Rathaus der Zukunft mg+: Acht Entwürfe sind weiter im Rennen

Preisgericht bewertet 16 Entwürfe: Meilenstein erreicht, abschließende Entscheidung im November

Der mehrstufige Planungswettbewerb für das Rathaus der Zukunft mg+ hat einen weiteren Meilenstein erreicht und geht in die zweite Phase. In über zehnstündiger Sitzung wurden gestern in einer Preisgerichtssitzung für die erste Phase aus 16 anonymen Entwürfen acht Arbeiten ausgewählt, die im Rennen bleiben und von den Teilnehmern für die abschließende Preisgerichtssitzung im November weiter qualifiziert werden sollen. Bis in den Abend hinein hat das rund 40-köpfige Preisgericht aus Fach- und Sachpreisrichtern sowie Sachverständigen aus externen Architekturbüros, Politik und Verwaltung um die besten Lösungsansätze für das Rathaus der Zukunft mg+ am Standort in Rheydt diskutiert. "Gerade vor dem Hintergrund der äußerst komplexen und diffizilen Aufgabenstellung hat sich das Preisgericht auf acht Entwürfe geeinigt, die es unbedingt wert sind, in dem einen oder anderen Punkt noch einmal nachgebessert und ins abschließende Rennen geschickt zu werden. Insgesamt weisen alle 16 Entwürfe, die wegen des laufenden Wettbewerbsverfahrens unbedingt anonym zu behandeln sind, hervorragende Qualitäten auf. Sie alle hätten das Zeug, gute Voraussetzungen für ein modernes Rathaus der Zukunft zu schaffen und den Standort Rheydt als Blickfang und Frequenzbringer zugleich weiter nach vorne zu bringen", so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der als Sachpreisrichter an der Preisgerichtssitzung unter dem Vorsitz des Düsseldorfer Architekten Prof. Karl-Heinz Petzinka teilnahm. Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin, als Fachpreisrichter ebenso im Preisgericht, dazu: "Das Preisgericht hat es sich in der Sichtung und Bewertung der Entwürfe nicht leicht gemacht, schließlich lieferten alle 16 Entwürfe gute Ansätze, die vom Preisgericht nach intensiver Abwägung auf Machbarkeit und Innovationskraftgeprüft wurden. Die ausgewählten acht Entwürfe sind mit Blick auf die hohen Qualitätskriterien vielversprechend".

Zu den Kriterien, die bei der Ausformulierung der Entwürfe zu berücksichtigen und vom Preisgericht zu bewerten waren, zählten neben der Funktionalität, der städtebaulichen Einbindung in das direkte Umfeld und der Einhaltung des Raumbedarfsprogramms auch das Planungsrecht, der Einsatz moderner Techniken , Ökologie und Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit sowie die Berücksichtigung des Denkmalschutzes für Teile des historischen Rathauses. Die Entwürfe lieferten eine breite Palette an Lösungsmöglichkeiten, wie sich das Rathaus der Zukunft auf den drei Baufeldern altes Rathaus, Karstadt-Warenhaus und Stadtsparkasse in der Formulierung der Baukörper und der Berücksichtigung der Freiräume zukünftig darstellen und sich als Impulsgeber in die Rheydter Innenstadt einfügen könnte. Die Themen Fassadengestaltung und Materialwahl, Öffnung zum Marktplatz, Begrünung spielen in den Entwürfen eine zentrale Rolle wie auch die Nutzung regenerativer Energien als Antwort auf die ökologische Nachhaltigkeit. "Wir sind mit dem Ergebnis der gestrigen Preisgerichtssitzung sicherlich einen großen Schritt nach vorne gekommen. Aber es stehen zur Realisierung des Projektes noch wichtige Entscheidungen an, was die Finanzierung und die Organisationsform zur Umsetzung des Projektes angeht. Letztendlich mündet das Verfahren in einen Investitionsbeschluss und Baubeschluss voraussichtlich Anfang 2020 durch den Rat", erläutert Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners die weiteren Schritte.

Mit dem Projekt Rathaus der Zukunft mg+ verfolgt die Stadt das Ziel, die Anzahl der 26 dezentral über das Stadtgebiet verteilten Verwaltungsstandorte zu reduzieren. Geplant ist durch Neubau, Umbau und Sanierung der Bau eines zukunftsweisenden Ensembles im Karree zwischen Limitenstraße und Harmoniestraße, Marktplatz und Stresemannstraße, das mit dem Technischen Rathaus, dem Allgemeinen Rathaus und dem Sozialen Rathaus sowie unter Berücksichtigung der Stadtteilbibliothek Rheydt und der Stadtsparkasse ein zeitgemäßes und gesundes Arbeitsumfeld für etwa 1.900 Mitarbeiter schafft. Dabei soll das Projekt auch in ökologischer Hinsicht Maßstäbe setzen und innovative Konzepte zur erweiterten Nachhaltigkeit, wie z.B. die des "Cradle to Cradle"-Prinzips aufnehmen und Prinzipien des gesunden Bauens im Sinne des "Healthy Building Network" zur Grundlage nehmen.

Die strengen Wettbewerbsanforderungen schreiben nicht nur zwingend vor, dass die Entwürfe anonym bewertet werden. Die Namen der Büros sind lediglich dem Wettbewerbsorganisator, dem Berliner Büro (phase eins) namentlich bekannt, und bleiben auch bis zur abschließenden Preisgerichtssitzung im November für die Öffentlichkeit streng geheim unter Verschluss.