Indirektes Linksabbiegen für Radfahrer – so funktioniert’s!

Es gibt drei Möglichkeiten, wie Radfahrer in Kreuzungsbereichen links abbiegen können

Mit der Sanierung von Straßen und Kreuzungsbereichen werden auch für Radfahrer neue Angebote geschaffen, um Straßen schnell und sicher überqueren zu können. Im Rahmen der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt wird der Radverkehr bei allen Planungen grundsätzlich immer mit gedacht. Ein besonderes Augenmerk gilt den zweiradfahrenden Linksabbiegern, weil hier die Unfallgefahr am größten ist. Im letzten Planungs- und Bauausschuss wurde noch einmal deutlich gemacht, welche Möglichkeiten der Planung es gibt und warum es keine "Einheits-Lösung" für Kreuzungsbereiche geben kann. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten für Linksabbieger:

Direktes Linksabbiegen 
Beim direkten Linksabbiegen ordnen sich die Radfahrer auf der linken Fahrbahnspur ein. Diese Möglichkeit eignet sich vor allen Dingen auf Straßen, wo wenig Verkehr ist. Diese Variante ist die schnellste, aber auch die gefährlichste Möglichkeit für Linksabbieger.

Indirektes Linksabbiegen 
Sicherer ist die Variante des indirekten Linksabbiegens: Hier überqueren Radfahrer zunächst die von rechts kreuzende Straße und können sich dort in einem gekennzeichneten, geschützten Bereich aufstellen. Andere Fahrradfahrer, die weiter geradeaus fahren wollen, haben die Chance, vorbeizufahren, an die Linksabbieger vorbeizufahren. Eine eigene Ampel für Radfahrer schaltet einige Sekunden vor dem dahinter positionierten Autoverkehr auf Grün, so dass die Radfahrer zuerst losfahren können. Es gibt Kreuzungsbereiche, wo die Verkehrsteilnehmer mit dem Rad auf eine Fußgängerampel mit Radfahrsymbol achten müssen. In beiden Fällen erhöht das indirekte Linksabbiegen die Verkehrssicherheit. Der Nachteil ist ein etwas höherer Zeitaufwand. Das indirekte Linksabbiegen ist ein zusätzliches Angebot, muss aber nicht zwingend wahrgenommen werden.

Erweiterte Aufstellflächen 
Eine dritte Möglichkeit sind erweiterte Aufstellflächen: Hier können sich Radfahrer in einem auf den gesamten Kfz-Fahrstreifen ausgedehnten Bereich aufstellen und stehen damit im Blickfeld der Kfz-Fahrer. Der Nachteil ist hier, dass Linksabbieger sich bei Grün in den fließenden Verkehr einfädeln müssen.

"Wir müssen von Kreuzung zu Kreuzung abwägen, welche Möglichkeit die richtige ist. Aber klar ist, dass die Sicherheit alle Verkehrsteilnehmer oberste Priorität hat", betont Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Darüber hinaus müsse auch - wenn es beispielsweise um verlängerte Rotzeiten für Auto- und verlängerte Grünzeiten für Radfahrer geht - die Verkehrsmenge berücksichtigt werden. Das ist der Grund, warum an stark befahrenen Kreuzungen wie beispielsweise Bahnstraße / Monschauer Straße, Limiten- / Stresemannstraße das indirekte Linksabbiegen umgesetzt wurde. Im Rahmen der Arbeitsgruppe Nahmobilität sollen die Gespräche mit dem ADFC intensiviert und eine finale Entwurfsplanung in die Politik eingebracht werden.