Klarer, barrierefrei und multifunktional nutzbar

Verwaltung legt Pläne zur Umgestaltung der Hindenburgstraße und zur Anpassung der Verkehrssituation auf der Steinmetzstraße / Viersener Straße vor

Der Beschluss des Planungs- und Bauausschusses von März dieses Jahres, den Busverkehr auf der Hindenburgstraße dauerhaft einseitig bergauf zu führen, war mit einem umfassenden Prüfauftrag an die Verwaltung verbunden. So wurden in einem „14-Punkte-Katalog“ konkrete Forderungen und Wünsche formuliert, die nun von der Verwaltung geprüft und abgearbeitet worden sind. Die Ergebnisse liegen jetzt vor und wurden der Bezirksvertretung Nord gestern vorgestellt. Ebenso steht das Thema auf der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses am 25. September.  

Demnach werden wie gefordert alle neuen Haltestellen barrierefrei und mit Wetterschutz ausgebaut. Die während der Testphase eingerichtete Haltestelle „Marienhof“ wird wie gefordert in Richtung Kapuzinerplatz vor den Einmündungsbereich am Marktstieg verlegt. Eine Fahrbeziehung in den Marktstieg bleibt erhalten. Die Einrichtung einer neuen Haltestelle am nördlichen Eingang des Minto wird grundsätzlich für machbar erachtet. Eine entsprechende Detailplanung wird jedoch noch auszuarbeiten sein. Hinsichtlich der Forderung, den Bereich Viersener Straße / Steinmetzstraße neu zu strukturieren, legt die Verwaltung der Politik drei Varianten zur Entscheidung vor. Diese sehen für den Individual-, Bus- und Radverkehr unterschiedlich viel Raum vor. 

Auch der geforderten Umgestaltung der Hindenburgstraße kommt die Verwaltung nach und legt einen ersten Entwurf vor. Herzstück des Entwurfs ist ein neuer multifunktionaler Nutzstreifen, der durch die Reduzierung der ursprünglichen Fahrbahnbreite möglich wird. Es handelt sich um eine fünf Meter breite hochwertig gestaltete Zone, die in Rückgriff auf die fünf Handlungsfelder des „Rahmenplans Abteiberg“ (Wasser, Mobilität, Architektur, Grün und Licht) Nutzungen wie Wasserelemente, Haltestellen und Fahrradständer, Gastronomie, Kunst und Sitzmöglichkeiten, Bäume sowie Beleuchtungsobjekte aufnimmt. Die heute bereits bestehenden Gehbereiche entlang der Häuserfassaden werden zur Senkung der Investitionskosten in ihrer Breite und Beschaffenheit überwiegend beibehalten, jedoch durch das Beseitigen von Hochbeeten, Haltestellen und ungeordnetem Mobiliar künftig wesentlich klarer und vor allem barrierefrei. „Die Hindenburgstraße wird durch ihre wiedergewonnene Aufenthaltsqualität ein neuer Anziehungspunkt der Innenstadt – ähnlich wie der Sonnenhausplatz es schon vorgemacht hat“ ist Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr.Gregor Bonin überzeugt. „Auch damit setzen wir die Strategie „mg+ Wachsende Stadt“ ein weiteres Stück weit um“, so Dr. Bonin weiter.  

Der Bereich der ehemaligen Stadtmauer soll vor dem Hintergrund seiner stadthistorischen Bedeutung und als Auftakt zur Altstadt besonders inszeniert werden. Durch Wassertische oder in den Boden eingelassene Wasserbecken, die den Verlauf der Stadtmauer im Bereich der Krichelstraße nachzeichnen, soll als Zitat der Stadtmauer ein symbolhafter und zugleich faktischer Übergang zur Altstadt entstehen. 

Die Umsetzung der Umgestaltung ist in drei Bauabschnitten geplant. Als erster Bauabschnitt ist der Bereich vom Minto bis zum Alten Markt vorgesehen, da hier der größte Erneuerungsbedarf besteht. Mittelfristig wäre als zweiter Bauabschnitt der Bereich vom Europaplatz bis zum Minto sowie anschließend als dritter Bauabschnitt der Bereich vom Alten Markt bis zur Aachener Straße analog umzugestalten. Die Planung versteht sich als erste Leitidee zur Umgestaltung der Hindenburgstraße und muss daher im Weiteren noch einer Detailplanung und genauen Kostenschätzung unterzogen werden.