Neue Wege der Sprachförderung in städtischen Kitas

Zusätzliche Schwerpunkte in der sprachlichen Bildungsarbeit

Der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie hat - ergänzend zur alltagsintegrierten Sprachförderung - ein zusätzliches Sprachförderkonzept entwickelt, um die Erfolge aus dem seit 2016 laufenden Bundesförderprogramm "Sprach-Kitas - Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist", an dem 19 städtische Kitas teilnehmen, auch auf die anderen 19 städtischen Kindertagesstätten im Stadtgebiet zu übertragen. Dieser Wissenstransfer durch eine "Tandem-Lösung" zwischen "Sprach-Kita" und "Nicht-Sprach-Kita" und entsprechenden Schulungen soll vor allen Dingen Kindern mit erhöhtem Sprachförderbedarf im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung zugutekommen.

Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass die Anzahl der Kinder mit Defiziten in der Sprachentwicklung weiter steigt. "Wir wollen gegensteuern, daher wollen wir zusätzliche Schwerpunkte in der sprachlichen Bildungsarbeit setzen", erklärt Sozialdezernentin Dörte Schall. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sprachliche Bildung besonders dann wirksam ist, wenn sie früh beginnt. Durch das Förderprogramm wird die Qualitätsentwicklung im Bereich der sprachlichen Bildungsarbeit in den "Sprach-Kitas" kontinuierlich unterstützt und begleitet. In den geförderten "Sprach-Kitas" arbeitet jeweils eine Halb-Tages-Kraft, die sich ausschließlich um Sprachangebote kümmert, Kolleginnen und Kollegen schult und fachlich begleitet. "Mit diesem Förderprogramm fließen erhebliche Mittel in die Kommune ein, um ein eine intensive Sprachförderung anbieten zu können. Das wollen wir für alle Kitas nutzen. Deswegen liegt uns der Wissenstransfer besonders am Herzen", erklärt Klaus Röttgen, Fachbereichsleiter für Kinder, Jugend und Familie. Als "Sprach-Kita" wurden die Kindertagesstätten ausgewählt, die landesweit einen überdurchschnittlich hohen Förderbedarf und einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund haben.

Die Umsetzung des Programms geschieht kontinuierlich und prozessbegleitend. Die Sprachförderung ist alltagsintegriert, inklusiv und schließt ausdrücklich auch die Eltern mit ein. Zum Beispiel gibt es "Erzähl-Säckchen", mit denen Kinder daheim Vorlese-Geschichten nachgespielt werden können. Weitere Angebote sind ein mehrsprachiges Vorlesen, eine mehrsprachige Kita-Bücherei, eine Schreibwerkstatt, bei der Kinder auf Wortsuche gehen, Schattentheater, Bilderbuchkino und vieles mehr. Die pädagogischen Fachkräfte setzen auch auf das dialogische Vorlesen. "Das Ziel ist es, mit den Kindern in den Dialog zu treten und sie erzählen zu lassen", erklärt Hedwig Püllen, die bei der Stadt für die Sprachförderung zuständig ist. In den "Sprach-Kitas" ist Sprache allgegenwärtig. Egal ob Türgriff, Uhr, Fenster, Teller oder Tasse - überall fällt die Bezeichnung in Schriftform sofort ins Auge. "Der spielerische Umgang mit Sprache und die Visualisierung erhöht den Lerneffekt. Vor allen Dingen Kinder mit Migrationshintergrund lernen in kürzester Zeit die deutsche Sprache", so Dörte Schall. Neben weiteren Förderangeboten, wie zusätzlichen Sprachförderprogrammen und "Vorlesepaten", werden die städtischen Kitas zukünftig auch digitale Medien einsetzen.