Loslassen, hineindenken und erinnern: Mit Jutta Koether wird Malerei zum Medium

Ausstellung „Libertine“ vom 13. Oktober bis 16. Februar 2020 im Museum Abteiberg

Malerei als Medium, gespickt mit biografischen Elementen und eingebettet in ein umfangreiches Gesamtwerk - das ist die Ausstellung "Libertine" der Malerin Jutta Koether, die vom 13. Oktober bis zum 16. Februar 2020 im Museum Abteiberg zu sehen ist. In den Arbeiten der gebürtigen Kölnerin ist Malerei eine Entdeckungsreise mit kunsthistorischer Perspektive. In den ausgestellten Werken wurden nicht nur Erinnerungen an große Künstler wie Joseph Beuys oder Paul Cezanne verarbeitet. Auch 15 Bilder des bekannten Gemäldekomplexes "Tour de Madame" werden gezeigt. Diese Serie präsentierte die Künstlerin im vergangenen Jahr in ihren großen Retrospektiven in München und Luxemburg. Zur Eröffnung am Sonntag, 13. Oktober, wird es um 14 Uhr ein Ausstellungsgespräch mit Jutta Koether geben.

"Malerei anders wahrnehmen als ein Rahmen - mit Koethers Werk können sich die Besucher intensiv mit der Malereigeschichte auseinandersetzen", betont Museumsdirektorin Susanne Titz bei einem Rundgang mit der Künstlerin, die in jungen Jahren selbst Besucherin im Museum Abteiberg war und mit Begeisterung die Werke von Polke, Richter und Co. auf sich wirken ließ. "Einen Teil der Erinnerungen habe ich in neuen Bildern, die ich speziell für diese Ausstellung gemalt habe, mit einfließen lassen", so die Malerin, die in Berlin und in New York lebt. Auf der sogenannten "Plattenebene" korrespondieren die Werke von Jutta Koether mit Gerhard Richters 8 Grauen Bildern und Sigmar Polkes Kunststoffsiegelbildern des Biennale-Zyklus Venedig 1986. Koether will Bilder neu aufladen: "Die Idee der Transparenz ist mir sehr wichtig - genau wie das Loslassen von Konzepten und Modellen." Sie will frisches Denken in das Museum "hineinbringen". Ihre zumeist groß formatierten Gemälde, die Formen von Figuration und Geste, zeichnen kunsthistorisches Sehen auf, Bildkompositionen und -schemen sowie Nachbilder von gesehenen Gemälden. Koethers Gemälde diskutieren die Kraftfelder, Zeichen und Embleme, Blicke und Kommunikationen sowie Normen und Freiheiten, die Malerei ausmachen. Wiederkehrende Elemente sind runde Formen wie Brüste, Bubbles und Kugeln. Auch ein Selbstporträt der Künstlerin lädt zum Nachdenken ein.

Anknüpfend an die Ausstellung "Libertine" erscheint parallel zur Ausstellung ein Künstlerbuch von Jutta Koether. Gefördert wird die Ausstellung vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stiftung für Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West sowie der Hans Fries-Stiftung und Kunstsammler Jürgen Hall. Die Sparda Bank lädt als Förderer am Donnerstag, 21. November, von 18 bis 24 Uhr, zur kostenfreien "Sparda Nacht" ins Museum ein. Neben Zaubervorführungen und einem Konzert von BELLCHILD sowie einem Techno-Liveset von TAREK wird es dann von 18 bis 23 Uhr stündliche Führungen zur Ausstellung geben.

Neben der Ausstellung im Museum Abteiberg sind ihre Arbeiten derzeit unter anderem in den Ausstellungen "Maskulinitäten", Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf und "Emissaries for Things Abandoned by Gods", Casa Luis Barragán, Mexico City zu sehen.