Stadtbibliothek in der Blücherstraße soll Schlüsselfunktion im Quartier einnehmen

Sanierung und Erweiterung im Bestand: Stadt strebt Architektenwettbewerb an und erhofft sich Fördermittel vom Land

Die Stadtbibliothek im Carl-Brandts-Haus in der Blücherstraße soll im Quartier des Gründerzeitviertels West eine Schlüsselrolle erfahren und sich vom Ort der reinen Mediennutzung zum öffentlichen Lernort, innovativen Vernetzungsraum und interkulturellen Treffpunkt entwickeln. Weniger Medien als vielmehr Menschen stehen dabei im Mittelpunkt. Bereits heute rücken Aktivitäten und Aktionen wie offene Werkstätten und  interaktives Lernen in den Vordergrund. Als Ort, an dem Stadtgesellschaft stattfindet, streben Kulturdezernent Dr. Gert Fischer und Bau- und Planungsdezernent Dr. Gregor Bonin gemeinsam mit Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek, eine veränderte, den gesellschaftlichen, kulturellen und technologischen Anforderungen geschuldete Ausrichtung der Einrichtung an, die in den 1960er Jahren als Zentralbibliothek konzipiert und 2013 unter Denkmalschutz gestellt wurde. „Die Bibliothek hat in ihrer Ausrichtung bereits eine sehr gute Vorarbeit geleistet und erfüllt heute schon vielfältige Funktionen jenseits des Kerngeschäftes Ausleihe. Nun muss sie aber mit Blick auf die Bibliothek des 21. Jahrhunderts in ihrer Raumstruktur und baulichen Situation im Bestand deutlich verbessert und angepasst werden“, formuliert Dr. Gert Fischer das Vorhaben Sanierung und Erweiterung der Zentralbibliothek im Bestand,  mit dem sich ab heute in der Sitzung der Bezirksvertretung Nord (17 Uhr, Rathaus Abtei)  die Politik beschäftigen wird.  

Wie genau die räumliche und bauliche Situation der zukünftigen Bibliothek aussehen könnte und welche Rolle der angrenzende  Adenauerplatz und die Verbindung ins Croonsquartier in den Gesamtüberlegungen spielt, soll ein Architektenwettbewerb ergeben, der, so sieht es der angestrebte Ratsbeschluss für die Sitzung am 20. Dezember vor, von der Verwaltung vorbereitet und ausgelobt werden soll. Dabei werden auch die vor kurzem vorgestellten Entwürfe eines studentischen Architekturwettbewerbes betrachtet, in denen unter anderem eine unterirdische Erweiterung und eine Riegelüberbauung für das denkmalgeschützte Gebäude von den Nachwuchsarchitekten vorgeschlagen wurden. „Wir haben mit unserem integrativen Ansatz die wunderbare Situation, dieses Haus in seiner Funktion zu stärken, das Quartier deutlich zu beleben und das direkte Umfeld behutsam mit einzubeziehen“, so Dr. Gregor Bonin, Beigeordneter für Bauen, Planen, Mobilität und Umwelt. Ob eine bauliche Erweiterung überhaupt notwendig ist, soll der angestrebte Architektenwettbewerb ebenfalls zeigen. „Wenn wir die Verwaltung auslagern, gewinnen wir alleine schon rund 600 Quadratmeter Fläche. In diesem Fall wäre ein Anbau nicht mehr zwingend notwendig“, ergänzt er.  

Die Pläne zur Sanierung und Erweiterung der Zentralbibliothek stehen im Zusammenhang mit dem Anfang des Jahres vom Rat beschlossenen Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzept  (IHEK), das mit zahlreichen Projekten und Maßnahmen eine spürbare Verbesserung des Bereiches Alt-Mönchengladbach vorsieht. Die Stadtbibliothek ist mit der geplanten Öffnung ins Quartier ein zentraler Baustein des städtebaulichen Förderprogramms IHEK, von dem sich die Stadt Zuschüsse in Millionenhöhe erhofft. Die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs sind Grundlage für die Antragstellung. „Läuft alles nach Plan, könnte Ende 2022 die Bibliothek in neuer Ausrichtung und neuem Glanz erstrahlen“, so Dr. Gregor Bonin.