Innovative Technologie für „smarte“ Brücke an der Ritterstraße

Forschungsprojekt des Bundesministeriums kommt erstmals in Rheydt zum Einsatz

Die Brücke an der Ritterstraße wird durch SMART-DECK zur "High-Tech-Brücke". Bei einem Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) kommt erstmals ein neuer innovativer Brückenbelag zum Einsatz, der die Tragfähigkeit der Brücke erhöht, ein vollflächiges Echtzeit-Feuchtemonitoring ermöglicht und einen abschnittsweise steuerbaren und präventiven Korrosionsschutz bietet. "Wir haben eine Testphase auf der grünen Wiese durchgeführt und eine Brücke gesucht, die nicht zu groß, aber vielbefahren ist. In Mönchengladbach wird SMART-DECK erstmals unter realen Bedingungen eingesetzt", erklärt Roger Bill vom Projektkoordinator Eurovia, eines führenden Unternehmens bei der Bewirtschaftung und Instandhaltung von Verkehrsinfrastrukturen. Gemeinsam mit sechs Projektpartnern hat Eurovia das SMART-DECK entwickelt. Der Brückenbelag wurde jetzt auf die Brücke aufgetragen.

Ein Projektpartner ist die Bundesanstalt für Straßenwesen. "Ohne intakte Brücken funktioniert keine Verkehrsinfrastruktur. Ein gestiegenes Verkehrsaufkommen und ein stetig wachsender Schwerlastverkehr stellt die Tragfähigkeit von Brücken vor eine besondere Herausforderung", weiß Dr. Peter Haardt, bei der Bundesanstalt Leiter des Referates Betonbau. Die neue Technik könne die Instandsetzungsverfahren im Brückenbau revolutionieren. Das bestätigt Prof. Dr. Michael Raupach vom Institut für Bauforschung an der RWTH Aachen: "Diese innovative und multifunktionale Zwischenschicht kann sowohl für den Neubau als auch für Bestandsbauwerke eingesetzt werden. Das Monitoring ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen von Schäden in der Abdichtungsebene", so der Projektpartner.

Das System besteht aus einer dünnen zweilagig carbonfaserbewehrten Mörtelschicht. Undichtigkeiten in der Abdichtung können mit einem eingebundenen Monitoringsystem erfasst werden. Ein Messsystem bestimmt den Feuchtegehalt der Fahrbahnplatte und kann per Mobilfunk oder Internet in Echtzeit überwacht werden. Im Schadensfall wird ein vollflächiger, präventiver kathodischer Korrosionsschutz aktiviert, der eine umfassende bauliche Instandsetzung nicht sofort nötig, sondern verschiebbar macht. "Die Korrosion ist von der Brückenunterseite normalerweise erst erkennbar, wenn die Brücke bereits erheblich beschädigt ist. Die Folge sind sofortige Baumaßnahmen, die zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und volkswirtschaftlichen Verlusten führen. Mit SMART-DECK schaffen wir die Möglichkeit, dass Instandsetzungsmaßnahmen gezielt terminiert werden können - beispielsweise in Zeiten, wo weniger Verkehr auf der Straße ist", so Haardt.

Für Mönchengladbach ist dieses Projekt ein Glücksfall. Kosten entstehen der Stadt bei diesem Projekt nicht. "Diese innovative Technologie erhöht die Lebensdauer der Brücke und bietet Instandsetzungsmöglichkeiten, die laufende Kosten und zukünftige Bauarbeiten deutlich minimieren. In Mönchengladbach kommt eine Technologie von morgen schon heute zum Einsatz. Das ist eine Investition in die Zukunft", so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Im November sollen die Bauarbeiten an der Brücke abgeschlossen sein. Die Stadt Mönchengladbach wird dann regelmäßig über den Zustand des Abdichtungssystems informiert.

Das vom BMBF im Rahmen des Programms HighTechMatBau geförderte ProjektSMART-DECK ist ein Projekt mit den Kooperationspartnern EUROVIA, RWTHAachen, StoCretec, FTA in Kooperation mit der solidian GmbH, Massenberg, Instakorr und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).