Neues Wohnquartier an der Bachstraße

Auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik entsteht eine Klimaschutzsiedlung

Auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik Beines an der Bachstraße / Botzkuhlenweg wird ein Investor ein neues Wohnquartier mit 72 Wohneinheiten errichten. Um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, hat der Planungs- und Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet zwischen Bachstraße, Botzkuhlenweg, dem städtischen Friedhof Rheydt und der Parkanlage an der Straße Morr beschlossen.

Für das rund 2,3 Hektar große Plangebiet wurde im Vorfeld durch die Stadtsparkasse Mönchengladbach mit Unterstützung der Stadt Mönchengladbach ein einstufiges Konzeptvergabeverfahren durchgeführt. Die Geschichte der Fläche als Industriestandort soll weiter sichtbar sein, daher ist der Erhalt der unter Schutz gestellten Gebäude an der Bachstraße von besonderer Bedeutung. Sechs Entwürfe wurden eingereicht. Es setzte sich der Entwurf der CQ-Haus GmbH durch, die gemeinsam mit dem Mönchengladbacher Architekturbüro Dr. Schrammen ein in zwei Bereiche geteiltes Wohnquartier vorsieht. Der nördliche Bereich wird mit freistehenden zweigeschossigen Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften geplant und vom Botzkuhlenweg aus erschlossen. Der südliche Teil ist autofrei und verfügt über zweigeschossige Stadthäuser, die modulartig größer oder kleiner gestaltet werden können. Zwischen beiden Bereichen verläuft eine Anliegerstraße, die über eine Wegeverbindung an die benachbarte Parkanlage angebunden ist. Durch die Anordnung der Gebäude entsteht Raum für vier kleinere Höfe und Quartiersplätze.

Das Wohnquartier wird nach der Leitidee einer "Klimaschutzsiedlung" mit Erdwärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Vertikalwindturbinen, Gründächern und Passivhäusern mit KFW40+ Standard errichtet. Des Weiteren sind Car- und Bike-Sharing-Angebote, Mobilitäts-Hubs und der Verleih von Spezialrädern bzw. E-Scootern vorgesehen. Eine Tiefgarage, die über die Bachstraße erreichbar ist, ist ebenfalls Bestandteil der Planungen. Das unter Denkmalschutz gestellte Bestandsgebäude an der Bachstraße, das auch Heimstätte der Großen Rheydter Prinzengarde ist, soll zum Quartierstreff mit einer Fahrradreparaturwerkstatt umfunktioniert werden. Der Grundriss ist so gestaltet, dass die Räumlichkeiten für die größte Karnevalsgesellschaft der Stadt grundsätzlich erhalten bleiben können. "Der Siegerentwurf hat das überzeugendste Konzept vorgelegt, das auch unserer Stadtentwicklungsstrategie mg+ mit der Stärkung der Sozialstrukturen und Wachstum in Qualität entspricht. Vor allen Dingen das umfangreiche Angebot für Familien unterschiedlicher Größe und der Konzeptentwurf einer Klimaschutzsiedlung berücksichtigen die aktuellen Themen der Stadtentwicklung in Mönchengladbach", so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Die Stadtsparkasse Mönchengladbach, die das Areal derzeit verwaltet, hat den Zuschlag entsprechend an den Investor erteilt, der nun ein qualifiziertes Planungsbüro für die Erarbeitung eines Bebauungsplans beauftragt. Mit Beschluss des Planungs- und Bauausschusses wird das Bebauungsplanverfahren nun eingeleitet.