Konversionsprojekt JHQ

Am 13.12.2013 wurde das Gelände der JHQ offiziell von den britischen Streitkräften an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergeben. Insgesamt 420 Hektar „Stadt in der Stadt“ bieten Raum für Natur, erneuerbare Energien und neue Ideen…

Mitte Dezember hat der Bund als Eigentümer das rund 470 Hektar große Areal im JHQ übernommen. In der Frage der Nachnutzung des riesigen Geländes haben Stadt und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vor zwei Jahren ein Werkstattverfahren zur Zukunft des JHQ in die Wege geleitet, an dem neben Vertretern der Verwaltung, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zahlreiche externe Fachleute, Vertreter der Nachbarkommunen und der NRW-Fachministerien teilgenommen haben.

Die Möglichkeiten der weiteren Nutzung reichen dabei von der Renaturierung weiter Teile bis zur Insellösung mit gewerblicher Nutzung. Auch eine Nutzung zur Erzeugung von Windenenergie ist denkbar. In den letzten Monaten sind der Stadt und der BImA eine Reihe von Projektideen vorgeschlagen worden. Diese reichen von der Nutzung als Konzertgelände bis zur Idee eines Freizeit- und Erlebnisparks. Möglich auch, dass ein kleinerer Teilbereich für die landesweite Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen genutzt werden soll.

Welche Nutzungsideen für das JHQ inzwischen existieren, wird vom städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Planung derzeit in einer Übersicht aufgearbeitet und fließt in eine Berichtsvorlage ein, die der Bezirksvertretung West und dem Planungs- und Bauausschuss in deren nächsten Sitzungen vorgelegt werden soll. „Welche konkreten Nutzungsmöglichkeiten später einmal zum Zuge kommen werden, darüber soll im engen Zusammenspiel zwischen Stadt, BIma und Politik sorgfältig beraten und entschieden werden. Die Ideen, die derzeit kursieren sind allesamt spannend und stellen das Potenzial dieses Areals unter Beweis. Interessant ist vor allem, dass auch die Realisierung mehrerer Ideen parallel oder eine Ergänzung zwischen den verschiedenen Konzepten möglich erscheint“, so Oberbürgermeister Norbert Bude.

 

„Jede Idee für sich betrachtet ist absolut interessant für unsere Stadt und verdient eine Prüfung auf Machbarkeit. Das haben wir genau so zugesichert wie die Vorstellung der bisher vorliegenden Ideen im nächsten Ratszug“, so Bude weiter. Verkehrserschließung und Sicherheitskonzept sind nur zwei von mehreren im Zusammenhang mit der Zwischen- und Nachnutzung zu prüfenden Bausteinen. Aber auch der Artenschutz und die Belange der umliegenden Wohnnutzungen sind zu berücksichtigen. 

 

Zum Hintergrund:

In den vergangenen drei Jahren hat sich die Stadt Mönchengladbach Fachverwaltung gemeinsam mit der zukünftigen Grundstückseigentümerin BImA und dem vom Land NRW beauftragten Beratungsbüro NRW Urban mit den Möglichkeiten einer Nachnutzung für das ca. 420 ha große Gelände des JHQ beschäftigt. Wie es mit der Fläche weiter gehen könnte, wird im nachstehend kurz erläutert.

Bereits im Jahre 2011 wurde ein „Werkstattverfahren“ zur Zukunft der JHQ durchgeführt, an dem neben Vertretern der Verwaltung, der BImA und NRW Urban zahlreiche externe Fachleute, Vertreter der Nachbarkommunen und der NRW-Fachministerien teilgenommen haben. Im Rahmen dieser Perspektivenwerkstätten haben sich eindeutige Zielvorstellungen für eine mögliche Nachnutzung des JHQ-Geländes ergeben. A

lle an den Werkstätten Beteiligten waren sich im Schwerpunkt einig, dass wesentliche Teile der Fläche renaturiert werden sollen. Weder eine klassische Wohnnutzung noch die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben wurde von den Beteiligten als mögliche Folgenutzung in Betracht gezogen. Vielmehr soll auf dem bisher militärisch genutzten Areal ein wesentlicher Teil zur Freiraumgestaltung, für Kompensationsmaßnahmen und für eine Freizeitnutzung etabliert werden. Ebenso kann man sich Flächen für die Gewinnung erneuerbarer Energien und/oder für eine landwirtschaftliche Nutzung vorstellen. Ebenfalls einig war man sich, dass auf dem Gelände zwei oder drei „Inseln intensiver Nutzung“ vorzusehen sind, die sich für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben oder Forschungseinrichtungen, die sich mit dem Thema der erneuerbaren Energien befassen, eignen.

Nutzungsalternativen

Die erste Alternative, „Null-Alternative“ genannt, geht von einer vollständigen Rückführung des Geländes in Natur- und Landschaftsraum aus. Dies bedeutet, dass der aufstehende Gebäudebestand vollständig zurückgebaut wird, die derzeitigen Freiflächen erhalten bleiben und die durch Rückbau frei werdenden Flächen zu Wald und Biotopstrukturen entwickelt werden. Als Variante würden die im Bestand vorhandenen Freiflächen und Teile der durch den Rückbau frei werdenden Flächen für eine landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen. Auf den so entstehenden Flächen für die Landwirtschaft bestünde dann zusätzlich die Möglichkeit, Windkraftanlagen zu errichten.

Die Alternative 1 sieht ebenfalls einen Rückbau der Bestandsbebauung und die Rückführung zu Wald- und Biotopstrukturen vor. Anders als in der „Null-Variante ist zudem allerdings im östlichen Bereich des Areals eine intensive und eine extensive Nutzungsinsel geplant. Im Bereich der neu geschaffenen Freiflächen wäre auch in dieser Alternative die Errichtung von Windkraftanlagen denkbar. In Abwandlung hierzu kann auf die „Insel extensiver Nutzung“ verzichtet und hierfür ein etwas größeres und intensiv genutztes Areal vorgesehen werden. Das Aufstellen von Windkraftanlagen auf den für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehenen Freiflächen ist auch hier denkbar.

In der letzten der drei Alternativen ist eine Insel für intensive Nutzung im westlichen Teil des Geländes vorgesehen. Neben Flächen für den Rückbau zu Natur, Wald und sonstigen Biotopstrukturen sieht auch diese Alternative die Schaffung von Flächen für die Landwirtschaft vor und ermöglicht die Errichtung von Windkraftanlagen. Im Verlauf der Vertiefung der Nutzungsvarianten hat sich ergeben, dass die letzte der drei beschriebenen Varianten insbesondere aus erschließungstechnischer Sicht – die westlich gelegene Zufahrt aus Richtung Rickelrath/Schwalmtal war bereits vor dem Zeitpunkt der offiziellen Übergabe geschlossen und soll auch nicht wieder geöffnet werden – und aus naturschutzfachlichen Gründen – räumliche Nähe zum FFH - Gebiet Knippertsbachtal - nur bedingt für eine Umsetzung geeignet ist. Aus diesem Grund wird von dieser Variante Abstand genommen.

Downloads: Präsentation in der Bezirksvertretung West vom 23.04.2013