Virtual Reality versus Augmented Reality in der Zentralbibliothek – neue Erfahrungen und vielleicht der Job von morgen

Wie ein großes Spiel sieht es aus, wie sich Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen der Realschule an der Niers sich am PC und mit Virtual Reality - Brille im Lesesaal der Zentralbibliothek im Carl-Brandts-Haus austoben. Doch was sie spielerisch hier ausprobieren und anwenden hat einen wichtigen Hintergrund: Es geht um Programmierung und um Technik, die in Zukunft immer mehr Raum einnehmen wird. Dem entsprechend werden auch junge Leute gesucht, die sich vorstellen können, beruflich in diese Richtung zu gehen.

Der Bereich "Gaming" ist dabei nur einer von vielen Bereichen, wo die Trendtechnologien Augmented Reality und Virtual Reality bereits ihre Anwendung finden, sagt Profi Willi Rack vom Mönchengladbacher Unternehmen Beampoint: "Klar, über die Spiele bekommt man die Jugendlichen erst einmal begeistert, aber diese Techniken werden zum Beispiel auch genutzt, um Simulationswelten zu erstellen und dort in Gefahrensituationen zu arbeiten. Auch im Bereich der Archäologie spielt es eine große Rolle. Viele Kulturdenkmäler werden erfasst und in Zukunft muss man nicht zwingend ins Flugzeug steigen, um sie sich anzusehen." Bekannt sind die Techniken etwa von Pokémon Go und Oculus Rift. Unter Anleitung von Profis wie Rack und Marc Flören von pointreef aus Düsseldorf wurden die Jugendlichen in diese Technik eingeführt und sie haben gelernt, eigene kleine VR- und AR-Anwendungen zu realisieren. So sieht man neben spielerischer Begeisterung auch kreativen Ehrgeiz bei den Jugendlichen.
"Diese Möglichkeit haben wir an der Schule natürlich so nicht und es ist schon Klasse, dass sie sich hier ausprobieren können", freut sich auch Informatiklehrer der Realschule an der Niers Stephan Kemper. Im Unterricht wird aber auch alles noch einmal aufgegriffen.

Die Stadtbibliothek unterstützt als Kooperationspartner den von dem MGConnect-Team der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach und dem zdi-Zentrum Mönchengladbach organisierten Workshop mit Räumen der Zentralbibliothek im Carl-Brandts-Haus und VR-Ausstattung. "Hier kann man schon ein wenig erahnen, wo unsere Zukunft hingehen wird. Natürlich werden wir auch weiter ein Ort für Bücher sein, aber solche Techniken, wollen wir hier verstärkt für viele nutzbar machen. Da stecken so viele Chancen und Möglichkeiten drin, virtuelle Museumsrundgänge, attraktive Bildungsmöglichkeiten in Form von speziellen Spielen oder sogar Zeitreisen. Ganze Städte können in der Virtual Reality in einer anderen Zeit dargestellt werden", sagt die Leiterin der Zentralbibliothek Brigitte Behrendt. Nach einer Sanierung und einem Ausbau des Gebäudes sollen solche Angebote noch viel stärker in der Bibliothek vertreten sein.

Für das MG-Connect Team ist es außerdem eine tolle Gelegenheit nicht nur Jugendliche für neue Techniken und deren Berufsfelder zu begeistern, sondern auch zu zeigen, was in diesem Bereich bereits in Mönchengladbach passiert. Eine Kooperation, wo alle Partner sich auch in Zukunft auf Wiederholungen freuen.