungszahlen zwischen 2012 und 2017 schwächt sich ab und hat sich laut Bericht auf rund 270.500 Einwohner eingependelt. Allerdings verändert sich der Wohnraumbedarf, die Anzahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte wird weiter steigen. "Mit den Ergebnissen können wir nun die passgenauen Angebote schaffen, um den aktuellen Trends zu begegnen", so Bonin.

Die Anzahl der Wohnungssuchenden mit Wohnberechtigungsschein hat sich zwischen 2012 und 2017 rückläufig entwickelt, obwohl die Anzahl der Personen, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, seit 2012 steigt. Das könnte ein Beleg dafür sein, dass sich diese Haushalte auf dem freien Markt nach wie vor mit günstigem Wohnraum versorgen können. Zum 31. Dezember 2017 gab es in Mönchengladbach insgesamt 8.579 öffentlich geförderte Wohnungen, davon waren 7.122 Wohnungen Mietwohnungen und 1.457 Wohnungen öffentlich gefördertes, selbst genutztes Wohneigentum.

Die Nachfrage nach Wohneigentum nimmt zu: Neugebaute Eigentumswohnungen verteuerten sich im Zeitraum zwischen 2012 und 2017 um 36,2 %. Die Preise für neugebaute Ein- und Zweifamilienhäuser sind vergleichsweise gering gestiegen (+17,3 %), Ein- und Zweifamilienhäuser im Bestand sind um 27,3 % teurer geworden. Mönchengladbach lebt von der Bausubstanz. Der Großteil der Wohnungen wurde vor den 1990er Jahren gebaut, die Bautätigkeit war in der Zeit danach vergleichsweise gering. Ende 2017 gab es rund 137.300 Wohnungen. Für den Gutachter hat der Wohnungsmarkt in Mönchengladbach kein Mengen-, sondern ein Qualitätsproblem. Der Anteil an gehobenen und hochwertigen Mietwohnungen im Bestand ist geringer ausgeprägt als im Umland und der Region. "Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Klimawandels ist eine nachfrageorientierte Sanierung und Modernisierung des Bestandes in Mönchengladbach unumgänglich", betont der Stadtdirektor. Eigentümer sollen mit Hilfe von Fördermitteln der Wohnungsbauförderung ("Modernisierungsrichtlinie") dazu animiert werden, zukünftig mehr in ihren Bestand zu investieren.

Der Leerstand im Geschosswohnungsbau ist seit 2011 gesunken, der Durchschnittspreis bei der Nettokaltmiete steigt. Auch das weist auf eine steigende Nachfrage hin. Aber trotzdem werden rund ein Drittel aller in Mönchengladbach angebotenen frei finanzierten Mietwohnungen für 6,20 Euro/pro Quadratmeter oder weniger angeboten. Grob geschätzt können laut Wohnungsmarktbericht auf allen Wohnbaupotenzialflächen in den nächsten fünf bis zehn Jahren rund 5.000 Wohneinheiten mit Platz für bis zu 10.000 Personen entstehen.

Der Wohnungsmarktbericht sowie das Gutachten der empirica ag stehen auf der Website der Stadt Mönchengladbach als Download im Fachbereich Stadtentwicklung und Planung, Abteilung Statistik und Informationsmanagement, Handlungsfeld Wohnen zur Verfügung.