Gute Aussichten für das JHQ

Bei der Renaturierung soll ein Aussichtsturm mit Fernsicht entstehen

Auf dem Gelände des ehemaligen JHQ, das im Dezember 2013 von den Britischen Streitkräften an den Bund zurückgegeben wurde, kommt Bewegung. Im westlichen Bereich des riesigen Areals in Rheindahlen soll ein zwölf Meter hohes Landschaftsbauwerk entstehen, auf dem ein Aussichtsturm mit Fernsicht errichtet werden soll. So sehen es die aktuellen Pläne von Stadt und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), der Eigentümerin des Geländes, vor. „Was der Niersgrünzug im Osten der Stadt ist, wird einmal der neue Grünzug im Westen der Stadtkante sein. Irgendwann wird das heutige Tagebau-Loch einmal eine touristische Attraktion sein. In diesem Zusammenhang haben wir jetzt gemeinsam mit der BImA die Chance, im Rahmen der Renaturierung des JHQ einen touristischen Anziehungspunkt zu schaffen“, freut sich Dr. Gregor Bonin, Beigeordneter für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt. Der Grünzug soll im Areal an das Gebiet Knippertzbach/Hellbach angrenzen und im Besitz des Bundes bleiben. „Hier sind landschaftlich wunderschöne Gebiete, die sichtbar und erlebbar gemacht werden können“, so Bonin weiter.

Möglich wird das Landschaftsbauwerk durch das enorme Abraumvolumen von insgesamt 900.000 Kubikmetern auf der gesamten Liegenschaft der aufstehenden Gebäude, die in mehreren Schritten abgerissen werden sollen. In einem ersten Schritt wird der Abriss im westlichen Teilbereich vorgenommen. „Der Bauschutt wird nicht abtransportiert, sondern verbleibt bei entsprechender Qualität und Eignung auf der Fläche“, erläutert Annette Pfennings, Konversionsbeauftragte der Stadt, gestern in der Sitzung der Bezirksvertretung West das Vorhaben. Mit dem Abriss der ersten Gebäude, soll bereits im Januar 2018 begonnen werden. Auch das durch zwei Brandereignisse massiv beschädigte Hospitalgebäude im südlich der JHQ gelegenen Hospitalgelände soll zeitnah niedergelegt werden, ebenso wie die in diesem Teilbereich aufstehenden, durch starken Vandalismus beschädigten sonstigen Gebäude. Der Planungsprozess für das Landschaftsbauwerk geht mit einem begrenzten Wettbewerb einher, zu dem ausgewählte Landschaftsarchitekten angesprochen werden sollen. Gleichzeitig soll in den nächsten drei bis fünf Jahren eine neue Wegeführung durch den westlichen Bereich des JHQ mit Anschluss an den Naturpark Maas-Schwalm-Nette im Nordwesten und an die Verbindung zum Tagebaurand im Süden geschaffen werden. Darüber hinaus soll das Gebiet um das Landschaftsbauwerk mit Aussichtpunkt für Ausgleichsmaßnahmen des Bundes im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans und für städtische Kompensationsmaßnahmen aufgeforstet werden. (pmg/sp)