Wenn zwei sich streiten… - gibt es Schiedsleute!

Streit schlichten, vermitteln, Menschen wieder miteinander ins Gespräch bringen – Schiedsleute habe eine wichtige Funktion. Bei einem Workshop hob die Beigeordnete für  Recht, Soziales, Jugend, Gesundheit, Verbraucherschutz, Dörte Schall, diese noch einmal hervor.  

In Mönchengladbach haben sich am Freitag (13. April) Schiedsleute auf Einladung der Bundesvereinigung des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen zu einem Workshop mit dem Titel „Besser schlichten“ getroffen. Beigeordnete Dörte Schall begrüßte die Teilnehmer und sprach ihren Dank für ihr Engagement aus und hob die Bedeutung des Schiedsamtes für die Stadt noch einmal hervor: „Schiedsleute wie sie haben im Justizapparat eine wichtige Schlüsselposition inne:  gelingt es ihnen, eine Einigung der Konfliktparteien herbeizuführen, ist die Sache damit beendet und den Parteien bleibt der Gang zum Gericht erspart. Damit werden zum einen unsere Gerichte entlastet und zum anderen sorgen sie als Vermittler dafür, dass in dieser Gesellschaft etwas wieder stärker an Bedeutung gewinnt, das oft genug auf der Strecke bleibt: Das persönliche Gespräch miteinander. “

Bei der zweitägigen Veranstaltung in Mönchengladbach handelt es sich um einen sehr praxisorientierten Workshop  Er dient dazu, den Schiedspersonen Rüstzeug für die konkrete Verhandlungssituation zu geben.

Schiedsleute versuchen einen Streit zu schlichten.  Erst wenn hier keine gütliche Einigung der Parteien erzielt werden kann, gehen die Parteien mit dem Konflikt in die reguläre Gerichtsbarkeit. Insbesondere im Bereich der Nachbarschaftsstreitigkeiten, in denen ein Versuch der gütlichen Einigung obligatorisch und dem Gang zum Gericht generell vorgeschaltet ist, haben Schiedsleute dabei eine hohe Erfolgsquote. Doch auch im strafrechtlichen Bereich sind sie als Weg zum Privatklageverfahren tätig und verhandeln Straftatbestände wie Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und vieles mehr.

Dabei bleibt nicht nur der Gang vor Gericht erspart, sondern auch die damit möglicherweise anfallenden Kosten. Die Verfahren sind für den Bürger extrem kostengünstig und kurzfristig. Denn die Verfahren werden oft innerhalb weniger Monate abgeschlossen.  „Letztlich können also alle davon profitieren, wenn außerhalb des Gerichts eine Einigung erzielt werden kann. Und die Arbeit der Schiedsleute zeigt, dass oft eine neutrale dritte Person schon weiterhelfen kann, die dabei gar kein Jurist sein muss, sondern ein Gespür für Menschen hat, ihre Anliegen ernst nimmt und vermitteln kann. So wie es hier bei allen Schiedsleuten der Fall ist.“

Verteilt auf die Amtsgerichte Mönchengladbach (4 Schiedsamtsbezirke) und Rheydt (3 Schiedsamtsbezirke) gibt es hier sieben ehrenamtlich tätige Schiedspersonen, die sich bei Bedarf (Urlaub, Krankheit, Befangenheit) gegenseitig vertreten. Mönchengladbach ist Sitz eines Landgerichtes, zu dem neben Mönchengladbach und Rheydt auch die Amtsgerichte Erkelenz, Viersen und Grevenbroich mit ihren Schiedspersonen gehören. Die Bezirksvereinigung Mönchengladbach umfasst aktuell 43 aktive Schiedspersonen.