Oberbürgermeister Reiners zeichnet großes ehrenamtliches Engagement aus

Vier Ehrennadeln und ein Verdienstkreuz am Bande gingen an Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher, die sich in vielen unterschiedlichen Bereichen in der Stadt ehrenamtlich einsetzen.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hat heute (22. November) im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus Abtei fünf Bürger, die sich über viele Jahre ehrenamtlich in unterschiedlichen Projekten und Institutionen engagiert haben, geehrt. Vier haben aus seiner Hand die Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach erhalten, dazu gehören Jutta Stahl unter anderem für ihre Unterstützung an der Grundschule Uedding, Bernhard Hintzen für sein Engagement in der Venner Bruderschaft St. Josef und in der Pfarre St. Maria Empfängnis, Rolf Taubner für die Leitung des Lauftreffs MG-Volksgarten und Stephand Weuthen für sein großes Engagement im Chor der Pfarre St. Peter Waldhausen und in der gesamten Gemeindearbeit. Heinz Rheinländer erhielt im Rahmen der kleinen Feierstunde das Bundesverdienstkreuz. Ihn zeichnet vor allem sein jahrzehntelanges Engagement im sozialen Bereich aus, insbesondere in der Integration behinderter Menschen.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners dankte allen auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger: „Ihr Einsatz geschieht freiwillig, ehrenamtlich und unter Verzicht auf Freizeit. Sie übernehmen damit eine Verantwortung und wirken aktiv am städtischen Geschehen mit. Politik und Verwaltung können nur Rahmenbedingungen schaffen. Erst Ihr ehrenamtlicher Einsatz füllt diesen Rahmen mit Leben. Das ist gut für Mönchengladbach.“  

Die Verdienste der Geehrten im Einzelnen:

Jutta Stahl ist seit 18 Jahren an der Grundschule Uedding  ehrenamtlich tätig. Obwohl ihre beiden Söhne nicht mehr Schüler dieser Schule sind, blieb sie ihr bis heute treu. Im Jahr 2000 entstand die Idee des „Schulfrühstücks“. 2001 übernahm Jutta Stahl die Organisation und leitet bis  heute ein Team von ehrenamtlichen Frühstücksmüttern und  –vätern, die zweimal die Woche  ein liebevoll und abwechslungs-reich zubereitetes Frühstück für alle Schülerinnen und Schüler zum Selbstkostenpreis anbieten. Das Schulfrühstück ist bei allen Kindern äußerst beliebt.

Ein weiteres Anliegen ist Jutta Stahl die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte – insbesondere geflüchteter Menschen. Es ist ihr wichtig, Eltern ohne bzw.mit geringen Deutschkenntnissen in ihrem Team zu integrieren.Mit ihrer herzlichen Art, gelingt ihr das sehr gut. Sie begegnet den Menschen mit Wertschätzung, ermutigt sie Gerichte ausihrer Heimat beim Schulfrühstück oder bei Festen anzubieten. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Sprachförderung und zur sozialenIntegration. 2007 übernahm sie ehrenamtlich eine Koch-AG im Rahmen des Offenen Ganztags. Seit 2011 ist sie für diese Aufgabe nebenberuflich feste Kooperations-Partnerin des OGS-Trägers.Die Kinder lernen dort viel über gesunde Ernährung, kaufen gemeinsam ein und bereiten zusammen Gerichte zu. Gerade für Kinder, in deren Elternhäuser gemeinsames Zubereiten und Einnehmen von Speisen keinen hohen Stellenwert hat, war und ist die Koch-AG eine große Bereicherung.

Ganz nebenbei vermittelt Jutta Stahl den Kindern christliche Werte. In der Koch-AG werden für einen guten Zweck Marmelade und Apfelmus gekocht und Plätzchen gebacken. Bei der Laternenausstellung werden diese dann verkauft und eine Hälfte des Erlöseswird an Institutionen, z.B. die Insel Tobi (Palliativstation des Krankenhauses Neuwerk) gespendet. So lernen die Kinder den Wert des Teilens und erfahren, wie zufrieden es machen kann, anderen zu helfen. 

Bernhard Hintzen arbeitet seit mehr als 29 Jahren in Venn ehrenamtlich. Er war in verschiedenen Funktionen für die St. Josef Bruderschaft tätig. Zunächst war er 13 Jahre Schriftführer. Dann wählte ihn die Bruderschaft zum Präsidenten. Dieses Amt übte er von 2004 bis 2013 aus. Innerhalb dieser Amtszeit fiel auch das glanzvolle 125-jährige Jubiläum der Bruderschaft. Bis heute ist Bernhard Hintzen Ehrenpräsident  in der St. Josef Bruderschaft Venn von 1884 e.V. Seit 2013 ist Bernhard Hintzen Mitglied des Kirchenvorstandes der Pfarre. Mittlerweile wurde er zum Vorsitzenden des Fördervereins der Kirche St. Maria Empfängnis Venn gewählt. Seine Visionen zum Umbau der Venner Pfarrkirche und des anliegenden ehemaligen Pfarrgartens unter Einbeziehung des Mürrigerplatzes nehmen mittlerweile Gestalt an und werden dank des unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes von Herrn Hintzen vorangetrieben. 

Rolf Taubner leitet seit mehr als 30 Jahren bei Wind und Wetter den Lauftreff MG-Volksgarten. Jeden Montag und Mittwoch werden mehrere Distanzen angeboten. Es sind alle Leistungsniveaus vertreten. Zum 30-jährigen Bestehen des Lauftreffs MG-Volksgarten kann man festhalten, dass die Geselligkeit und Kameradschaft sehr groß geschrieben wird. Für diese jahrzehntelange positive Entwicklung ist vor allem der Gründer Rolf Taubner, verantwortlich.

Er geht ungewöhnliche Wege, um neue Lauftreffteilnehmer zu finden. Er inseriert in der Zeitung und hat Erfolg damit. Er sorgt dafür, dass der Lauftreff im Wettkampfgeschehen dabei ist, insbesondere im Gladbacher Raum und überregional bei Marathonläufen. Der Lauftreff hat es geschafft, eine große Anzahl von Lauffreudigen nicht nur zum gemeinsamen Laufen, sondern auch zu anderen Events (Fahrradtouren und Lauftreff-Feiern etc.) zusammenzubringen. 

Stephan Weuthen engagierte sich schon in jungen Jahren ehrenamtlich in der Pfarre St. Peter Waldhausen. Er war Messdiener und Mitglied im Pfarrgemeinderat. acht Jahre arbeitete er im Kirchenvorstand mit. Seit 1976 singt Herr Weuthen im Rhythmuschor der Pfarre. Er wurde vom Chor für die Zeit von 1977 bis 1980 zum 2. Vorsitzenden und im Januar 1988 zum 1.Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt übt Herr Weuthen bis heute vorbildlich und unermüdlich aus. Er feierte im Januar 2018 sein 30-jähriges Jubiläum.

Als 1. Vorsitzender organisierte er die Nikolaus- bzw. die St. Martinsfeiern mit großem Engagement. Er knüpfte Kontakte zum Rathaus und zu anderen Kirchen. Daraus resultierten das Rathausinnenhof-Konzert und die Begleitung durch den Rhythmuschor  an den  Konfirmanden - Gottesdiensten in der Christuskirche. Außerdem organisierte er mit viel Zeitaufwand die Übungs-Wochenenden für den früher alle zwei Jahre stattfindenden Liederabend. Stephan Weuthen singt nicht nur im Chor, sondern spielt auch das Schlagzeug. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass der Chor während der Erkrankung des Musikleiters einen Ersatz bekam und somit die drohende Auflösung abgewendet werden konnte. 

Heinz Josef Rheinländer hat durch sein jahrzehntelanges Engagement im sozialen Bereich, insbesondere in der Integration behinderter Mitmenschen, auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Bis zu seinem zum Ruhestand im Jahr 1999 war er als technischer Angestellter und Kundendienstleiter tätig. Seit mehreren Jahrzehnten setzt er sich in vorbildlicher Weise für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein. Von 1978 bis 2003 bot der „Evangelische Kirchenkreis Gladbach-Neuss“ in Mönchengladbach Familienfreizeiten für Familien mit behinderten Kindern an. Diese Veranstaltungen wurden von Heinz Josef Rheinländer gemeinsam mit seiner Ehefrau ehrenamtlich organisiert und durchgeführt. Dabei handelte es sich um Familienerholungsmaßnahmen, die in den teilnehmenden Familien zu einer wachsenden Atmosphäre von Schutz, Vertrauen und Fürsorge führen sollen.

Er ist seit dem Jahr 1971 auch Mitglied im Verein „Lebenshilfe Mönchengladbach e.V.“, und seit 1988 ist er Zweiter Vorsitzender dieses Vereins.In dieser Funktion ist er auch zuständig für technische Belange, für den Bau von Wohnstätten, für die Begleitung von Umbaumaßnahmen sowie für die Durchführung von Freizeitmaßnahmen. So war Heinz Josef Rheinländer bereits für mehrere größere Bauprojekte des Vereins „Lebenshilfe“ maßgeblich verantwortlich, unter anderem für den Neubau von vier Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen. Außerdem führt Heinz Rheinländer regelmäßig Spielenachmittage in der Begegnungsstätte des Vereins im Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt durch.

Für ihren langjährigen Einsatz für Menschen mit Behinderungen wurden er und seine Gattin Roswitha im Jahre 1999 mit der Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach ausgezeichnet. Im Jahr 2014 hat er für seine Verdienste die Goldene Ehrennadel des „Paritätischen Landesverbandes NRW e.V.“ im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband erhalten.