Gesichtspunkte zu den einzelnen Entwicklungsstufen

U3 Kinder-Bildung von Anfang an

 
Schlafen und Pflege
Der Tagesablauf mit seinen Fixpunkten ist bei den kleinsten ein offenes Angebot. Der individuelle Schlafrhythmus des einzelne Kindes wird berücksichtigt und je länger die Kinder miteinander in der Einrichtung sind um so mehr passen sich ihre Abläufe aneinander an. In einem separaten Schlafraum hat jedes Kind einen eigenen Schlafplatz der individuell gestaltet werden kann. Auch die eigenen Schlafrituale werden übernommen (Kuscheltier, eigener Schlafsack, Musik, Schnuller etc.)
„Pflegezeit ist Nähezeit“
Viel Zeit für Nähe, statt schnelles Abwickeln ist der wichtigste Grundsatz für angenehme Pflegesituationen. Wir legen großen Wert darauf den Pflegeprozess insgesamt zu einer angenehmen positiven Situation zu gestalten.
Pflegeutensilien (Windeln, Cremes, Feuchttücher, …)  werden aufgrund der Sensibilität der Babyhaut von zuhause mitgebracht.
 
Gesundheit und Ernährung
Die Mahlzeiten richten sich nach den individuellen Bedürfnissen der Kinder. Die verschieden Essenszeiten für Kinder unter einem Jahr werden berücksichtigt. Die Mahlzeiten können von den Eltern mitgebracht und von den Erzieherinnen zubereitet werden. Ab dem 13. Lebensmonat nimmt das Kind in der Regel an den Mahlzeiten der Kita teil. Ernährung ist gerade für die jüngeren Kinder ein intensiver Bindungsmoment, für den wir Erzieherinnen uns auch viel Zeit nehmen, um dem einzelnen Kind ein sinnliches Erfahrungsfeld zu bieten. In diesem Zusammenhang legen wir besonderen Wert auf eine ausgewogene Ernährung durch ein abwechslungsreiches Frühstück und Mittagsessen.
 
Räumlichkeiten
Unsere Räumlichkeiten sind so gestaltet, dass die Kinder ihre Umwelt erforschen und ihr Geschick erproben können. Dabei ist Raum für freie Bewegungsentwicklung besonders wichtig. Wir sehen den Raum als dritten Erzieher an. Unsere Jüngsten haben genügend Platz, um sich gefahrenlos von einer Position in die andere zu drehen, sich aufzusetzen, zu robben, und zu krabbeln und auch die ersten Gehversuche zu starten.
Die Räumlichkeiten sollen sowohl Geborgenheit als auch Freiheit zur individuellen Entwicklung bieten. Das einzelne Kind benötigt zunächst eine vertraute Person und einen vertrauten Raum, beides als Basis zur Erkundung seiner Umwelt. Daher planen wir den Tag so, dass die Kinder an einem Ort ihren Tag beginnen, im Verlauf des Tages ihr Handlungsfeld erweitern können und sich zum Abschluss eines Tages noch mal zusammenfinden.

Emotionale Sicherheit und soziale Kompetenz

Grundlagen für eine emotionale Sicherheit des Kindes sind bei uns liebevolle und verlässliche Bindungen. Nach der erfolgreichen Eingewöhnung stellt die vertraute Bezugsperson  eine Basis im Alltag dar. Diese Sicherheit ist Voraussetzung um den anderen Erzieherinnen zu vertrauen, Selbstvertrauen zu entwickeln und somit Raum für Autonomie  zu schaffen.  Emotionale Sicherheit ist die Basis für ein aktives Explorationsverhalten und die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Das Kind kann seinem Erkundungsdrang nachgehen, sich für die Umwelt interessieren, Freiräume austesten und neue Beziehungen knüpfen.
 
Elternarbeit
Elternarbeit hat in unserer Einrichtung einen großen Stellenwert. Von Anfang an ist es uns besonderes wichtig, gemeinsam mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaft einzugehen.
* Vertrauen als Grundlage
* Intensiver Informationsaustausch
* Verlässliche Beziehungen
* Individuelle Absprachen über Grundbedürfnisse  (Essenszeiten, Schlafgewohnheiten, Rituale, …)
 
Bildung und Erziehung
Eigenaktivität und Freiwilligkeit stehen im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Neben einer vorbereiteten Umgebung fordern unterschiedliche Materialien das Kind heraus und bieten ihm neue Erfahrungsmöglichkeiten. So ermöglichen auch ungewohnte  und  neue Materialien (Spielbälle, Rasierschaum, Steckspiele, ...)eine Weiterentwicklung der Selbstbildungspotentiale des einzelnen Kindes.
 
Bewegung, Wahrnehmung, Kreativität, Sprache
Im Hinblick auf die kindliche Entwicklung und das Spielverhalten bieten wir den Kindern altersgerechte und altersentsprechende Impulse und Reize.
 
 
Schulkinder
 
Gut vorbereitet in die Schule
Selbstvertrauen und soziale Stärken
„Ist unser Kind reif für die Schule?“
„Wie wird es die Veränderung verkraften?“
„Wie können wir es optimal auf die Schule vorbereiten?“
 
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule bedeutet nicht nur für Kinder, sondern auch für Eltern eine große Herausforderung. Bei den Kindern überwiegt in der Regel eine gesunde Neugier.
 
Selbstbewusste und selbstständige Kinder
Selbstvertrauen und Selbstständigkeit sind ein zentraler Entwicklungsprozess im Kindergartenalter. Kinder, die sich emotional sicher fühlen, verhalten sich neugierig und aktiv, sie wollen etwas Neues kennen lernen.
Wir fördern die sozialen Fähigkeiten der Kinder. Den Kindern wird es im
Alltag ermöglicht, sich als selbstständige Persönlichkeit zu erleben.
Erfolgserlebnisse fördern das Selbstvertrauen der Kinder, deshalb bestärken wir grundsätzlich die Kinder bei kleinen Aufgaben, Arbeiten, Liedern, Geschichten, Sportübungen u. v. m.
Außerdem unterstützen wir durch angemessene Freiräume das selbstständige Handeln.
 
Schulfähige Kinder / Das letzte Jahr im Kindergarten
Von schulfähigen Kindern wird heute eine Menge erwartet. Dabei ist es nicht wichtig, dass ein Kind bereits lesen oder rechnen kann. Vielmehr muss es den Schulalltag meistern können.
Das Team des „Familienzentrums Am Hockstein“ sieht seine Aufgabe darin, jedes einzelne Kind bewusst in den Blick zu nehmen, um es ganzheitlich zu fördern. Ein schulfähiges Kind sollte in den folgenden Breichen die nötigen Kompetenzen bzw. Fertigkeiten aufweisen können:
                    • körperlicher Bereich (kräftiger Körper, geschickte Hände)
                    • emotionaler Bereich (selbstbewusst und sicher)
                    • sozialer Bereich (sicher und stabil im Umgang mit Anderen)
                    • Leistungsbereich (leistungsfähig und belastbar)
                    • kognitiver Bereich (neugierig und aufnahmebereit)
 
 
Diese Kompetenzen werden nicht von heute auf morgen erworben. Vielmehr ist es ein Prozess, der sich durch alle Kindergartenjahre vollzieht. Ihre Kinder werden immer ihrem Entwicklungsstand entsprechend gefördert und gefordert, so dass sie sich individuell, ihren Stärken entsprechend weiterentwickeln können.
Besonders das letzte Kindergartenjahr ist für die angehenden Schulkinder von großer Bedeutung.
Sie sind jetzt die „Großen“ und sollen auch als solche hervorgehoben werden.
Das Bewusstsein „Ich bin jetzt ein Vorschulkind“ bringt noch mal eine extra Portion Selbstbewusstsein und eine große Vorfreude mit sich.
 
Im Familienzentrum „Am Hockstein“ finden in dieser Zeit besondere Projekte und Aktionen statt, die mit den Schulkindern gemeinsam organisiert und geplant werden. Hierfür haben wir einen extra  Schulkindraum eingerichtet, der von den Kinder genutzt werden kann.
 
Den Abschluss dieser Projekte bildet immer ein großes Abschiedsfest bzw. eine Abschlussfahrt, wobei das Thema der Projekte oder Aktionen aufgegriffen wird.
Die Kinder entwickeln hier noch einmal besonders kreative Ideen, die mit Hilfe des Teams und der Eltern umgesetzt werden können.
 
Beispiele einiger Projekte / Aktionen der vorangegangen Jahre:
- Das große Thema „Theater“ (Wir spielen Theater, wir
                  besuchen ein Theater, wir schauen hinter die Kulissen…)
- Besuch bei der Sternwarte (Wir entdecken die Sterne)
- Bücherwürmer (Besuch in der Bibliothek)
- Obst, Gemüse und Salat (Wir fahren auf den Wochenmarkt,
                  wir kochen gemeinsam…)
-Besuch der Feuerwehr
-Besuch im Elisabethkrankenhaus
 
Rund um verschiedene Themenbereiche wird gewerkelt, gehämmert, gerätselt, gemalt, getanzt…
 
 
Die Vorfreude auf das „bunte“ Abschlussfest bzw. die Abschlussfahrt ist
dabei sehr groß.
 
 
 
 Die Eingewöhnung
 
Die Kindergartenzeit bedeutet für jedes Kind und auch für die Eltern einen ganz neuen Lebensabschnitt. Deshalb ist es unabdingbar, dass die Eingewöhnungszeit so sensibel und behutsam wie möglich gestaltet wird.
In der Eingewöhnungsphase orientieren wir uns am Berliner Eingewöhnungsmodell.
In diesem Modell geht es darum, dass die Eltern, bzw. eine andere Bindungsperson des Kindes, das Kind so lange begleiten, bis es dem Kind gelungen ist, eine tragfähige Beziehung zur Bezugserzieherin  zu entwickeln.
Mit dem Hintergrund, dass jedes Kind seinen ganz eigenen Rhythmus hat, lässt sich die Eingewöhnung   nicht an einer bestimmten Zeit ausmachen. Individuell gibt hier jedes Kind seinen ganz eigenen Weg vor, den wir als Erzieher und Erzieherinnen und Sie als Eltern in einer engen Zusammenarbeit unterstützen und begleiten möchten.
Die Eingewöhnungszeit ist so in unterschiedliche Phasen gegliedert.
Von ersten Besuchen gemeinsam mit einer Bindungsperson, bis hin zu ersten Trennungsversuchen, wird ganz allmählich das Vertrauen zu einer anderen
Person, der Erzieherin aufgebaut.
Das eigene Tempo des Kindes wird dabei immer berücksichtigt, so dass es
entweder zu einer kurzen Eingewöhnung kommen kann oder die Zeit etwas länger dauert.
Richtig eingewöhnt ist Ihr Kind, wenn Sie und Ihr Kind sich im Kindergarten sicher und wohl fühlen.
Wir, das Team des Familienzentrums „Am Hockstein“ werden alles dafür tun, um dieses Ziel zu erreichen.