#Kunstroute Altstadt die Zweite

Wer in letzter Zeit in der Altstadt unterwegs gewesen ist, dem ist vielleicht schon aufgefallen, dass sich etwas verändert hat. Dort, wo bisher schwarz weiße Portraits hingen, sind jetzt eher farbenfrohe Werke zu sehen. Für die ist die Künstlerin Katja Möltgen auf eine Art Schatzsuche gegangen. Und gefunden hat sie Schätze in den Häusern, wo die Bilder selbst dran zu finden sind oder in der direkten Nachbarschaft. "Ich bin zu den Häusern hin und hab vor Ort geklingelt", erklärt Katja Möltgen, "denn die Idee hinter der neuen Kunstroute ist, dass an den Häusern etwas aus den Häusern hängt." Dabei waren manch eine Bewohnerin und ein Bewohner schon etwas skeptisch, wer sie da spontan besucht und was sie von ihnen möchte. Doch am Ende ist eine spannende Kunstroute entstanden. Dies ist die zweite Ausstellung im Rahmen der Kunstroute Altstadt, einer Galerie im öffentlichen Raum, die von der initiative altstadt im Jahr 2016 installiert wurde.

So hängt zum Beispiel an der Gasthausstraße 65 ein Bild, das der Sohn der Familie damals im Kindergarten gemalt hat. Auf der Waldhausener Straße 45 sind die Bananen wieder zu finden, die noch bis vor nicht allzu langer Zeit im Projekt 42 an seine Vergangenheit als legendäre Punkbar "Die Banane" erinnerten.

Etwas versteckter ist da das Bild der Katzenlady von Rubina Schäfer an der Waldhausener Straße 1. Sie hat ihre "wilden Jahre", wie sie selber sagt, auf der Waldhausener Straße gewohnt und verbracht. Aus dieser Zeit stammt auch ihr Bild. Selbst wenn es versteckt hängt, einmal entdeckt, zieht einen der hypnotisierende Blick der Abbildung in ihren Bann. Etwas ganz Anderes zeigt die Weihnerstraß1 mit einem Ausschnitt aus einer Visualisierung zum Wasserversorgungskonzept. Es steht in Verbindung zur städtischen Hausdruckerei, die sich in dem Haus befindet.

In der Garage Turmstiege 4 war selbst zum Thema jetzt nicht wirklich etwas zu finden. Durch die unmittelbare Nähe zum Köntges und auf Nachfrage von Bekannten hin, hat die Künstlerin Katja Möltgen hier auch etwas von ihrer eignen Kunst eingebracht. Hier ist ein Auszug aus einem Malbuch zu sehen, dass sie entworfen und gestaltet hat: "In direkter Näher im Köntges ist das Malbuch quasi getestet worden und bei einem der Ergebnisse habe ich dann gefragt, ob ich nehmen und so hier hinhängen darf." Witzig sind dabei auch kleine Details, wie zum Beispiel die Seitenzahlen, die dort noch zu sehen sind.

Welche Kreativität und künstlerische Fähigkeit in den Häusern oder in der Nachbarschaft steckt, das zeigen auch die Bilder an der Neustraße 27, an der Rathausstraße 10 und an der Heinrichstraße 28. Sie zeigen Kunstwerke oder Ausschnitte daraus, von Menschen die hier leben oder gelebt haben. Für Yogina, die die Collage an der Heinrichstraße 28 gestaltet hat, ist dies etwas Besonderes. Denn obwohl sie schon viele Werke hat entstehen lassen, ausgestellt wurde noch keines davon: "Ich war auch sehr überrascht als es hieß, etwas von mir soll jetzt an unserer Hauswand hängen." Doch sie hat sich von der Begeisterung anstecken lassen und vielleicht ist dieses erste ausgestellte Werk innerhalb der Kunstroute Altstadt auch ein Anreiz für eine Ausstellung mehrerer ihrer Collagen.

Die Stadt hat die Realisierung der Kunstroute Altstadt #2 durch die initiative altstadt mit Mitteln aus dem Programm "Wohnumfeldverbesserung bei bürgerschaftlichem Engagement" 2018 gefördert. Außerdem hat sie das Künstlerhonorar mit Mitteln der "Freien Kulturförderung" über das städtische Kulturbüro unterstützt.