Kompass für die Entwicklung der Stadt: Strategische Steuerung

Verwaltung und städtische Gesellschaften gemeinsam im Strategischen Controlling unterwegs

Mönchengladbach steht, wie fast alle Kommunen in Deutschland, vor großen Herausforderungen: Die Finanzlage soll dauerhaft verbessert, die zahlreichen Pflichtaufgaben erfüllt werden. Gleichzeitig wollen Politik und Verwaltung mit der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt die Lebensqualität verbessern und mehr bürgernahe Angebote machen. Das wird nicht gehen, ohne Prioritäten zu setzen, an denen Verwaltung und Tochtergesellschaften ihr Handeln ausrichten. Die Strategische Steuerung soll dafür den Kompass liefern.

 

Der Rat hatte die Verwaltung damit beauftragt, im Rahmen der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt eine Organisationseinheit Wachstumscontrolling einzurichten, die dezernats- und konzernübergreifend anhand von qualitativen, quantitativen und finanziellen Zielmarken den Erfolg strategischer Ziele misst. Dabei werden zum Beispiel vorhandene Konzepte sowie auch  mg+-Projekte mit aufgenommen. Organisatorisch ist das Strategische Controlling im Dezernat I von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners verankert. Das dezernatsübergreifende Steuerungsprojekt, an dem auch die städtischen Beteiligungsgesellschaften beteiligt sind, besteht aus den fünf Teilprojekten Projektmanagement, IT-System, Kommunikation, Konzeption, Analysen und Controlling/Berichtswesen, die ihre Arbeit aufgenommen haben.

 

Haushaltsausgleich dauerhaft schaffen und wirtschaftliches Handeln sichern

 

Ziel dieses zunächst bis Ende 2019 zeitlich befristeten Projektes ist es, durch eine zukunftsorientierte Ausrichtung Erfolgspotenziale für die Stadt zu erschließen, um hierdurch den Haushaltsausgleich auch ohne Stärkungspaktmittel dauerhaft zu schaffen und den Schuldenabbau und wirtschaftliches Handeln langfristig zu sichern. Dazu  werden Schwerpunktthemen festgelegt, die für die Entwicklung in der Stadt strategisch besonders bedeutsam sind und deshalb in den Fokus langfristiger Zielsetzungen rücken. Der Aufbau des strategischen Managements orientiert sich dabei an den qualitativen Zielen der Stadtentwicklungsstrategie mg + wachsende Stadt. Diese sind zum Beispiel eine Stärkung des Lebensraums, verbesserte Umweltbedingungen, eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes und des Arbeitsmarktes sowie der weichen Standortfaktoren Kultur, Sport, Wissenschaft und Bildung.

 

Beispiel: In Mönchengladbach ist der Anteil des Fuß- und Radverkehrs im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr sehr niedrig. Das führt zu hohen Lärm- und Luftbelastungen für die Bevölkerung. Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs in einem bestimmten Zeitraum zu erhöhen und als eine mögliche Handlungsoption die Lücken im Radverkehrsnetz zu schließen. Einzelne, bereits erfolgte Maßnahmen wie die Errichtung von Fahrradstationen und die Etablierung eines Fahrradverleihsystems tragen ebenso zur Zielerreichung bei. Das Strategische Controlling misst auf Basis von Fachkonzepten, Indikatoren und Kennzahlen sowie vorliegenden Untersuchungsergebnissen mögliche Abweichungen zwischen den Planungsannahmen und der Umsetzung von Vorhaben mit Blick auf konjunkturelle und volkswirtschaftliche Indikatoren und leitet daraus alternative Handlungsstrategien ab.

 

Bestandsaufnahme und Stärken-Schwächen-Analyse

 

Der Prozess der strategischen Planung hat im Herbst vergangenen Jahres mit einer Bestandsaufnahme begonnen, bei der eben solche relevanten Informationsquellen analysiert wurden. Nach der ersten Analyse dieser Quellen erfolgt derzeit in einer zweiten Phase in interdisziplinären Arbeitsgruppen eine aktuelle Situationsanalyse und eine Stärken-Schwächen-Analyse zu ausgewählten Themen. Bis zum Jahresende sollen erste Ergebnisse vorliegen. Aus der Stärken-/Schwächen-Analyse werden schließlich die Handlungsalternativen entwickelt und strategische Ziele formuliert. Als Themen wurden in diesem Zusammenhang ausgewählt: Wohnen, soziale Teilhabe, Mobilität, Klimaschutz und technische Infrastruktur, Freiraum und Umwelt, Wirtschaft und Arbeit, Kommunale Bildungslandschaft, Kultur, Wissenschaft und Hochschule, Sport, Ordnung und Sicherheitsinfrastruktur, Verbraucherschutz, Stadtentwicklung sowie zu Querschnittsthemen Finanzen, Strategische Steuerung, Demografie, Moderne Stadt, Inklusion, Integration, Gleichstellung und Gesundheit.

(pmg/sp)