Sechsmonatige Vollsperrung für Brückenbau an der Viersener Straße angedacht

Planungswettbewerb für Brücke Bettrather Straße

Der für das Jahr 2021 vorgesehene Teilneubau des Brückenbauwerkes an der Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage macht Änderungen in der Verkehrsführung erforderlich, die jetzt im Planungs- und Bauausschuss noch einmal vorgestellt wurden. Die im vergangenen Jahr noch geplante einspurige Verkehrsführung während der Bauzeit wird nicht mehr favorisiert. Die Verwaltung schlägt der Politik alternativ eine sechsmonatige Vollsperrung der Brücke vor. Die Vollsperrung würde im nächsten Jahr vor den Osterferien beginnen (März 2021) und nach den Sommerferien (August/September 2021) enden. Die vorgestellte Alternativvariante würde die Bauzeit von 19 auf 14 Monate (inklusive Planung und Vorfertigung im Werk) reduzieren und wäre damit auch kostengünstiger. Die Verkehrsführung müsste nicht immer wieder angepasst werden, denn auch bei der ursprünglichen Variante wären sechs kurzzeitige Vollsperrungen unvermeidbar.

Klar ist, dass eine Vollsperrung über sechs Monate zu einer höheren Verkehrsbelastung in den umliegenden Straßen führen würde. Rund 10.000 Fahrzeuge queren die Brücke Viersener Straße täglich. Fünf Buslinien müssten umgeleitet werden. "Die Vollsperrung wird zu Einschränkungen und einer Mehrbelastung in den umliegenden Bereichen führen, aber nach unseren Verkehrsberechnungen wäre es immer noch in einem erträglichen Maße. Es ist machbar", erklärt Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Bereits weiträumig soll auf die Vollsperrung hingewiesen werden, damit Verkehrsteilnehmer die Möglichkeit haben, schon frühzeitig Ausweichrouten zu finden. Am Dienstag, 17. März, ist um 19 Uhr im Rathaus Abtei (Ratssaal) eine Bürgerinformationsveranstaltung für Anwohner und Anlieger geplant. Im Rahmen dieser Veranstaltung können auch Ideen und Anregungen mitgeteilt werden. "Wir setzen bewusst auf eine Bürgerbeteiligung, damit wir Einschränkungen auf ein Minimum reduzieren können", so Bonin weiter. Die Hermann-Piecq-Anlage selbst müsste während der Bauphase für eine Woche vollgesperrt werden, damit ein Raupenkran die Fertigteile für den Brückenoberbau in Position bringen kann. Da der Förderantrag bereits positiv beschieden wurde, muss bis Mitte 2020 die Vergabe des Bauauftrages erfolgen. Eine Beschlussfassung soll im nächsten Planungs- und Bauausschuss vorgelegt werden.

Die Brücke Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage wurde im Jahr 1967 als Spannbetonbrücke mit zwei getrennten Überbauten errichtet. Die alten Überbauten der Brücke werden durch einen neuen Überbau in Stahlverbundbauweise mit vergleichbarer Überbauhöhe ersetzt. Die vorhandenen Unterbauten (Widerlager und Stützen) werden weiter genutzt. Ein nachhaltiger und innovativer Ansatz, der bundesweit Vorbild-Charakter hat. Ende November wurden Tragfähigkeitsdefizite am Brückenbauwerk festgestellt. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wurde eine eingeschränkte Verkehrsführung auf der Brücke eingerichtet, die bis zum Baubeginn bestehen bleibt.

Die geplante Vollsperrung würde auch für Fußgänger und Radfahrer gelten. Die könnten allerdings die benachbarte Brücke Bettrather Straße zur Querung der Hermann-Piecq-Anlage nutzen. Hier folgt der Neubau später. Für die Brücke Bettrather Straße wurden zwei Förderanträge gestellt. Bei Gesamtkosten in Höhe von rund drei Millionen Euro würde der Eigenanteil bei der Variante A (Förderrichtlinien Nahmobilität der Bezirksregierung Düsseldorf) rund eine Million Euro betragen, bei Variante B (Investive Modellvorhaben, Bundesamt für Güterverkehr) sogar nur 300.000 Euro. Für die Brücke Bettrather Straße ist ein Planungswettbewerb angedacht. Das Ziel: eine Verbindung zu schaffen, die eine sichtbare Stadtmarke mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten, beispielsweise in Form von Sitzmöglichkeiten und Illumination, schafft und die vorhandenen Qualitäten im Freiraum weiterentwickeln kann. Die Bauausführung könnte 2022, ungefähr ein halbes Jahr nach Fertigstellung der Brücke Viersener Straße, erfolgen.