Journalistin Dunja Hayali erhielt Benediktpreis von Mönchengladbach

Sie erhielt hohe Auszeichnung für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Diskriminierung und Gewalt sowie für ihren offenen Dialog und Diskurs im Netz

Die Journalistin Dunja Hayali ist im Rahmen einer Feierstunde im Haus Erholung mit dem Benediktpreis von Mönchengladbach ausgezeichnet worden. Der Preis wird seit 50 Jahren alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, deren für die Zukunft beispielhaft wertorientiertes Handeln in Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur vor dem Hintergrund der christlich-abendländischen Erfahrungen in besonderer Weise herausragt. Preisträger waren zuletzt 2014 Jean Claude Juncker und 2016 Königin Silvia von Schweden. Verliehen wird der Preis, eine Urkunde und Medaille sowie ein Preisgeld von 5.000 Euro, durch den Bürgerverein „Benediktpreis von Mönchengladbach“ in enger Kooperation mit der Stadt.

„Der Preis ist inzwischen neben dem Aachener Karlspreis und dem Preis des Westfälischen Friedens in Münster der dritte Preis in Nordrhein Westfalen mit einem landesweiten Anspruch und überregionaler Bedeutung“, betonte Helmut Linnenbrink, Vorsitzender des Vereinsvorstands, in seiner Begrüßung. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, der in seiner Ansprache an die im Jahr 974 gegründete Benediktinerabtei als Fundament der Stadtgründung erinnerte, hob das Engagement der Preisträgerin für Respekt und Zivilcourage, gegen Rassismus und Gewalt hervor. „Sie leben als moderne Frau Werte wie Anstand, Glaubwürdigkeit und Mitmenschlichkeit“. Dunja Hayali ermutige Menschen, von ihrem Recht als Demokraten Gebrauch zu machen und die Stimme für Fairness und Toleranz sowie Vielfalt der Kulturen zu erheben.

Seit über zehn Jahren engagiert sie sich für den Verein „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ und besucht im Rahmen des Projekts „Störungsmelder“ Schulen, um sich dort gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. „Wie viel ärmer wäre unsere Gesellschaft, wenn es nicht Menschen gäbe, die mehr als ihre Pflicht tun? Dieses mutige Engagement hält sie auch aufrecht, wenn ihr Hassstürme und Wellen von Gewaltandrohungen entgegenschlagen“, betonte der Journalist Hans Leyendecker, Präsident des evangelischen Kirchentages 2019, in seiner Laudatio. „Dieses Land braucht keine Wutbürger, sondern Mutbürger. Dunja Hayali sucht den Dialog und der Diskurs gehört zum Fundament einer Gesellschaft“, so Leyendecker weiter.

Dunja Hayali, die im westfälischen geborene Tochter irakischer Einwanderer wird wegen ihrer Diskurse im Netz oftmals zur Zielscheibe von rechtsextremen Pöbeleien und rassistischen Beleidigungen. „Ich antworte darauf gerne, weil ich es machen muss und es mir anschließend besser geht. Es ist unser Land und unsere Heimat“, betonte Dunja Hayali in ihrer Dankesrede. „Für uns Journalisten, die wir auch Fehler machen und diese zu dokumentieren haben, liegt eine Menge Holz auf dem Boden, das wir aufheben und schnitzen müssen“.