Grundstückspreise steigen, aber vergleichsweise moderat

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Mönchengladbach hat den Grundstücksmarktbericht für 2019 herausgegeben. Da sich die Marktlage für Wohnbauflächen in den letzten Jahren verändert hat, wurden jetzt erstmals Daten zur Wertermittlung herangezogen, die die Bebauung der Grundstücke, die Emissionen, den Verkehr und auch die sozialen Effekte berücksichtigen. „Insofern haben wir nun aussagekräftigere Daten als in den Vorjahren“, betont Jana Eujen, Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Im Jahr 2018 wurden 139 unbebaute Grundstücke mit einem Flächenumsatz von 269.489 Quadratmeter veräußert. Dazu kommen 72 land- und forstwirtschaftliche Flächen, 1.328 bebaute Grundstücke, 1.016 Eigentumswohnungen und 171 sonstige Verträge. Der Wohnungsbau hat zugelegt: Bei den bebauten Grundstücken wurden 908 Einfamilienhäuser verkauft (2017: 866), auch bei den Mehrfamilienhäusern stieg die Zahl auf 276 (2017: 248). Bei den unbebauten Wohnbaugrundstücken fiel die Anzahl der Verkäufe auf 118 (2017:149). „Zahlreiche Projekte sind in der Planung, um die steigende Nachfrage bedienen zu können. Wir haben die Weichen gestellt, so dass der Verkauf von Grundstücken in den nächsten Jahren weiter steigen wird“, erklärt Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Dazu tragen langfristig Großprojekte wie die Seestadt mg+, die Maria-Hilf-Terrassen und das REME-Areal bei, aber auch kleinere EWMG-Wohnprojekte wie an der Thomas-Merkelbach-Straße in Rheindahlen oder am Grottenweg in Venn schaffen neuen Wohnraum.

Der Grundstücksmarktbericht für 2019 zeigt, dass die Bodenrichtwerte teilweise niedriger sind als erwartet. „In den Metropolregionen explodieren die Preise für Grundstücke und erschweren die Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum anzubieten. Im Vergleich dazu gibt es bei uns noch Grundstückspreise, die nur moderat angestiegen sind. Für eine wachsende Stadt ist das eindeutig von Vorteil, weil wir Menschen Wohnraum anbieten können, der in anderen Lagen kaum noch erschwinglich ist“, fasst Dr. Bonin die Erkenntnisse zusammen. Die Preise in Mönchengladbach sind durchschnittlich um 8,7 Prozent gestiegen. Die größten Steigerungen bei den Bodenrichtwerten verzeichnen Neuwerk mit 18,4 Prozent und Mönchengladbach-Land mit 15,4 Prozent. Rheindahlen liegt bei neun Prozent, und Rheydt verzeichnet einen Anstieg der Bodenrichtwerte um 9,5 Prozent. Für den Technischen Beigeordneten sind die Werte aus Rheydt ein Beleg für die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre: „Es zeigt, dass die Wohn- und Lebensqualität im Innenstadtbereich durchaus verbessert worden ist. Wohnraum in Rheydt ist attraktiver geworden.“ Gleichwohl müsse man dafür Sorge tragen, dass Wohnraum auch zukünftig bezahlbar bleibt. „Uns ist klar, dass diese Preisentwicklung die Menschen benachteiligt, die nicht mehr Geld in Wohnraum investieren können. Deswegen ist es für uns ganz wichtig, ein ausgewogenes Angebot vorzuhalten und nach Möglichkeiten zu suchen, wie wir diese Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt mit einem möglichst vielfältigem Wohnungsangebot abfedern können.“

Es gibt zwei Stadtteile, in denen die Bodenrichtwerte sogar gefallen sind. Das sind Giesenkirchen und Schelsen (- 2,3 Prozent) sowie Wickrath und Wanlo (- 3,9 Prozent). Für Bonin ist das kein Beleg, dass die Wohnqualität in diesen Stadtteilen abgenommen hat. „Das Sinken der Werte liegt auch an Veränderungen der Bewertungskriterien. Wir haben jetzt aussagekräftigere Werte, insofern spiegeln die aktuellen Zahlen mehr den Ist-Zustand wider als in den Vorjahren.“

Der Umsatz landwirtschaftlicher Flächen ist 2018 weiter gestiegen. Die Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen wurden ebenfalls angepasst. Hierbei ergibt sich in den verschiedenen Stadtbezirken ein differenziertes Bild: Im Stadtbezirk West sind die Bodenrichtwerte gefallen, in den übrigen Stadtbezirken teils drastisch gestiegen. So liegt der Bodenrichtwert im Stadtbezirk Ost II bei nunmehr 7 €/m². Im Vorjahr lag er noch bei 6,20 €/m². Die Richtwerte für die gewerblichen Flächen wurden auf Grund der sich nicht veränderten Marktlage nicht angepasst und entsprechen dem Niveau der Vorjahre.

Der Gutachterausschuss ist ein Gremium des Landes, das weisungsunabhängig für mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen soll und die für die Wertermittlung eines Grundstückes die erforderlichen Daten ermittelt. Mitglieder des Gutachterausschusses sind Sachverständige aus den Bereichen Architektur-, Bauingenieur-, Bank- und Vermessungswesen.

Die Bodenrichtwerte sowie der Grundstücksmarktbericht können kostenfrei unter www.boris.nrw.de eingesehen werden.