Stadt erhält Förderung für einen „Green City Plan“

230.000 Euro vom Bund für einen Masterplan Elektromobilität

Der Dieselskandal und drohende Dieselfahrverbote waren in diesem Sommer Anlass für Bund und Länder zu handeln. Im Nationalen Forum Diesel kamen Vertreter der Politik, der Automobilindustrie und der Kommunen zusammen, um sich für eine nachhaltige Mobilität einzusetzen und pauschale Fahrverbote zu vermeiden.

Im Rahmen dieses Forums wurde u. a. der "Fonds: Nachhaltige Mobilität für die Stadt" eingerichtet. Dieser wird durch die Bundesregierung sowie der Automobilindustrie finanziert. Erklärtes Ziel dieses Fonds ist die Entwicklung eines individuellen Masterplans oder auch "Green City Plan" für Kommunen mit zu hohen NO2-Belastungen (Stickstoffdioxiden). Ein entsprechender Förderaufruf wurde im Herbst veröffentlicht.

Für Mönchengladbach wurden im Jahr 2009 erste Messungen an insgesamt vier Standorten durchgeführt. Diese ergaben, dass sowohl PM10 (Feinstaub) als auch NO2 über den zulässigen Grenzwerten lagen. Erste Maßnahmen wurden diesbezüglich bereits ergriffen, dennoch konnte nicht allen Überschreitungen entgegengewirkt werden. In der Aachener Straße halten die Überschreitungen beispielsweise weiter an (2016: 44 µg NO2/m³, anstelle des gesetzlich vorgeschriebenen Jahresmittelwerts von 40 µg NO2/m). Tendenz steigend!

Wenngleich die Überschreitungen bislang noch nicht so hoch sind wie in anderen Städten, droht bei weiterer anhaltender Überschreitung ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Dem soll vorgebeugt werden. Zudem ist es erklärtes Ziel der Stadt Mönchengladbach, im Rahmen der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt nachhaltige Mobilität zu fördern und den Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Modal Split zu senken sowie den Umweltverbund zu stärken. "Ziel ist es die Luftqualität und somit auch die Lebensqualität in unserer Stadt zu erhöhen", äußert sich Dr. Gregor Bonin, Planungsdezernent der Stadt.

Daher reichte die Stadt Mönchengladbach einen entsprechenden Förderantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ein und erhielt jetzt die Förderzusage. In einem Masterplan Elektromobilität, der mit 230.000 Euro Fördervolumen zu 100% gefördert wird, stehen die Elektrifizierung des Verkehrs, die Digitalisierung, die urbane Logistik, der Radverkehr und die Gestaltung eines nachhaltigen Mobilitätsystems im Vordergrund. Unter anderem soll eine Strategie zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für das gesamte Stadtgebiet sowie zur Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs entwickelt werden.

Für die gesamte Bearbeitung des Projekts stehen den Kommunen sieben Monate zu Verfügung. Hierbei handelt es sich um ein ehrgeiziges Programm. Bereits der Förderantrag musste kurzfristig binnen drei Wochen eingereicht werden. "Aber die Mühe hat sich gelohnt und wir freuen uns auf ein spannende Phase", so Carsten Knoch, Leiter der Stabsstelle Mobilitätsmanagement, wo das Projekt koordiniert wird. "Wichtig ist, dass wir gemeinsam mit Partnern eine abgestimmte und auf Mönchengladbach zugeschnittene Strategie entwickeln, um eine nachhaltige Mobilität entsprechend voranzubringen und Qualität zu fördern", fasst Dr. Bonin zusammen.