Früherer Bibliotheksleiter Dr. Ernst-Manfred Wermter verstorben

Promovierter Historiker war maßgeblich am Aufbau des Bibliothekensystems in Mönchengladbach beteiligt

Der frühere Leiter der Stadtbibliothek, Dr. Ernst-Manfred Wermter, ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Zu seinen Hauptaufgaben zählte die Reorganisation der Stadtbibliothek und die Aufstellung eines Bibliothekenplans Mönchengladbach im Zuge der Kommunalen Neugliederung 1975. Der promovierte Historiker baute in seiner Leitungsfunktion von 1969 bis zu seiner Pensionierung 1995 das Bibliothekssystem in Mönchengladbach mit sieben städtischen Bibliotheken, zahlreichen Schulbibliotheken, öffentlichen katholischen Bibliotheken und der Franziskanerbibliothek Wissenschaft und Weisheit aus. Tatkräftig unterstützte er den Aufbau der Bibliothek der 1971 gegründeten Fachhochschule Niederrhein und wirkte an der Erschließung der Historischen Sammlungen der Stadtbibliothek, vor allem der Bibliothek des Volksvereins für das Katholische Deutschland mit 94.000 Bänden mit.

 

„Ich habe im Krieg Bibliotheken brennen gesehen. Das werde ich nie vergessen“, hatte er einmal gesagt. Entsprechend war auch sein sorgfältiger, bewahrender Umgang mit jedem Druckerzeugnis. Er nahm am Doublettentausch wissenschaftlicher Bibliotheken teil und lieferte Bücher unter anderem an die Universitätsbibliotheken in Breslau und Leuven. Dass er seine Privatbibliothek testamentarisch der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne vermacht, der Spezialbibliothek für deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa, ist Zeugnis seines Engagements für diese Regionen und seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Spuren seiner prägenden bibliothekarischen Arbeit sind auch heute noch in der Stadtbibliothek erkennbar, sei es im Bestand mit 153 Gesetzesbüchern der „Sammlung Brüggen“, einer Dauerleihgabe der Gemeinde Brüggen aus dem Jahr 1977, oder aber in Teilen der Aufstellungssystematik der Stadtbibliothek.