Rheindahlens Stärken fördern und Schwächen beseitigen

Zwischenstand bei der Erarbeitung eines Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzeptes

Die Räumung des benachbarten Hauptquartiers (JHQ) und der damit verbundene Fortzug der britischen Streitkräfte sowie der Verlust von Arbeitsplätzen für deutsche Zivilisten hat in Rheindahlen spürbare Folgen gehabt - sozial und wirtschaftlich. Derzeit wird für den Stadtteil Rheindahlen ein Integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK) durch den Fachbereich Stadtentwicklung und Planung im Dezernat VI Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt erarbeitet, das bis zum September 2019 im Entwurf fertiggestellt und politisch beraten werden soll. Das IHEK soll aufzeigen, wie die Stärken des Stadtteils gefördert und Schwächen beseitigt werden können und ist Voraussetzung für die Teilnahme am Städtebauförderprogramm von Bund und Land. Ein Zwischenstand wurde jetzt in der Bezirksvertretung West vorgestellt.

Die ersten Ergebnisse aus den Beteiligungsverfahren mit Bürgerinnen und Bürgern, die unter anderem im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans Stadtbezirke stattgefunden haben, zeigen, dass die Verkehrsinfrastruktur als "gut" wahrgenommen wird, es aber Defizite in der Nahmobilität gibt. "Eine ganz wichtige Funktion nimmt der Marktplatz als Nahversorgungszentrum und Treffpunkt ein", betont Pia Dülpers vom Fachbereich Stadtentwicklung und Planung. Weitere Erkenntnisse aus der Befragung: Freizeit- und Bildungseinrichtungen sind zwar vorhanden, aber das Kulturangebot ist ausbaufähig. Auch eine steigende Nachfrage nach Wohnraum wird festgestellt. Thematische Handlungsschwerpunkte zur Erarbeitung des IHEK sind eine Stärkung des Zentrums, die Aufwertung von Wegeverbindungen und mehr Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten. "Die Aufenthaltsqualität am Marktplatz und in der Fußgängerzone sollte verbessert werden. Auch eine Reduzierung des Kfz-Verkehrs ist ein Ziel", so Dülpers. Eine weitere Möglichkeit, die Stärken des Stadtteils hervorzuheben, ist eine stärkere Inszenierung der historischen Struktur. Beispielsweise könnte die historische Wallanlage durch einen Geschichtspfad hervorgehoben oder städtebaulich prägende Gebäude besser inszeniert werden.

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Das Beteiligungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Derzeit erfolgt eine jahrgangsübergreifende Beteiligung der Schülerinnen und Schüler der beiden weiterführenden Schulen (Anna-Schiller-Schule und Gymnasium Rheindahlen), um weitere Ideen und Anregungen zum Stadtteil zu sammeln. Auch eine Beteiligung der unterschiedlichen Fachbereiche in der Stadtverwaltung ist im Gange. In Vorbereitung befindet sich eine explizite Beteiligung einzelner Vereine in Rheindahlen. Zum Abschluss des bürgerschaftlichen Beteiligungsprozesses soll im Spätsommer, nach dem Entwurfsbeschluss, eine Projektmesse stattfinden, auf der die aus den vorherigen Schritten erarbeiteten Maßnahmen der Bürgerschaft vorgestellt werden.

Sollte Rheindahlen in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen werden, könnten bei einem positiven Förderbescheid bereits 2020 mit den ersten Maßnahmen begonnen werden