Von Baumbesetzern und anderen Umweltaktivisten

Austellung „Grief and Hope“ Andrea Bowers im Museum Abteiberg – 15. März bis 30. August 2020

Die neue Ausstellung "Grief and Hope" der Künstlerin Andrea Bowers im Museum Abteiberg steht schon beim Aufbau vor besonderen Herausforderungen. 
Denn wegen des Corona-Virus kann die Künstlerin, die in den USA in Los Angeles lebt, aktuell nicht nach Mönchengladbach kommen. Doch das Team des Museums Abteiberg hat Mittel und Wege gefunden, um die Künstlerin dennoch aktiv am Aufbau teilhaben zu lassen, erklärt Direktorin Susanne Titz: " Per Videokonferenz auf dem Smartphone sind wir mit ihr in den einzelnen Bereichen unterwegs gewesen und haben ihr erklärt, wie wir die Ausstellung aufbauen und wie es voranschreitet.
" Dies hat auch schon möglich gemacht, dass Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Am Geroweiher mit der Künstlerin sprechen konnten. Sie werden auch Führungen innerhalb der Ausstellung anbieten.

Diese große Einzelausstellung, die ab Sonntag, 15. März im Museum Abteiberg zu sehen ist, zeigt die multimediale Arbeit der Künstlerin Andrea Bowers. Sie versammelt zentrale Werke ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit Umweltaktivismus, Ökofeminismus und Klimagerechtigkeit. Bowers' Werk ist hochaktuell und zugleich Zeugnis für eine Zeit von rund zwanzig Jahren, in denen sich die heutige ökologische Krise unserer Welt anbahnte und nur wenige Künstlerinnen und Künstler den Umweltaktivisten dieser Jahre so nah waren wie diese US-Amerikanerin. 
Die Überblicksschau im Museum Abteiberg versammelt Objekte und Materialien aus der gesamten Zeit, von den frühen bis zu ganz aktuellen Sujets. 
Sie wird eine Verklammerung von Kunst und Aktivismus im Werk von Andrea Bowers aufzeigen, die existentielle Fragen nach der Aktivität von Gesellschaft und Kunst stellt. Angesichts der geografischen Lage von Mönchengladbach unmittelbar am rheinischen Kohlerevier von Garzweiler und Hambacher Forst ist Bowers' Projekt im Museum Abteiberg eine Ausstellung, die konkrete lokale Anschlüsse hat. 
"Sie hat uns im letzten Jahr ja bereits besucht und als wir uns darüber unterhalten haben, wie die Ausstellung genau aussehen soll, haben wir auch festgestellt, dass sie sehr gut Bescheid weiß über die Aktivitäten und Probleme in unserer Gegend. Auch hier besteht bereits Kontakt zu Aktivisten und deren Arbeit."

Die in Los Angeles lebende Künstlerin Andrea Bowers studierte in den frühen 1990er Jahren am California Institute of the Arts in Valencia, CA. In Skulpturen, Filmen, multimedialen Objekten, einem großen zeichnerischen Werk, vielfach textbasierten und dokumentarischen Arbeiten zeigt sie seither ihr Vermögen, ästhetische Praxis mit einer politischen Haltung, einer feministischen, sozialen und ökologischen Perspektive zu verbinden. Sie demonstriert zivilen Widerstand und dessen Übersetzung in eine künstlerische Sprache. Bowers betreibt eine Arbeit, die von historischem Bewusstsein und archivarischer Neugierde geprägt ist, die unsere Zeit thematisiert und gleichermaßen die Geschichte von politischem Aktivismus und dessen visuelle Sprachen. In ihren Sujets spiegeln sich die Diskurse der vergangenen zwanzig Jahre, die Entwicklungen der Auseinandersetzung über Ökologie, Umwelt- und Klimaschutz. Sie porträtieren auch die sich wandelnden Szenen der Aktivisten, die Trauer, aber auch die Energie und Hoffnung in ihnen - bis hin zur jungen indigenen Widerstandskämpferin Tokata Iron Eyes in Dakota, USA, von der Bowers' neueste Arbeit handelt. 
In vielen bedeutenden Sammlungen sind Arbeiten von Andrea Bowers inzwischen zu finden, u.a. im Hammer Museum, Los Angeles, MoMA und Whitney Museum of American Art, New York, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington DC, und MOCA, Los Angeles.

Gemeinsam mit dem Weserburg Museum in Bremen bereitete das Museum Abteiberg die beiden ersten großen Übersichtsausstellungen ihres Werks vor - mit weitgehend unterschiedlichen Objekten: im Weserburg Museum unter dem Titel LIGHT AND GRAVITY (26.09.2019 - 23.02.2020) mit vielen feministisch-sozialpolitischen Sujets, 
im Museum Abteiberg unter dem Titel GRIEF AND HOPE (15.03.-30.08.2020) mit ökologischem Schwerpunkt und einem ganz neuen Werkkomplex, in dem Bowers eine historische Annäherung an Petra Kelly, Joseph Beuys und die deutsche Umweltbewegung unternimmt. 
Basierend auf Bowers' ortsspezifischer Arbeit in beiden Städten entsteht nach den Ausstellungen ein dokumentarisches Buch.