Maßnahmen zur Bekämpfung von Baumkrankheiten

Viele Waldkrankheiten, die in ganz Deutschland verbreitet sind, treten in diesem Herbst auch in Mönchengladbach auf. Fichten und Douglasien im Stadtgebiet leiden unter einem Borkenkäferbefall. Die Pilzart „Das Falsche Weiße Stengelbecherchen“ sorgt für ein Eschentriebsterben. Andere Laubbäume leiden unter Pilzen wie dem Brandkrustenpilz oder dem Riesen- oder Lackporling.

Borkenkäfer schaden Fichten

Warum stirbt meine Fichte ab? Mit dieser Frage richten sich aktuell viele Privatpersonen an mags. Tatsächlich sind in den vergangenen Wochen vermehrt stark beschädigte Fichten und Douglasien aufgefallen. Ursache ist der Borkenkäfer. Der Schädling ist deutschlandweit verbreitet. Betroffen sind nicht nur Nadelbäume in Mönchengladbachs Wäldern, sondern auch in Parkanlagen, auf Friedhöfen und auf privaten Grundstücken. Mehrere Faktoren haben in diesem Jahr die Entwicklung des Borkenkäfers begünstigt: „Ausgangspunkt war Orkantief Friederike im Januar. Der Sturm hat viele Bäume zu Fall gebracht. Am Boden liegende Baumstämme und Äste bieten den Schädlingen gute Brutbedingungen“, sagt mags-Förster Werner Stops. Der lange warme und trockene Sommer hat daraufhin eine besonders große Population der Schädlinge gebracht. „Gesunde und mit ausreichend Wasser versorgte Bäume können den Borkenkäferfraß durch die Bildung von Harz abwehren. Aber wenn Bäume nicht genügend Wasser zur Verfügung haben, sind sie ein leicht gefundenes Fressen“, sagt Stops. In Mönchengladbach sind bislang die Borkenkäferarten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ aufgefallen. Besonders betroffen sind der Hardter und Wickrather Wald, der Hauptfriedhof und ein Fichtenbestand am Pixbusch. Von Borkenkäfern befallene Bäume müssen schnellstmöglich gefällt werden, bevor die Käfer wieder ausfliegen und neuen Schaden verursachen. Wer in seinem Privatgarten feststellen möchte, ob ein Baum vom Borkenkäfer befallen ist, kann ein Stück der Rinde entfernen und gucken, ob sich darunter die typischen kreisrunden Bohrlöcher befinden.

Eschentriebsterben am Schloss Rheydt und Volksgarten

Das Eschentriebsterben ist kein neues Phänomen und tritt europaweit auf. „Seit ungefähr 2005 bereitet die Pilzart „Das Falsche Weiße Stengelbecherchen“ den Eschen auch in unserer Stadt Probleme“, sagt mags-Förster Werner Stops. Die schädliche Pilzart stammt ursprünglich aus Ostasien. Er richtet jährlich ganze Waldbestände in Deutschland zu Grunde. Erste Angriffsflächen sind die Eschenblätter, dann dringt er über deren Stiele in die Zweige vor, die anschließend verwelken. Infizierte Bäume sind leicht zu erkennen. „Befallene Eschen versuchen, eine Sekundärkrone zu bilden – ein Kampf ums Überleben, bei dem der Pilz meist stärker ist“, sagt Stops. Das Waldschutzmanagement von Wald und Holz NRW gibt beim Eschentriebsterben folgende Handlungsempfehlung: „Finden, Markieren, Fördern!“ In befallenen Waldgebieten pflegt man resistente Eschen besonders raus. Spezielle Kontrollen der Eschenbestände haben die mags-Baumkontrolleure bereits in den Sommermonaten durchgeführt. Kranke und gesunde Eschen kann man im Sommer aufgrund des Laubs besonders gut unterscheiden. Befallene Bäume müssen gefällt werden. Intakte Muttereschen sorgen für eine immune Nachkommenschaft. In Mönchengladbach tritt das Eschentriebsterben vermehrt am Schloss Rheydt, im Volksgarten, im Hoppbruch/Trietenbroich und Neuwerk-Donk auf. „Ein Phänomen, das uns leider auch in den nächsten Jahren begleiten wird“, prognostiziert Stops.

Brandkrustenpilz bringt Bäume zu Fall

Ein weiterer Schädling, der in Mönchengladbach verbreitet ist, ist der sogenannte Brandkrustenpilz. Der Pilz gefährdet die Stand- und Bruchsicherheit von Laubbäumen. Vor allem wegen seiner unscheinbaren Fruchtkörper zählt er zu den unsichtbaren Gefahren. Der Brandkrustenpilz ist weltweit verbreitet und tritt sowohl im Wald als auch in der Stadt auf. In Mönchengladbach leiden unter ihm und anderen Schadpilzen besonders Altbuchen und Pappeln. So kommt es immer wieder vor, dass Gefahrenbäume aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden müssen. Zuletzt sind unter anderem am Haus Horst und im Elschenbruch Laubbäume aufgefallen.

Ausgleichspflanzungen und Wiederaufforstungen

In diesem Jahr wurden bislang ca. 200 neue Straßenbäume gepflanzt. Beabsichtigt sind ca. 160 weitere Neupflanzungen. Im Forst wurden im Frühjahr 13.500 Bäume aufgeforstet. Auch die Natur unterstützt unseren Wald mit der natürlichen Ansamung von jungen Bäumen. Durch die so genannte Naturverjüngung laufen jährlich tausende von Jungbäumen in unseren Wäldern natürlich auf. So können sich auch bei uns naturnahe Jungwüchse entwickeln. Diese werden durch Bestandspflegemaßnahmen in unseren Waldbeständen integriert.