Künstlerin macht Minto und Sonnenhausplatz zum Filmset

Filmkunst, Jugendarbeit und die Frage danach, wie Menschen sich heute zum Beispiel bei Instagram und Co. selbst in Szene setzen: Ein spannendes Projekt der Ateliersstipendiatin Britta Thie.

In diesen Tagen wird Mönchengladbach bzw. vor allem der Sonnenhausplatz und das Minto zum Filmset. Allerdings für keine Fernsehproduktion, sondern für Kunst:

Die Künstlerin Britta Thie, die zurzeit Ateliersstipendiatin ist, dreht hier ein besondere Liebesgeschichte. Denn neben der Geschichte geht es dabei vor allem um Selbstinszenierung und Selbstmedialisierung, etwas, was in Zeiten von Facebook, Instagram und Co., für die meisten Jugendlichen Alltag ist. Mit ihnen arbeitet Britta Thie dabei auch zusammen.

Die 30. Atelierstipendiatin der Stadt Mönchengladbach Britta Thie hat am 17. April die Atelierwohnung in der Steinmetzstraße zu einem sechsmonatigen Aufenthalt bezogen.

Während die Stadt Atelier und Studio sowie die Organisation zur Verfügung stellt, wird der Aufenthalt mitsamt Ausstellung und Katalog seit Einrichtung des Stipendiums von der Josef und Hilde Wilberz-Stiftung finanziert. Betreut wird Britta Thie von der c/o-Künstlerförderung im Städtischen Kulturbüro.

Britta Thie beschäftigt sich in ihrer sonstigen künstlerischen Arbeit mit den Phänomenen der Selbstinszenierung und Selbstmedialisierung. Sie befragt eine auf Selfies und Instagram fixierte digitale Generation auf Identität und Selbstverständnis. Immer wieder inszeniert die Künstlerin auch sich selbst als Akteurin.

Britta Thie bedient sich in ihren Videoarbeiten aktueller Bildformate wie Dokusoap, Werbeclip und Kunstfilm. Die Grenzen zwischen den Genres verwischen, ebenso wie die zwischen Kunst-, Mode- und Konsumwelt. So schickte sie in „Transatlantic“ (2015 produziert von der Schirn Kunsthalle in Kooperation mit ZDF und Arte) ihre ProtagonistInnen durch ein rasantes, hyper-hypes Leben zwischen Kunst-, Modewelt und persönlichen Abgründen. In der 2 Kanal Videoinstallation „Shooting - Arrogant Suffering“ (2009) dekonstruiert sie mit einer reduzierter Bildsprache die schillernden Welt des Modelns. Im zwei Minuten Loop werden Hörigkeit und subtile Gewalt bloßgelegt.

In Mönchengladbach wird Saturn, neben dem Museum Abteiberg, Präsentationsort und gleichzeitig Produktionsort des Kurzfilms „Power“, den die Künstlerin während ihres Stipendienaufenthalts realisieren wird. Die Geschichten von real existierenden Jugendlichen aus Mönchengladbach werden zum Ausgangspunkt der Storyline.

Vom 24. Juni bis 14. Oktober zeigt das Museum Abteiberg eine Einzelausstellung der Künstlerin. Bereits 2016 war Britta Thie mit Arbeiten In der Ausstellung „Von den Strömen der Stadt. Neue Positionen zum Verhältnis von Kunst, Urbanität und Öffentlichkeit“ im  Museum Abteiberg vertreten.

Das Stipendium wird Britta Thie u. a. zur Realisierung von Sommerkursen mit Jugendlichen aus Mönchengladbach sowie zur Unterstützung der Filmproduktion nutzen.

Vita

 

• Britta Thie geboren 1987 in Minden, lebt in Berlin

• 2008-2010 Studium der Bildenden Kunst UdK Berlin

• 2010-11 DAAD Stipendium New York an der Cooper Union for Science and Art

• 2011-2013 Meisterschülerin bei Filmemacherin Prof. Hito Steyerl, UdK Berlin

• 2016-17 Stiftungsprofessorin für Zeitbasierte Medien und Performance, Hochschule für Gestaltung Offenbach

• vorgeschlagen von Susanne Titz, Direktorin Museum Abteiberg

• Britta Thie konnte 2015 die Webserie Transatlantics im Auftrag der Schirn Kunsthalle realisieren, die von ZDF/Arte koproduziert wurde. Die Arbeit wurden zudem als Installation im Schinkel Pavillon, Berlin, der Videokunstsammlung Juli Stoschek und auf di-versen Filmfestivals  gezeigt.  (http://www.schirn.de/translantics)

• Der Kurzfilm The Superghost  wurde 2017 von den Münchner Kammerspielen in

Kooperation mit dem ZDF und Arte produziert. https://www.muenchner-kammerspiele.de/en/staging/the-superhost  und https://www.arte.tv/de/videos/069669-001-A/the-superhost/

• Die videobasierten Arbeiten werden weites gehend über das Internet verbreitet: www.brittathie.tv

 

Bei näheren Auskünften und weiteren Informationen: www.co-mg.de/stipendium.de

per Email an co-mg@moenchengladbach.de oder telefonisch unter 02161 – 255 36 13