Neue Ausstellung Schloss Rheydt: Die großartige Reise und Geschichte von Kartoffel, Kaffee und Co.

Ab Sonntag, 30. September startet im Städtischen Museum Schloss Rheydt die Ausstellung: Teutscher Reis und Peper van Indien – Neue Pflanzen in heimischen Gefilden.

Wenn man spontan überlegt, welche Pflanzen so als Nahrungsmittel typisch deutsch sein dürften, dann rangieren Apfel und Kartoffel sicherlich ganz weit oben in der Rangliste. Doch wie die neue Ausstellung ab kommenden Sonntag, 30. September, im Schloss Rheydt zeigt, liegt man da unter anderem aus historischer Sicht ziemlich falsch. Die Kartoffel zum Beispiel stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde zunächst auch nur nach Europa und ins heutige Gebiet von Deutschland gebracht, weil die Blumen der Pflanze so schön aussahen. Und auch der Apfel hatte eine längere Reise aus dem asiatischen Raum zu uns. Insgesamt, so das Fazit von Museumsdirektor Dr. Karlheinz Wiegmann, würde unser Speiseplan sehr mau aussehen, wären nicht viele Pflanzen aus der Ferne nach Mitteleuropa gelangt: „Selbst ein für uns so alltägliches Gewürz wie der Pfeffer ist auf langen Handelswegen zu uns gekommen. Um diese abzukürzen, hat man sich auf die Suche nach Seewegen gemacht. Ein, dann zunächst zufälliges, Ergebnis dieser Suche war zum Beispiel die Entdeckung Amerikas. Und so verbergen sich hinter vielen Pflanzen unseres heutigen Alltags viele spannende Geschichten.“ Diese können Besucher der Ausstellung „Teutscher Reis und Peper van Indien“ ohne große Wege im Städtischen Museum Schloss Rheydt entdecken.

Sie können erfahren, dass die Tulpe für einen ersten „Börsencrash“ gesorgt hat. Dass Blumen, Gemüse und Früchte auch in der Kunst teilweise besondere Bedeutungen erlangten. Dass man in der Renaissance daran Interesse fand, Pflanzen so genau wie möglich zu erfassen und wie die neuen Pflanzen nicht nur die Ernährung, sondern, wie zum Beispiel im Fall von Baumwolle, auch die Wirtschaft mit beeinflusst haben.

Auch in der Kunst spielen Pflanzen dabei immer wieder eine wesentliche Rolle, berichtet Dr. Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin des Kulturzentrums Sinsteden, mit dem die Ausstellung in Zusammenarbeit entstanden ist: „Welche Bedeutung Pflanzen hatten, dafür schärfen wir teilweise jetzt erst den Blick. So ist zum Beispiel nicht einer Kunsthistorikerin, sondern einer Restauratorin aufgefallen, welche Blumen und Blütenvielfalt es auf Botticellis ,Frühling‘ zu sehen gibt. Und in der damals stark durch Symbolen geprägten Welt, haben viele dieser Abbildungen mehr Bedeutung als bloße Zierde.“ Eine Abbildung des Gemäldes ist auch in der Ausstellung zu finden, genauso wie Kokosnuss- und Ananaspokale und viele weitere spannende Objekte.

Wer den Geschichten hinter den Pflanzen auf die Spur kommen möchte, der hat dazu nun bis zum 20. Januar 2019 im Städtischen Museum Schloss Rheydt die Gelegenheit.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 11 - 17 Uhr
Samstag bis Sonntag 11 - 18 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 6 Euro
Ermäßigt: 4 Euro

Gruppen ab 10 Personen: 4 Euro pro Person
Familienkarte: 12 Euro

Informationen auch unter www.schlossrheydt.de