Strategische Handlungsfelder für zukünftiges Handeln in Mönchengladbach

Wachstumscontrolling legt Zwischenbericht im Hauptausschuss vor

Mönchengladbach steht, wie fast alle Kommunen in Deutschland, vor großen Herausforderungen: Die Finanzlage soll dauerhaft verbessert und die zahlreichen Pflichtaufgaben erfüllt werden. Gleichzeitig wollen Politik und Verwaltung mit der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt die Lebensqualität verbessern und mehr bürgernahe Angebote machen. Ein Spagat, der nicht ohne Prioritätensetzung geht, an der Verwaltung und Tochtergesellschaften ihr Handeln ausrichten. Die strategische Steuerung soll dazu den Kompass liefern. In der Sitzung des Hauptausschusses legte die dezernats- und konzernübergreifende Einheit Strategisches Controlling, die im Dezernat von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners angesiedelt ist, einen ersten Zwischenbericht über die aktuelle Lage der Stadt in zentralen strategisch relevanten Bereichen vor.

Der Bericht bietet eine transparente Basis für Diskussionen über zukünftige strategische Schwerpunkte und somit für eine konkrete Ausgestaltung der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt. "Die Stadt setzt sich hier bewusst kritisch mit ihrer Situation auseinander, denn nur wer die eigenen Schwächen kennt, kann sie auch nachhaltig verändern. Damit hat der kommunale Strategieprozess einen wichtigen Meilenstein erreicht", betont Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Die Details

Strukturelle Rahmenbedingungen: Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die soziostrukturelle Belastung und die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Fachkräften weisen Mönchengladbach als strukturschwache Region aus. Wachstumsbegünstigende Faktoren sind in Mönchengladbach vorhanden, jedoch besteht bei einigen Faktoren Nachholbedarf, etwa bei den Faktoren Bildung, (z.B. Potenzial an qualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräften und MINT, Anteil Beschäftigte in Forschung und Entwicklung), Innovation (z.B. Förderung von Forschung, Technologie, Innovation und Kooperation) und Branchen (z.B. Wertschöpfungsstarke Branchen und ein hoher Technologieanteil bei Arbeitsplätzen).

Finanzen: Die starke Konjunktur der vergangenen Jahre hat sich positiv auf die kommunalen Finanzen in Mönchengladbach ausgewirkt. Insbesondere die geringe Steuereinnahmekraft weist jedoch auf eine schwache Wirtschaftsstruktur hin. Die Stärkung und Ausweitung des Wirtschafts- und des Arbeitsmarktstandortes mit dem Ziel, Zuwanderungsgewinne bei jungen Familien und qualifizierten Arbeitskräften zu erschließen, stellt eine zukünftige Herausforderung dar. Eine gute Fachkräfteverfügbarkeit ist wiederum ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen, so dass sich diese beiden Faktoren gegenseitig wachstumsfördernd bedingen und zugleich die Demografiefestigkeit unterstützen.

Demografie: Die natürliche Bevölkerungsentwicklung (Geburten-/Sterbesaldo) ist seit Jahren negativ; das Bevölkerungswachstum in Mönchengladbach resultiert aus der Zuwanderung aus dem Ausland. Die unterschiedlichen Wanderungsbewegungen führen zu einer Veränderung der Bevölkerungsstruktur, welche die Stadt hinsichtlich der Integration in Bildung und Arbeit insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vor große Herausforderungen stellt.

Weitere Standortanalysen umfassen die Themen Wirtschaft und Arbeit, Digitaler Wandel (& Stadtentwicklung), Bildung und Erziehung, Soziale Teilhabe, Wohnen und Mobilität. Hier hat die Stadt strategisch relevante Handlungsfelder identifiziert, die in die weitere Diskussion um eine nachhaltige Entwicklung einfließen sollen.

Der Ausblick

In einem nächsten Schritt wird das Monitoring um Standortanalysen zu den Themen Klimaschutz und technische Infrastruktur, Freiraum und Umwelt, Stadtentwicklung, Wissenschaft und Hochschule, Sport, Kultur, Integration und Ordnung und Sicherheitsinfrastruktur mit der Beschreibung strategischer Handlungsfelder ergänzt. Die Entscheidungen zur Umsetzung strategischer Handlungsfelder sind die Voraussetzung, um deren Erfolge controllen zu können. Das finale Monitoring zu allen Themen ist zum Zeitpunkt der Aufstellung des Haushalts 2021 vorgesehen. Das Vorgehen ermöglicht die Basis für einen effizienten Mitteleinsatz, eine klare Faktenlage und innovative Herangehensweise für die politischen Akteure im kommunalen Handeln.