Schäden an der Brücke Viersener Straße

Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge mit mehr als 30 Tonnen

Im Rahmen von Bauwerksprüfungen, die alle sechs Jahre durchgeführt werden, wurden an der Brücke Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage Schäden festgestellt, die die Tragfähigkeit beeinträchtigen. Als Sofortmaßname ist daher eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge mit mehr als 30 Tonnen des zulässigen Gesamtgewichtes erforderlich. Die dafür erforderlichen Umbau- und Markierungsarbeiten sowie entsprechende Anpassungen an der Ampelanlage sind bereits angelaufen. Für die Umbaumaßnahme muss die Zufahrtsrampe aus Richtung Hermann-Piecq-Anlage vom 11. bis 13. Dezember vollgesperrt werden. Eine entsprechende Umleitung wird eingerichtet. Da mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist, werden Verkehrsteilnehmer gebeten, den Bereich nach Möglichkeit weiträumig zu umfahren. Die für das Jahr 2021 bereits vorgesehene Teilneubau des Brückenbauwerkes befindet sich aktuell in der Planungsphase. Für Mitte 2020 ist die Vergabe des Bauauftrages für den neuen Überbau geplant. Danach kann mit den Werkstattplanungen und Werkstattfertigungen der Stahlbauteile begonnen werden. Aus heutiger Sicht kann 2021 mit den Abbrucharbeiten und der Herstellung des neuen Brückenüberbaus auf der Baustelle begonnen werden. "Die Schäden zwingen uns dazu, bis zum Brückenneubau mit einer veränderten Verkehrsführung ein Provisorium zu schaffen. Sicherheit geht vor. Allerdings zeigen die Schäden auch, dass es die richtige Entscheidung war, sich für einen Teilneubau zu entscheiden", so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin.

Zwei Varianten wurden untersucht: Bei der ersten Variante wäre der vorhandene Brückenbau ertüchtigt worden. Die Nutzungsdauer für das gesamte Bauwerk beträgt hier 20 Jahre, laut Kostenschätzung würden sich die Gesamtkosten auf rund 2,3 Millionen Euro belaufen. Der Planungs- und Bauausschuss entschied sich in seiner Sitzung vom 7. Mai für die zweite Variante: einen Teilneubau. Die alten Überbauten der Brücke werden durch einen neuen Überbau in Stahlverbundbauweise mit vergleichbarer Überbauhöhe ersetzt. Die vorhandenen Unterbauten (Widerlager und Stützen) werden weiter genutzt. Durch die getrennten Überbauten der Brücke kann die Herstellung des neuen Überbaus in zwei Bauabschnitten erfolgen. Begonnen wird mit dem Rückbau des westlichen Überbaus und dem Anschluss an die Zufahrtsrampe. Aufgrund der stadtauswärts engstehenden Randbebauung ist während dieser Zeit nur eine eingeschränkte Nutzung der bestehenden Fahrspuren möglich. Anschließend erfolgt die Umlegung des Verkehrs auf den neuen Teilüberbau und die Erneuerung der östlichen Seite. Erforderliche Sperrungen der Viersener Straße werden zeitlich so gering wie möglich gehalten, zum Beispiel durch den Einsatz von Fertigteilen. Die Bauabläufe werden mit den parallel vorgesehenen Abbrucharbeiten für das Gelände Maria Hilf koordiniert. Durch die Teilerneuerung ergibt sich unter Berücksichtigung der Restlebensdauer der Unterbauten eine Nutzungsdauer von 60 Jahren. Gemäß Kostenschätzung ergeben sich Gesamtkosten von ca. 2,9 Mill. Euro.

Der Ersatzneubau wird voraussichtlich nach der Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah) gefördert. Im Juli 2019 wurde der Bescheid zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn von der Bezirksregierung zugestellt. Im September wurden die Ingenieurleistungen vergeben. Im Zuge der anschließenden Planung durch das Ingenieurbüro erfolgten weitergehende statische Berechnungen, so dass weitere Tragfähigkeitsdefizite festgestellt wurden. Speziell im Bereich des Rampenanschlusses kommt es zu Lastüberschreitungen. Die Querkrafttragfähigkeit des Bauwerkes kann statisch nicht mehr ausreichend nachgewiesen werden. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wurden die Maßnahmen mit dem planenden Ingenieurbüro, dem Prüfingenieur und der Stadt abgestimmt. Die kritischen Stellen werden regelmäßig kontrolliert.

 

Infos zur Brücke 
Die Brücke Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage wurde im Jahr 1967 als Spannbetonbrücke mit zwei getrennten Überbauten errichtet. Mit der Einführung des Spannbetonbaus war es möglich, besonders filigrane Bauwerke herzustellen, die bis dahin in Stahlbetonbauweise nicht möglich gewesen wären. Daher wurden zur Materialeinsparung die Brückenquerschnitte bis auf das Äußerste reduziert. Die Mindestbewehrungen wurden in der damaligen Zeit nicht in der Stärke eingebaut, wie sie für die heutigen Brückenquerschnitte erforderlich und vorgeschrieben sind. Die Folge sind Rissbildungen in den Tragkonstruktionen.