Neues Beratungsangebot für Menschen mit Hörproblemen

Hörbeeinträchtigungen sind weitverbreitet, ihre Auswirkungen werden aber unterschätzt. Teils sind sie angeboren. Meist werden sie erworben durch ständigen Lärm, Hören lauter Musik durch Ohrstöpsel oder sie sind altersbedingt. Rund 16 Prozent der Erwachsenen haben einen Hörverlust. Für sie gibt es jetzt in Mönchengladbach ein neues Beratungsangebot.

Hörprobleme kommen oft schleichend. Die Umgebung bemerkt ihn meist früher als die Betroffenen selbst. Diese müssen sich stärker konzentrieren, um Gesprächen zu folgen. Oder um in einer lauten Umgebung das richtige zu verstehen und unnötiges auszublenden. "Verstehen" bedeutet eben zweierlei: hören und den Inhalt begreifen. Rückzug von sozialen Kontakten, bis hin zur Vereinsamung, können die Folgen sein. Ältere Menschen ohne Hörgeräteversorgung bilden eher eine Demenz aus. Technische Geräte leisten hier gute Dienste - doch wer kennt schon das für ihn beste Hilfsmittel.

Unabhängige Beratung ist also ganz wichtig: Für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen gibt es deshalb ab sofort ein spezielles Beratungsangebot. Es findet an jedem 2. Dienstag im Monat von 14 bis 19 Uhr statt. Der nächste Termin ist der 9. Juli. Auf Vermittlung der Inklusionsbeauftragten Ingrid Icking stellt ViaNobis Team 39, dafür einen barrierefreien Beratungsraum zur Verfügung. Er befindet sich in der Lürriper Straße 56a, im Haus B der Agentur für Arbeit an der linken Gebäudeseite. Über den hinteren Ausgang des Bahnhofes ist eine gute Anbindung an Bus und Bahn gewährleistet. Zum Auftakt am 11. Juni meldeten sich direkt 3 Betroffene an.

Die Beraterin Anke Böhmer-Tillmann ist Sozialarbeiterin und selbst von Schwerhörigkeit betroffen. So kann sie fachlich fundiert und aus eigener Erfahrung zahlreiche Tipps und Informationen weitergeben. Betroffene und Angehörige können sich hier zu verschiedenen Themen rund um das gute Hören informieren: Hörstrategien und Hilfen bei Hörminderung im Alltag, Tinnitus, CI (Cochlear Implantat), Tipps zur Kostenübernahme bei der Hörgeräteversorgung, Schwerbehindertenausweis, altersgerechte Hilfen für Senioren.

Die Beratung ist kostenlos und dauert bis zu einer Stunde. Sie ist unabhängig von Ärzten, Kostenträgern und Anbietern technischer Hilfsmittel. Terminvereinbarung mit Anke Böhmer-Tillmann sind unter eutb-nw@schwerhoerigen-netz.de oder 0221 68 47 60.

Hintergrund-Information:

Die Beratung erfolgt im Rahmen der "Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung" (EUTB) und wird finanziert mit Mitteln der Bundesregierung sowie der Trägervereine. Die EUTB wurde im Rahmen des neuen Bundesteilhabegesetzes bundesweit 2018 eingeführt. In NRW betreibt der Deutsche Schwerhörigenbund ein landesweites Netz von festen und mobilen Beratungsstellen für Menschen mit Hörminderungen. An der Eickener Straße 30 (nähe Rückseite Haus Westland) hält die örtliche EUTB, getragen vom Elternverein Kleeblätter e.V., ein Beratungsangebot zu vielen anderen Behinderungsformen vor.

Kontakt unter: 02161 304 09 33 oder beratungsstelle@kleeblaetter21

     

Weitere Informationen zur Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung gibt es unter www.teilhabeberatung.de.