Rathaus der Zukunft mg+: Intensiver Dialog mit der Bürgerschaft

Stadt stellt sich gemeinsam mit Architekturbüro den Fragen im Ernst-Christoffel-Haus

Das Ernst-Christoffel-Haus platzte aus allen Nähten. Mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende und politische Vertreter nutzten die Möglichkeit, bei einer Bürgerinformationsveranstaltung mehr zum geplanten Rathaus der Zukunft mg+ zu erfahren. Auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Rheydt stellten Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Technischer Beigeordneter und Stadtdirektor Dr. Gregor Bonin und Stadtkämmerer Michael Heck gemeinsam mit dem Siegerbüro (sop Architekten GmbH) den Siegerentwurf für das Rathaus der Zukunft mg+ vor. Geleitet wurde die Diskussionsrunde von den Pfarrern Stephan Dedering und Olaf Nöller. "Ich habe mich sehr gefreut, dass so viele Bürgerinnen und Bürger gekommen sind. Man sieht, dass dieses Thema bewegt. Und der konstruktive Dialog hat gezeigt, dass viele das Rathaus der Zukunft als Chance begreifen und sich beteiligen wollen", so der Oberbürgermeister nach der Veranstaltung.

Nach einer kurzen Präsentationsrunde, die anschaulich noch einmal alle Fakten in komprimierter Form zusammenfasste, stand der Austausch im Fokus, der geprägt war von vielen positiven Beiträgen, die grundsätzlich das Planungsvorhaben bestärken und die Stadt in der Fortführung motivieren. Es gab zahlreiche Fragen, Ideen und Anregungen. Ein Thema war die Sorge um die Aufenthaltsqualität. Es wurden Bedenken geäußert, ob das neue Rathaus tatsächlich ein Frequenzbringer sein kann. "Was ist die Alternative? Ohne Kundschaft funktioniert der Einzelhandel nicht. Wir werden mit diesem Projekt mehr Kaufkraft in die Stadt holen. Nichtstun ist keine Option. Der Perspektivwechsel ist bereits erfolgt", antwortete Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin auf einen Wortbeitrag, der einen Perspektivwechsel in der Stadtverwaltung und Fokussierung auf andere Innenstadtbereiche einforderte. Auch die Kosten waren ein Thema. Kämmerer Michael Heck machte deutlich, dass das für den Rathausneubau einzuplanende Budget nicht auf andere Bereiche verteilt werden kann. "Dieses Geld würde zusätzlich zur Verfügung stehen und würde von der Bezirksregierung ausschließlich für den Rathausneubau genehmigt, weil wir durch den Rathausneubau langfristig kosten sparen können", so Heck. Weitere Fragen bezogen sich auf die Verkehrssituation im Innenstadtbereich, das geplante offene Bürokonzept und Umweltschutz. Das Architekturbüro zeigte auf, dass Ökologie und Nachhaltigkeit im Siegerentwurf eine entscheidende Rolle spielen.

Der Planungsdezernent stellte klar, dass der Siegerentwurf nicht in Stein gemeißelt ist und Ideen und Anregungen weiter Bestandteil der Planungen sind. "Wir haben beispielsweise die Hinweise auf die Durchlässigkeit mit aufgenommen und sind mit dem Architekturbüro im Gespräch, wie wir die Durchgänge zwischen Stresemannstraße und Marktplatz gestalten können", so Bonin. Am Ende der Veranstaltung hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, Ideen und Anregungen auf einem Kärtchen zu notieren und abzugeben.

Die nächste Bürgerinformationsveranstaltung zum Rathaus der Zukunft ist fest eingeplant. "Wir wollen das Konzept beibehalten, die Bürgerschaft mitzunehmen und am Entwicklungsprozess zu beteiligen. Wir wollen offen und transparent aufzeigen, wie wir dieses Leuchtturmprojekt für Mönchengladbach zum Erfolg führen wollen", erklärt der erste Bürger der Stadt.