Stadt hat seit 2016 über 218 Millionen Euro Kreditschulden abgebaut

Bei Krediten mit kurzer Laufzeit entlasten Negativzinsen den städtischen Haushalt /

Stetiger Schuldenabbau ist strategisches Ziel des Kämmerers im Rahmen von mg+

In den letzten drei Haushaltsjahren hat die Stadt ihre laufenden Kredite um insgesamt mehr als 218 Millionen Euro reduziert. Die Gesamtkreditverbindlichkeiten, sie bestehen aus Investitions- und Liquiditätskrediten, verringerten sich damit von 1.259,9 Millionen Euro (Ende 2015) auf 1.041,5 Millionen Euro zum 31.12.2018 - ein Minus von mehr als 17 Prozent. Während damit Ende 2018 rechnerisch Kreditschulden von 3.851 Euro je Einwohner in den Büchern standen, lag die Pro-Kopf-Verschuldung drei Jahre zuvor noch bei 4.726 Euro.

Neue Investitionskredite wurden in den letzten drei Jahren in Höhe von insgesamt 19,7 Millionen Euro aufgenommen, darunter überwiegend Förderkredite zu besonders günstigen Konditionen. Ansonsten konnte der investive Finanzhaushalt größtenteils aus eigener Kraft ausgeglichen werden. Die Rückzahlungen von Investitionskrediten beliefen sich auf nahezu den dreifachen Betrag der Aufnahmen: 58,1 Millionen Euro. Der Gesamtkreditbestand in diesem Segment verringerte sich damit von 332,1 Millionen Euro Ende 2015 auf 293,7 Millionen Euro zum 31.12.2018 (-11,6 Prozent).

Das Volumen der Liquiditätskredite, auch als Kassenkredite bezeichnet, sank von 927,8 Millionen Euro Ende 2015 innerhalb von drei Jahren auf 747,8 Millionen Euro - ein deutlicher Rückgang von 180 Millionen Euro oder 19,4 Prozent. Auch wenn allein im Jahr 2018 Erträge von über 1,4 Millionen Euro aus negativ verzinsten Krediten verbucht werden konnten, ist die Rückführung der Verbindlichkeiten ein wichtiges Ziel von Stadtkämmerer Michael Heck, um die Stadt im Rahmen der Entwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt zukunftsfest aufzustellen. Heck geht zwar im laufenden Jahr von einem weiterhin stabilen Zinsumfeld aus, sieht aber auch erste Anzeichen für eine sich eintrübende Konjunktur mit dem Risiko sinkender Steuereinnahmen und steigender Sozialtransfers. Den stetigen Schuldenabbau im derzeit günstigen Umfeld sieht Heck daher als die beste Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken, wobei die Entschuldung auch die weitere Umsetzung des Stärkungspaktes NRW unterstützen und die Haushalte künftiger Jahre entlasten soll. Um diese Ziele auch nachhaltig zu erreichen, ist aus Sicht des Kämmerers eine umfassende Altschuldenfondslösung unter Beteiligung von Bund und Land einzufordern.