Neuwerk bekommt einen „Schwester-Gisela-Weg“

Eine neue Erschließungsstraße abgehend von der Böninghausenstraße hat jetzt ihren Namen bekommen. Wie die Bezirksvertretung Ost beschlossen hat, wird sie in Zukunft "Schwester-Gisela-Weg" heißen. Mit diesem Namen soll das Wirken und die Verdienste der Erbauerin und langjährigen Direktorin des Krankenhauses sowie Oberin des Ordens der Salvatorianerinnen in Neuwerk gewürdigt und nachhaltig verfestigt werden.

Biographie Schwester Gisela Lipinski

Sr. Gisela wurde geboren am 23. Dezember 1921 in Berlin. Sie trat am 18. März 1949 in Berlin-Waidmannslust in die Kongregation ein. Am 10. Oktober 1949 wurde sie dort eingekleidet und erhielt den Namen Sr. Gisela. Sie legte am 11. Oktober 1950 in Berlin-Waidmannslust ihre erste Profess und am 11. Oktober 1956 ihre Profess auf Lebenszeit ab. Bis 1960 blieb sie im Provinzhaus in Berlin- Waidmannslust und war verantwortlich für die Prokura des Altenheimes und der Schule. Von 1958 - 1960 war Sr. Gisela darüber hinaus für die Kandidatinnen des Ordens zuständig.

Am 1. Dezember 1960 kam Sr. Gisela als eine der "Pionierinnen" nach Neuwerk, um zum 1. Januar 1961 das Krankenhaus "St. Josef und Barbara" unter sehr schwierigen finanziellen Bedingungen von den Franziskanerinnen zu übernehmen. Sofort begann die Planung des neuen Krankenhauses. Weitere Überlegungen galten der Entstehung eines Personalhauses sowie der Restaurierung der Klosterkirche und dem Umbau des Klosters. Sr. Gisela war zu einem großen Teil am gesamten Bauvorhaben beteiligt. Nach Inbetriebnahme des neuen Krankenhauses 1968, siedelten die Patienten in das neue Krankenhaus über, das jetzt den Namen "Maria von den Aposteln" trug und das Sr. Gisela als Krankenhausdirektorin von 1969 bis 1985 leitete.

Von 1966 -1969 übte sie zusätzlich das Amt der Konventsoberin aus. Im September 1986 erhielt Sr. Gisela das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihr der Bundespräsident in Würdigung ihrer Verdienste um das Krankenhaus, den Erhalt der Romanischen Klosterkirche und ihrer positiven Kontakte zu der Neuwerker Bevölkerung verliehen hatte. Sr. Gisela engagierte sich nach ihrem Ausscheiden als Krankenhausdirektorin im Jahre 1985 noch 11 Jahre im Verwaltungsrat des Krankenhauses Neuwerk und war noch einmal bis 1991 Konventsoberin. In diese Zeit fiel 1988 das 100-jährige Jubiläum der Kongregation mit mehreren Großveranstaltungen im Kloster Neuwerk. Diese wurden von ihr und der Neuwerker Gemeinschaft organisiert und zeugten von großer Gastfreundschaft. Durch die Jubiläumsfeier mit den Verwandten von Therese von Wüllenweber (Myllendonk) (der Seligen Maria von den Aposteln), entstanden in diesem Jahr auch neue Beziehungen zu weiteren Angehörigen der Familie von Wüllenweber, die besonders auch von Sr. Gisela gepflegt wurden und bis heute anhalten. Viele Jahre war Sr. Gisela Provinzkonsultorin der Deutschen Provinz und Ökonomin der Neuwerker Gemeinschaft. Ein Herzensanliegen war für sie immer der Erhalt der Klosterkirche Neuwerk. Zu ihrem 80. Geburtstag, im Dezember 2001, sprach sie diesen Wunsch offen aus. So entstand durch ihre Initiative der "Förderkreis Klosterkirche", der seitdem viel personelle und finanzielle Unterstützung erhielt. Als sich der Gesundheitszustand von Sr. Gisela mehr und mehr verschlechterte und sie sich fast nur noch in ihrem Zimmer aufhalten konnte, verfolgte sie weiterhin, mit viel Interesse, die Belange des Krankenhauses und des Klosters und blieb eine gesuchte Ansprechpartnerin. Rückblickend auf ihr Leben, äußerte sie: "Das Ordensleben war - trotz aller Höhen und Tiefen - oft ein Spagat zwischen Arbeit, Gebet und Gemeinschaft - für mich ein gelungenes Leben, wofür ich dankbar bin." Sr. Gisela starb am Morgen des 17. Juni 2017 im Kloster Neuwerk im Beisein einer Mitschwester. Sie starb im Alter von 95 Jahren und im 67. Professjahr.