Erste Jugendkonferenz zeigt Potenziale auf

Auftaktveranstaltung im Ratssaal Rathaus Rheydt mit engagierten Jugendlichen

 

 

Genau an der Stelle, wo der Rat der Stadt in seinen Sitzungen wichtige Entscheidungen für die Stadt Mönchengladbach trifft, kamen im Ratssaal Rathaus Rheydt erstmals zehn Jugendliche zur ersten Jugendkonferenz zusammen, 
um städtischen Vertretern aus unterschiedlichen Dezernaten sowie NEW und Polizei Fragen zu stellen, Vorschläge einzubringen sowie Kritik und Anregungen zu äußern. Die Erwachsenen wurden auf die Zuschauertribüne "verbannt". "Sicher, es hätten auch mehr Teilnehmer sein können, aber für den Auftakt sind wir zufrieden. 
Es gehört schon viel Mut dazu, hier im Plenum ganz offiziell mit dem Mikrofon Fragen zu stellen", sagt Sozialdezernentin Dörte Schall. Zunächst noch eher zurückhaltend, entwickelte sich in zweieinhalb Stunden ein interessierter Dialog zwischen allen Beteiligten. Am Ende hatte sich die jüngere Generation warmgeredet und wollte gar nicht mehr aufhören. "Am Anfang war ich schon sehr nervös, aber das hat sich schnell gelegt. Ich hätte nicht gedacht, dass man so gut auf unsere Fragen eingeht und so viele Antworten bekommt. Ich fand es super", erklärt Leo Körner. 
Der 13-jährige Schüler des Hugo-Junkers-Gymnasiums hatte sich wie alle anderen auch mit vielen Fragen sehr rege am Meinungsaustausch beteiligt. "Die Themenvielfalt und auch die Kenntnisse vom Stadtgeschehen waren beeindruckend. Man sieht, dass die Jugendlichen sehr an ihrer Heimatstadt interessiert sind", so Lisa Schopen, die gemeinsam mit Kira Sammet und Jule Imschweiler das Projekt Youthbeyond betreuen. Das im September 2019 gestartete Projekt der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt setzt sich für mehr Jugendpartizipation in Mönchengladbach ein. 
Die Jugendkonferenz soll künftig die Schnittstelle zum Meinungsaustausch zwischen Jugend und Verwaltung sein.

Im Vorfeld der ersten Jugendkonferenz hatten Sammet und Imschweiler bei gut besuchten "Stammtischen" in den Jugendzentren viele Fragen gesammelt, die ebenfalls nun stellvertretend in der Jugendkonferenz gestellt wurden. Konkret gab es Fragen zum Busverkehr und zur Taktung einzelner Buslinien, zu genehmigten Graffiti-Wänden, die an "Hot Spots" mehr Aufmerksamkeit erzielen könnten und zu öffentlichen Treffpunkten speziell für Jugendliche, die es zukünftig auch im neu gestalteten Theaterpark und im Hans Jonas Park geben wird. Weitere Fragen gab es zur Neugestaltung des Europaplatzes, zu Leerständen und Möglichkeiten einer Nutzung für Jugendliche, zu Jugendzentren und zum Theaterangebot, das nach Meinung der Teilnehmer stärker auf Jugendliche zugeschnitten sein müsste. Auch das Coronavirus mit möglichen Schulschließungen und Hamsterkäufen wurden thematisiert. Fragen, die nicht beantwortet werden konnten, werden den Fragestellern über Youthbeyond beantwortet. Die Ideen und Anregungen werden in den jeweiligen Fachbereichen fachlich diskutiert. "Wir wollen junge Menschen motivieren und beteiligen. Jugendliche haben oft eine andere Sicht auf die Dinge, insofern hat diese Veranstaltung sehr anschaulich das Potenzial aufgezeigt, wie wir mit Jugendlichen ins Gespräch kommen können und was der jüngeren Generation wichtig ist. Ich freue mich auf weitere spannende Dialoge", fasst Dörte Schall zusammen. Die nächste Jugendkonferenz ist für Juni geplant. "Ich werde wiederkommen und in meiner Schule ein bisschen Werbung machen. Viele haben sich noch nicht getraut. Das wird beim nächsten Mal sicherlich anders sein", so Leo Körner. Die anderen Teilnehmer nicken. 
Aktuelle Entwicklungen, Informationen und die Möglichkeit zum Austausch gibt es auf Instagram unter @youthbeyond.