„Unser Stadtteil heißt nach einem Schokoriegel“ – Geschichtensammlerin Ghita Skali

Neue Atelierstipendiatin Ghita Skali. Erste Einblicke in ihre Arbeiten Ende November/Anfang Dezember im Köntges.

Was ist Realität und was nicht? Betrachtet man die Arbeiten der neuen Atelierstipendiatin Ghita Skali, kommt man letztlich zu diesem Ergebnis: Es gibt nur die Realität, die wir uns selber gestalten. Das passiert natürlich nicht völlig ohne Einflüsse von außen. Und so scheinen viele unterschiedliche Formen von Realität und Wahrheit parallel laufen zu können, ohne dass die Gesellschaft dadurch selbst ins Wanken gerät. Ghita Skali nimmt dabei aber keine Bewertung vor. Sie sammelt und aus dem was sie gesammelt hat entsteht wiederum eine Geschichte. „Mir geht es nicht darum zu zeigen, was falsch oder richtig ist. Ich lasse mir Sichtweisen erzählen und stelle sie nebeneinander“, beschreibt sie ihre Vorgehensweise mit der sie sich letztlich mit sozialen Fragen, der Wahrnehmung von ideologischen und nationalen Grenzen sowie der Bildung gesellschaftlicher Meinungen auseinandersetzt. 

Ihre künstlerische Herangehensweise besteht meist in einer tatsachenfundierten Untersuchung. In oft längeren Forschungsphasen schafft die Künstlerin so eine realistische und theoretische Grundlage ihrer Projekte. Ausgangspunkte bilden oft faszinierende Ereignisse, die wirklich stattfanden, wie der Bau eines Eiffelturms in Fez, die Erfindung einer unglaublichen kardiologischen Maschine durch den marokkanischen König oder die Tatsache, dass ein Stadtviertel in Kairo „Kit Kat“ genannt werden konnte und eine ganze Generation glaubt, dass der Name von der Schokoladenmarke stammt.  

Ihr künstlerisches Werk folgt meist einem dokumentarischen Stil, der von humorvollen und ironischen Passagen geprägt ist. Besonders wichtig sind Ghita Skali die entstehenden Inter-aktionen und Dialogräume der handelnden Personen in ihren Arbeiten. Auf diese Art und Weise gelingt es ihr verschiedene Meinungen und Blickwinkel einzufangen und neue Denkanstöße zu schaffen. Die Bandbreite der künstlerischen Ausdrucksformen Ghita Skalis reicht von Schrift über Fotografie, Video und Performance bis hin zur Installation.  

Die 29. Atelierstipendiatin der Stadt Mönchengladbach Ghita Skali aus Marokko hat am 20. Oktober die Atelierwohnung in der Steinmetzstraße zu einem sechsmonatigen Aufenthalt bezogen.  

Während die Stadt Atelier und Studio sowie die Organisation zur Verfügung stellt, wird der Aufenthalt mitsamt Ausstellung und Katalog seit Einrichtung des Stipendiums von der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung finanziert. Betreut wird Ghita Skali von der c/o-Künstlerförderung im Städtischen Kulturbüro. 

Einen ersten Einblick in die Videoarbeiten Ghita Skalis bietet die kurzfristig vom Kulturbüro mit der Künstlerin entwickelte Ausstellung „Playground“, die bereits am Donnerstag, 30. November 2017, um 19 Uhr  im Köntges auf der Waldhausener Straße 16, eröffnet. Am Abend der Eröffnung wird einmalig der circa 20 minütige Film „A trip down memory lane: The Markar“ gezeigt. Der Film wurde 2017 von der Initiative ‚Al Mawred Al Thaqafi‘, die junge arabische Künstler unterstützt, finanziert. Weitere Videoarbeiten sind bis einschließlich Sonn-tag, den 3. Dezember zu den angegebenen Zeiten im Köntges zu sehen.

(Köntges | Waldhausener Straße 16 | Eröffnung 30. November ,19 Uhr | Präsentation „A trip down memory lane: The Markar“, 20 Uhr | Öffnungszeiten: Fr  1. Dezember 16-19 Uhr / Sa 2. Dezember / 16-22 Uhr, So 3.Dezember, 16-18 Uhr ) 

 

Informationen zur künstlerischen Laufbahn:

Ghita Skali geboren 1992 in Casablanca, Marokko

• Seit 2017 Doktorandin an der Kunstakademie Clerment-Ferrand, Frankreich

• 2016-17 Postgraduiertenstudiengang an der Kunstakademie in Lyon, Frankreich

• 2011-16 Studium an der Kunstakademie Villa Arson, Nizza, Frankreich

• 2010-11 Berufsvorbereitende Kunstschule, Atelier Koronin, Paris, Frankreich

• vorgeschlagen von Jean Pierre Simon, Direktor der Kunstschule Villa Arson, Nizza

• Ghita Skali hat bereits in verschiedenen Ausstellungshäusern in Frankreich, Marokko Ägypten und Italien ausgestellt 

http://www.ghitaskali.com/ 

Bei näheren Auskünften und weiteren Informationen: www.co-mg.de/stipendium

per Email an co-mg@moenchengladbach.de oder telefonisch unter 02161 – 255 36 13