„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage ist ein Projekt von und für Schüler, das gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgeht und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen und gleichwertigen Gesellschaft leisten will.

Die Vertreter von sieben Schulen in Mönchengladbach, die bereits bei Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage mitarbeiten, sind am Dienstag, den 25.10.2016 in der Arbeitsstelle für interkulturelle Bildung und Integration (ABI) zusammengekommen und haben aktuelle Projekte vorgestellt.

Das Berufskolleg Volksgarten berichtete aus seinem Ghanaprojekt, über einen Moscheebesuch, interkulturelle Kochkurse und den Plan, Fußballspiele als weitere Integrationsmöglichkeit zu organisieren. Die Gesamtschule Volksgarten organisierte einen Kinder- und Jugendtrödelmarkt unter der Headline „Schule der Vielfalt“ und das  Humanistische Gymnasium stellte ihren interkulturellen Kalender vor.

Vertreten waren außerdem die Hans  Jonas Gesamtschule, die Realschule an der Niers, das Gymnasium Rheindahlen und die Grundschule Erich Kästner.

Als Highlight referierte Ahmad Kojo (21), ein in Mönchengladbach lebender junger Syrer, über seine Heimat und seine Flucht. Er erzählte wie viele verschiedene Religionen vor dem Krieg friedlich in seiner Heimat zusammen lebten und wie er 2011 den Arabischen Frühling in seinem Land miterlebte. Anhand eines Videos gab er Einblicke in das Kriegsgeschehen seiner Heimatstadt Aleppo und erläuterte, was der Ruf „Allah akbar“ für die meisten seiner Landsleute bedeutet: egal wie schrecklich das Geschehnis ist, Gott ist größer und wird nach dem Tod für Gerechtigkeit sorgen. Hier kennt man diesen Aufruf nur als Schlachtruf der Terroristen. Danach ließ er die Teilnehmer durch viele persönliche Fotos an seiner eigenen Fluchtgeschichte nach Deutschland teilhaben. So sahen wir ihn beim Kauf einer Rettungsweste in der Türkei, waren per Video bei der Bootsüberfahrt nach Lesbos mit dabei, wanderten und fuhren mit Zügen durch Europa bis hinauf nach Mecklenburg-Vorpommern. Danach gab es eine Schülerfragerunde. Hierbei wurden Fragen gestellt, wie z. Bsp.  Wie viel kostete die Reise? Wo ist deine Familie? Wie kommt man mit den Schleppern in Kontakt? Wo fühlst du dich zuhause? Was hast du für Eindrücke von Deutschland? Ein junger Mann fragte: „Ich bin deutscher Schüler, 19 Jahre alt. Was kann ich persönlich jetzt tun, damit der Krieg  aufhört?“ Darauf konnte natürlich auch Ahmad keine zufriedenstellende Antwort geben.  

Diese Veranstaltung hat den anwesenden Schülern und Lehrern so eine neue Sichtweise vermittelt und zum Nachdenken angeregt. Die Resonanz war überaus positiv. Viele Schüler und auch Lehrer wünschten sich, Vorträge wie den von Ahmad an ihren Schulen zu hören und die Projekte zum Thema Flucht und Migration weiter auszubauen.