Projekt euregio Campus leistet Beitrag zu vereintem Europa

In der Textilakademie NRW in Mönchengladbach war jetzt offizieller Auftakt zum Projekt "euregio campus Limburg/Niederrhein". Ein Projekt, das einen Beitrag zur europäischen Integration leisten wird. Denn erklärtes Ziel ist es, die Städte Mönchengladbach, Krefeld und Venlo sowie die Hochschulen Niederrhein und Fontys in Venlo als grenzüberschreitende, einheitliche Bildungsregion zu profilieren. Das Projekt startete bereits am 1. Januar 2019 und wird bis Ende 2021 mit 1,8 Millionen Euro durch die Europäische Union, das Land Nordrhein-Westfalen und die niederländische Provinz Limburg gefördert.

Wie relevant das Projekt für die Region ist, sah man an den anwesenden Gästen: Wirtschaftsförderer, Hochschulprofessoren, Politiker sowie Vertreter des Stadtmarketings waren in die Textilakademie NRW am Campus Mönchengladbach der Hochschule Niederrhein gekommen. Dort begrüßte sie Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mit den Worten: "Grenznahe Regionen sind die Nahtstellen Europas - diese gilt es zu festigen. Dieses Projekt trägt dazu bei, die Barrierewirkung der Grenze zu verringern."

Das Projekt, an dem Wirtschaftsförderungen und Hochschulen der Städte Krefeld, Mönchengladbach und Venlo zusammen arbeiten, verfolgt drei Hauptziele: die Wahrnehmung der euregio rhein-maas-nord als Bildungsregion soll erhöht werden, die beiden Hochschulen durch grenzüberschreitende Studienangebote miteinander verflochten sowie die Attraktivität der euregio als Arbeitsmarkt und Wohnort für Absolventen erhöht werden.

Projektleiter Professor Dr. Rüdiger Hamm, zugleich Leiter des Niederrhein Instituts für Regional- und Strukturforschung (NIERS) der Hochschule Niederrhein, stellte erste Arbeitsschritte vor. So wurden bereits Studierenden-, Unternehmens- sowie Bürgerbefragungen initiiert, ein Erasmus-Agreement zwischen Fontys Hochschule und Hochschule Niederrhein verabredet, gemeinsame Lehrveranstaltungen, Karrieremessen für Studierende sowie Infoveranstaltungen für Studieninteressierte geplant. "Wir haben uns mit dem Projektteam bereits erfolgreich auf den Weg gemacht", sagte Hamm.

"Was Sie hier machen, ist genau das Richtige", ermutigte Dr. Loek Geeraedts, Vorsitzender der Bundesgemeinschaft für deutsch-niederländische Zusammenarbeit, der zugleich einschränkte: "Einfach wird es nicht. Sie werden auf Widerstände stoßen. Aber das Projekt ist für die deutsch-niederländischen Beziehungen von unschätzbarem Wert."

Zuvor hatte Janosch Nieden, Direktor von "Eucor - The European Campus", das deutsch-französisch-schweizerische Projekt in der Grenzregion Oberrhein vorgestellt. Dort bilden die Universitäten Freiburg, Karlsruhe, Basel, Straßburg und Colmar den Europa-Campus. Gemeinsam haben die fünf Universitäten bereits erfolgreich Projekte beantragt, ein gemeinsamer Cluster Sustainability research wurde jüngst gegründet. Eine Art Blaupause für das Projekt am Niederrhein?

"Wir Lehrenden und Forschenden haben in den vergangenen Jahren enorm von Europa profitiert", sagte Professor Dr. Berthold Stegemerten, Vizepräsident der Hochschule Niederrhein. "Mit diesem anwendungsnahen Projekt haben wir die große Chance, etwas für Europa zu tun." Stegemerten betonte die Chancen, die sich aus dem Projekt ergeben könnten: "Wir müssen uns gemeinsam fragen, welche Kompetenzen unsere Absolventinnen und Absolventen in fünf bis zehn Jahren benötigen. Dabei können wir voneinander lernen."

Für die Gemeinde Venlo sprach Stadtrat Ad Roest von einer großen Chance, die das Projekt der Grenzregion biete. In der anschließenden Podiumsdiskussion, die wie der Rest des Abends von Jan Oostenbrink von Intercultural Management / Crossboarder Cooperation moderiert wurde, wurde auch das noch einmal deutlich: Der euregio-Campus ist ein ambitioniertes Projekt, das besonders in politisch aufgewühlten Zeiten wie diesen einen wichtigen Schritt zur europäischen Zusammenarbeit darstellt.