Grüne Welle-Projekt rollt weiter

Autofahrer liefern über speziellen Stecker weiter Verkehrsdaten/auch Radfahrer sollen beteiligt werden

150 Mönchengladbacher Autofahrer haben sich im vergangenen Jahr in einem bundesweit viel beachteten Projekt der Stadt als „Sensoren“ betätigt und auf rund 9.300 Fahrten etwa 2,5 Millionen Datensätze zur Verkehrserfassung an einen Server geliefert. Das Datenpaket wurde anschließend von Experten ausgewertet, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, weshalb und an welchen Stellen es in der Verkehrssteuerung hakt. Über Smartphone mit GPS und einem im Fahrzeug angebrachten Spezialadapter wurden die Fahrten aufgezeichnet und anschließend anonymisiert auf den Server hochgeladen. So entstand mit Hilfe der Autofahrer ein Gesamtbild über die alltägliche Verkehrssituation auf Mönchengladbachs Straßen. Aufgrund der besonderen Form der Bürgerbeteiligung und des außergewöhnlichen Analyseverfahrens ist dieses Projekt auch in der Endausscheidung für den Deutschen Ingenieurpreis gewesen.

„Wir werden weiterhin regelmäßig entsprechende Daten speichern und auswerten. Verkehrssteuerung ist ein lebendiges System, das permanente Veränderungen mit sich bringt. Diese Transparenz der Verkehrsströme soll nun auch auf andere Verkehrsmittel wie etwa die Radfahrer übertragen werden“, so Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin. Die Stadt arbeitet derzeit an einer technischen Lösung und an der Beantragung von Fördermitteln. Den Förderzugang hierzu haben die Masterpläne Nahmobilität und Elektromobilität geschaffen.

Jetzt, nach einem Jahr und einigen Veränderungen an verschiedenen Knotenpunkten, wurde wieder ausgewertet. Dies ist möglich, weil Autofahrer weiterhin Verkehrsdaten liefern. Die Auswertung der von den Autofahrern gelieferten Daten hat in zahlreichen Fällen zur Optimierung von Steuerungen geführt. So haben sich die Verkehrsflüsse zum Beispiel auf der Stadtwaldstraße, der Gladbacher und der Waldnieler Straße in den frühen Morgenstunden verbessert. „Wir haben in diesen Fällen das sogenannte Morgenprogramm um eine halbe Stunde auf sechs Uhr vorgezogen. Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung“, betont Ralf Klöpper, Leiter der Abteilung Verkehrs- und Kommunikationstechnik.