Sexuell übertragbare Erkrankungen: Gesundheitsamt kann Beratungsangebot erweitern

Auch wenn die Zahl der HIV-Infektionen zuletzt gesunken ist, sind die sexuell übertragbaren Erkrankungen wie Syphilis und Tripper (Gonorrhö), Chlamydien und Trichomonaden auf dem Vormarsch. Die allermeisten sexuellen Infektionen werden durch Chlamydien verursacht.

"Es ist wichtig, der Ausbreitung aller sexuell übertragbaren Infektionen entgegenzuwirken, da sie sich gegenseitig bahnen. Das bedeutet: Wer schon eine Infektion hat, bekommt umso leichter eine zweite", wissen die Fachfrauen aus der Aids-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes, die sich neben der klassischen AIDS-Aufklärung immer mehr der ganzheitlichen Beratung zur sexuellen Gesundheit widmen.

Ein gestern vom Rat der Stadt einstimmig betroffener Beschluss macht es möglich, dass das Gesundheitsamt sein kostenloses Beratungs- und Testangebot in diesem Bereich erweitern kann. Das dazu notwendige Geld soll überplanmäßig zur Verfügung gestellt werden.

"Die zusätzlichen Mittel versetzen uns in die Lage, das Testspektrum für die Beratungssuchenden zu erweitern", sagt Gesundheitsdezernentin Dörte Schall. Dies sei wichtig, weil die Dunkelziffer sehr hoch ist. Vor allem, weil die Infektionen zunächst symptomlos verlaufen. Dies hat oft fatale Folgen: Denn die ahnungslosen Betroffenen übertragen die Krankheit weiter und werden nicht behandelt, was zu zahlreichen Komplikationen bis hin zur Unfruchtbarkeit führen kann.